Illegales Wildfleisch überflutet den Markt in Afrika und Europa
Illegales Wildfleisch überflutet den Markt in Afrika und Europa © Charles Thompson / freeimages.com

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Illegaler Buschfleisch-Handel und seine Folgen

Die Nachfrage nach Wildfleisch in Zentral- und Westafrika steigt aufgrund der wachsenden Bevölkerung. Das führt zu einem erhöhten Druck auf die Artenvielfalt und einer steigenden Gefahr von Krankheiten. Jedes Jahr werden über 270 Tonnen Wildfleisch nach Frankreich transportiert.

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Die Nachfrage nach Wildfleisch, das auch als Bushmeat bezeichnet wird, steigt aufgrund der wachsenden Bevölkerung in den Großstädten Zentral- und Westafrikas kontinuierlich an. Für die Jäger und ihre Familien stellt dieses Fleisch eine wichtige Proteinquelle dar.

Heutzutage wird das Fleisch von Affen, Antilopen und Pangolins zu einem Luxusprodukt in Accra, Kinshasa und Douala und findet sogar den Weg nach Europa. Dies hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt, sondern erhöht auch das Risiko von Zoonosen. Untersuchungen zeigen, dass jährlich über 270 Tonnen Wildfleisch allein über den Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle nach Frankreich gelangen, während fast vier Tonnen pro Woche den Brüsseler Flughafen passieren.

Etwa 80 Prozent der Reisenden aus Kamerun, dem Kongo und Togo bringen wahrscheinlich Fleisch- oder Pflanzenprodukte in ihr Gepäck mit, die in der EU nicht legal eingeführt werden dürfen. Ein Drittel des illegal importierten Fleisches stammt von geschützten Tierarten.

Die Forscher haben auch Krankheitserreger wie das Afrikanische Schweinepestvirus und das Affenpockenvirus in den beschlagnahmten Proben entdeckt. Studien belegen, dass in Europa der Handel erheblich unterschätzt wird aufgrund einer Mischung aus kultureller Voreingenommenheit und mangelnder Überwachung. Denn wie überall auf der Welt ist auch für die afrikanische Diaspora in Europa das Essen eng mit ihrer Kultur und Identität verknüpft. Viele betrachten Bushmeat, das aus Wäldern in Zentral- und Westafrika stammt, als natürlicher und gesünder im Vergleich zum Fleisch aus europäischer Massentierhaltung. Was manche als unappetitlich empfinden, wird von anderen als Delikatesse angesehen.

"Illegaler Buschfleisch-Handel und seine Folgen" im Überblick

Illegaler Buschfleisch-Handel und seine Folgen

von Laura Salm-Reifferscheidt

Sendezeit Do, 07.03.2024 | 19:30 - 20:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Forschung und Gesellschaft"
Radiosendung