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Macht des Schicksals: Tod auf der Opernbühne
Das Risiko, auf der Opernbühne zu sterben, ist für Hauptdarsteller relativ hoch. Abend für Abend gehen sie zu Hunderten auf den großen und kleinen Opernbühnen der Welt zugrunde. Sie sterben im Duell, durch Mord oder Totschlag, leiden an tödlichen Krankheiten oder beenden ihr Leben durch Selbstmord.
Da stirbt Lenskij in Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin" im Duell, erschossen von seinem Freund Onegin, da wird Siegfried in Wagners "Götterdämmerung" von Hagens tödlichem Speer getroffen, Schwester Angelika vergiftet sich mit einem Kräutergetränk, Manon Lescaud verdurstet, Cho-Cho-San ersticht sich in Puccinis Oper "Madame Butterfly" hinter einem Wandschirm, wenn das heute - um Loriot zu zitieren - ein moderner Bühnenbildner zulässt. Oder es schreit die Kurtisane Violetta noch einmal auf, ehe sie an der damals noch unheimlichen Schwindsucht stirbt.
Manchmal aber verschieben sich Realität und Bühnenwirklichkeit. Da wird, wie in Leoncavallos "Pagliacci", aus dem Spiel blutiger Ernst. So bei der Sopranistin Anna Sutter, der einst gefeierten Carmen der Stuttgarter Hofoper. Starb sie Abend für Abend auf der Bühne durch die Messerstiche des eifersüchtigen Don José, so kam sie im wirklichen Leben - auf dem Höhepunkt ihrer Karriere - durch Pistolenschüsse um, abgegeben von ihrem einstigen Liebhaber, dem Hofkapellmeister Aloys Obrist.
Die Lange Nacht vom Tod auf der Opernbühne im Überblick
| Sendezeit | Sa, 09.04.2011 | 00:05 - 03:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Lange Nacht" |
