Am 10. Oktober 2026 erhält die Künstlerin Gabriele Stötzer den Kaiserring der Stadt Goslar. Der weltweit renommierte Preis für Gegenwartskunst ging zuvor u.a. an Henry Moore, Anselm Kiefer und Gerhard Richter. Gewürdigt - so die Jury - werden ihr experimentelles, vielschichtiges Werk sowie ihr mutiger, aktivistischer Widerstand und ihre Pionierarbeit als Mitgründerin der Künstlerinnengruppe Erfurt in der DDR. Gabriele Stötzer war am 08. Oktober 2022 zu Gast bei "MDR Kultur trifft". Thomas Bille hat sie zu ihrem Leben und ihrer Kunst befragt.
Kultur & GesellschaftTalk
MDR KULTUR trifft: Menschen von hier Folgen
Jede Woche stellen wir einen interessanten Menschen vor, der sich dem kulturellen Leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen besonders verpflichtet hat. Unsere Gäste geben Einblicke in ihr privates Leben und stellen ihre Arbeit vor.
Folgen von MDR KULTUR trifft: Menschen von hier
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Folge vom 06.10.2026MDR Kultur trifft: Gabriele Stötzer - 2022
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Folge vom 03.10.2026MDR KULTUR trifft Peter WurschiSeit 36 Jahren sind Ost- und Westdeutschland wieder vereint. Nach 45 Jahren Teilung trat am 03. Oktober 1990 der Einigungsvertrag in Kraft. Die zentralen Feierlichkeiten finden in diesem Jahr vom 02. bis 04. Oktober in Bremen unter dem Motto „Viele Stärken - Ein Land“ statt. Auch das Bundesland Thüringen wird sich dort präsentieren. Peter Wurschi, seit 2018 Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, besuchte am Vortag des 03. Oktober das Grenzmuseum Schifflersgrund zum 35sten Jubiläum. Es ist die älteste Gedenkstätte ihrer Art an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, gelegen zwischen Hessen und Thüringen. Das „Grüne Band“ in Deutschland, der größte zusammenhängende Biotopverbund, verläuft ca. 1400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, erstreckt sich von Travemünde an der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof an der Grenze zu Bayern, Sachsen und Tschechien. Dieser historisch gewachsene Natur- und Erinnerungsraum verweist auf eine zentrale Erfahrung vieler Deutscher, stand für Trennungen von Familien und wirtschaftlichen Beziehungen und insbesondere für die Menschen im Osten Deutschlands für staatliche Überwachung und Zwangsumsiedlungen. 2018 wurde erstmals in einem Bundesland, in Thüringen, das „Grüne Band“ als nationales Naturmonument gesetzlich verabschiedet. Dieser Schutzstatus nationales Naturmonument beinhaltet die Gleichgewichtigkeit von Natur und Erinnerungskultur. Ende 2023 setzte die Kultusministerkonferenz das gesamte „Grüne Band“ auf die deutsche Tentativliste für das UNESCO-Welterbe. Die Konferenz der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Folgen der kommunistischen Diktatur forderte im Juni 2026 die Bundesländer auf, die Bewerbung des „Grünen Bandes“ als gemischtes UNSECO-Welterbe aktiv zu unterstützen, einschließlich der Gedenkstätten und Grenzlandmuseen. In Suhl wurde Peter Wurschi 1975 geboren. Von 1995 bis 2000 studierte er Politikwissenschaften, Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Universität Leipzig. Thema seiner Abschlußarbeit war die Erforschung der Entwicklung der politischen Opposition in Suhl. Als Stipendiat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur schrieb Peter Wurschi seine Promotion zu DDR-Jugendprotestkultur in Thüringen. Im Böhlau Verlag wurde sie unter dem Titel „Rennsteigbeat. Jugendliche Subkulturen im Thüringer Raum 1952 bis 1989“ veröffentlicht. 2007 legte Peter Wurschi ein erstes Konzept zur Entwicklung einer Gedenk- und Bildungsstätte in der ehemaligen Erfurter Stasi-Untersuchungshaftanstalt Andreasstraße vor. Ab 2008 arbeitete er bei der Stiftung Ettersberg und ab 2010 als Lehrbeauftragter an der Universität Erfurt. Von 2014 bis 2016 war Peter Wurschi Mitglied der Expertenkommission des Deutschen Bundestages zur Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Moderation Thomas BilleRedaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 26.09.2026MDR KULTUR trifft Christian WaltenbergSeit 2022 ist Christian Waltenberg zudem Verbandschorleiter des Chorverbands Sachsen-Anhalt und sich jüngst auch beim 3. Internationalen Chorfest vom 16. bis 20. September in Magdeburg ein. 50 Chöre, hunderte Sängern aus Deutschland, der Region, sowie aus Ländern wie Kroatien, Norwegen, Lettland, Malaysia, Ghana, Brasilien und Internationalem Wettbewerb unter dem Motto „Fühelnd verbunden – Sing with emotion“ kamen zusammen. Die Nachwuchsförderung und die Stärkung der Chorlandschaft in Sachsen-Anhalt liegt Christian Waltenberg am Herzen. Neben dem schulischen Kontext gelingt ihm das als musikalischer Leiter des generationenübergreifenden Chors „Carmina Mundi“. Einmal im Jahr kommen die Sängerinnen und Sänger aus ganz Sachsen-Anhalt mit einem programmatischen Schwerpunkt zusammen. In diesem Jahr erarbeiteten sie ein Konzert zum Thema Demokratie und Meinungsfreiheit. Der Chorverband Sachsen-Anhalt e.V. wiederum brachte am 30. Juni 2026 zusammen mit dem Verein Völkerverständigung und Toleranz Hannover und weiteren internationalen Partnern ein außergewöhnliches Konzert in den Magdeburger Dom zur Aufführung. „The Night Konzert“, als Zeichen gegen Hass und Antisemitismus, verband Musik, Erinnerung und gesellschaftliches Engagement. Im Mittelpunkt stand liturgische Synagogalmusik von Leib Glantz in der Orchesterfassung von Joseph Nee aus den USA, kontrastiert mit Texten des Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel aus seinem Werk „Die Nacht“. Begleitet wurde die Konzert-Lesung von der Magdeburgischen Philharmonie, dem MDR Rundfunkchor und zwei Synagogalchören. Das begleitende pädagogische Konzept für Schulprojekte wurde zuvor vom Verbandschorleiter des Chorverbands Sachsen-Anhalt Christian Waltenberg und der Fachkoordinatorin Constanze Voigt entwickelt.Vom 01. bis 04. Oktober ist Leipzig erstmals Gastgeber der chor.com. Auch da wird Christian Waltenberg mit dem Chorverband Sachsen-Anhalt e.V. vor Ort sein. Nach Dortmund und Hannover ist nun Leipzig fortan neue Heimat für das alle zwei Jahre vom Deutschen Chorverband ausgerichtete Fachtreffen der Vokalmusikszene. Zu mehr als 150 Workshops, drei hochkarätigen Masterclasses und 20 Konzerten geladen. In Bernburg wurde Christian Waltenberg 1988 geboren. Mit sieben Jahren entschied er sich in der Musikschule für das Akkordeon und nahm an mehreren Landeswettbewerben „Jugend musiziert“ teil. Von 2007 bis 2012 studierte Christian Waltenberg in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Musik und Mathematik für gymnasiales Lehramt mit den instrumentalen Fächern Akkordeon, Gesang und Klavier. Anschließend absolvierte Christian Waltenberg sein Referendariat am Geschwister-Scholl-Gymnasium Magdeburg und wurde Teil des Kollegiums. Er übernahm in Magdeburg 2013 den Kinderchor und gründete 2015 einen Jugendchor für die Mittelstufe und leitet seit 2019 den Jugendchor „ChoriuS“. Moderation Thomas BilleRedaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 19.09.2026MDR KULTUR trifft Fridtjof Florian DossinFridtjof Florian Dossin hat sich in dem Dorf Oßmannstedt in der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße, nahe Apolda gelegen, einen 1939 erbauten und 25 Meter hohen Getreidespeicher zu Eigen gemacht. Zusammen mit Freunden und Kommilitonen aus Architektur und Denkmalpflege gründete er das Institut für Graue Energie e.V., übernahm den Vorsitz und ist Projektleiter der Reallabore. 13 Mitglieder gehören zum Verein, der inzwischen mit seinen Reallaboren auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg agiert, sich um den Erhalt und die nachhaltige Weiterentwicklung bestehender Gebäude, insbesondere von Industrie- und Bestandsbauten im ländlichen Raum einsetzt. „Graue Energie“, betont Fridtjof Florian Dossin, ist kein Kunstwort. „Graue Energie“ kommt aus dem Baumanagement und beschreibt die Energie, die in unserer Umwelt durch Gestaltungs- und Bauprozesse gebunden ist. Man habe den Begriff entlehnt, um auf ihn zu verweisen, um ihn bekannter zu machen und ihn mit dem Thema Bestandsgebäude zu verbinden, führt der Industriedenkmalpfleger aus. In Gebäuden steckt am meisten Energie, weil der Bauprozeß so energieaufwendig ist. Die Baustoffe müssen abgebaut, bearbeitet und auf die Baustelle transportiert werden. Energie, die man nicht sieht, daher „Graue Energie“ und diese kann man nachhaltig nutzen, wenn das Gebäude erhalten- oder einer neuen Nutzung zuführt, das Kulturdenkmal, den Erinnerungsort als Ressource nutzt. Das Erdgeschoss des Getreidespeichers in Oßmannstedt wird als Vereinsraum genutzt in dem bald eine kleine Fachbibliothek einziehen soll. Im Keller wird eine Werkstatt entstehen. Schon jetzt wird zu Erzähl-Cafés geladen, Anfang September geschah dies in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte. Am 13. 09. öffnete das Reallabor Getreidespeicher Oßmannstedt zum vierten Mal seine Türen zum Tag des offenen Denkmals, am 21.09 lädt das Institut für Graue Energie e.V. zur Sommerakademie in Hohenmölsen ein und präsentiert sich am 08.10 beim Forum Industriekultur Berlin. In Jena wurde Fridtjof Florian Dossin 1995 geboren. Nach dem Abitur studierte er von 2014 bis 2018 Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar und von 2018 bis 2021 Denkmalpflege an der Universität Bamberg. 2016 absolvierte Fridtjof Florian Dossin ein Praktikum im Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und 2017 im Bundesdenkmalamt Österreich, wurde studentischer Mitarbeiter u.a. an der Bauhaus-Universität Weimar, im Keramik Museum Bürgel und in der Bauhaus-Keramikwerkstatt Dornburg, war 2019 Werkstudent bei einem Kirchenmaler- und Restauratorenfachbetrieb in der Fränkischen Schweiz. Seit 2020 ist Fridtjof Florian Dossin wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauhaus-Universität Weimar, forscht zu Fragen des industriellen Erbes, der Baukultur, der Transformation von Bestandsgebäuden und schreibt an seiner Promotion mit dem Arbeitstitel „Erinnerung an Arbeit. Die Betriebsmuseen der VEB in der DDR“.Moderation Thomas BilleRedaktion: Angelika Zapf