Gioconda Belli gehört zu den wichtigsten Autorinnen Lateinamerikas
Gioconda Belli gehört zu den wichtigsten Autorinnen Lateinamerikas © Bundesarchiv, Bild 183-1989-0519-022 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)]

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„Ich bin Sehnsucht verkleidet als Frau“ - Eine Lange Nacht über die Schriftstellerin Gioconda Belli

Gioconda Belli war und ist eine Freiheitskämpferin, eine Frau, die sich als politisches und lyrisches Ich gefunden hat und nie davor zurückschreckte, ihre Ideale nach Außen zu tragen. Eine "Lange Nacht" über eine starke Frau.

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Gioconda Belli wird 1948 in Nicaragua geboren, wo sie sich immer noch für ein gerechteres Syste engagiert. Sie schloss sich in den 70er-Jahren der FSLN an, dem Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront, der 1979 am Sturz des damaligen Diktators Somoza beteiligt war. Als Idealistin und überzeugte Anhängerin der Selbstbestimmung veröffentlichte sie in dieser Zeit auch erotische Gedichte, die vor allem im Bürgertum verpönt waren. Aufgrund der angespannten politischen und auch kulturellen Lage verließ sie Nicaragua für drei Jahre ins Exil, von 1975 bis '78.

Mittlerweile gehört sie zu den wichtigsten Autorinnen Lateinamerikas, gilt als Kultschrifstellerin und setzt sich weiterhin gegen die korrupten und diktatorischen Strukturen der Regierung ein. Seit ihrer Kindheit, in der die Großgrundbesitzer reich und praktisch der gesamte Rest arm und rechtlos waren, hat sich in ihren Augen kaum etwas geändert. Ihre Erfahrungen versteht sie packend in Texte zu verwandeln, auch ihr autobiografisch inspirierter Roman "Die bewohnte Frau" regt den Leser dazu an, selbst etwas verändern zu wollen.

Sei es bei den ungerechten politischen, aber auch gesellschaftlichen Strukturen. Denn diese sind patriarchalisch und unterdrücken seit jeder die Rechte der Frauen. Selbst die Revolution, der Belli sich verschrieb, ist chauvinistisch. Die Anerkennung ihrer Verdienste bleibt ihr aufgrund ihres Geschlechts viel schwerer zugänglich als für die Männer der Bewegung, in deren Freiheitskämpfer sie sich gerne verliebt hat.

Die Liebe, die Sexualität, die Befreiung von den Fesseln ihrer bürgerlichen Herkunft verschriftlicht Gioconda Belli genau wie ihr politisches Selbst. Was sie empfindet und auch noch veröffentlicht, gilt im katholischen Nicaragua der 1970er-Jahre fast als Sünde, doch sie bleibt stark und hör- und sichtbar. So erfolgreich, dass ihre Lyrikbände mittlerweile in zwanzig Sprachen übersetzt werden.

Eine Lange Nacht über die Schriftstellerin Gioconda Belli im Überblick

Sendezeit Sa, 08.12.2018 | 00:05 - 03:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk Kultur "Lange Nacht"
Radiosendung

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