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Neuland | Teil 1 von 6
Teil 1/6 | In der DDR wird 1986 ein Ingenieur beauftragt, einen 1-MB-Speicherchip zu entwickeln, um den technologischen Rückstand zu verringern. Die Produktion soll in einem Uran-Bergbaubetrieb stattfinden, was jedoch Proteste auslöst. Eine Doku-Serie über das fast vergessene Stück Industriegeschichte.
Im Jahr 1986 erhält Bernd Junghans, ein Ingenieur aus Dresden, einen Anruf, der sein Leben umkrempelt. Sein Team wird im Auftrag des Staates der DDR damit beauftragt, einen 1-MB-Speicherchip zu entwickeln. Obwohl dieser längst im Westen verfügbar ist, kann er aufgrund des Embargos nicht in der DDR erworben werden. Das Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren den technologischen Rückstand aufzuholen und sich dem Weltniveau anzunähern.
Die Pläne sind ambitioniert: Der elementare Rohstoff Silizium soll künftig im Uran-Bergbaubetrieb "Willi Agatz" gezüchtet und die Kumpel sollen entsprechend umgeschult werden. Allerdings birgt die Produktion auch Risiken, was bei Anwohnern und Umweltaktivisten in Dresden Protest hervorruft.
Als die Autorin 1989 zehn Jahre alt ist, besucht sie als Fünftklässlerin eine Schule in Leipzig und trägt stolz ihr rotes Halstuch. Von den politischen Entscheidungen ihres Landes, das gerade im Begriff ist unterzugehen, oder gar dem Flaggschiff der Mikroelektronik, mit dem 1-MB-Chip, bekommt sie jedoch nichts mit. Die Dokumentarserie erzählt eine abenteuerliche und fast vergessene Geschichte aus der Industriebranche und gibt gleichzeitig Einblick in das gesellschaftliche Panorama einer untergehenden DDR.
"Neuland" im Überblick
Neuland
von Dörte Fiedler
Produktion: 2018
| Sendezeit | Do, 30.11.2023 | 20:30 - 21:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Mikrokosmos - Die Kulturreportage" |