Deutsche Auswanderer haben den bunten Holzhäusern im nordnorwegischen Örtchen Nyksund neues Leben eingehaucht
Deutsche Auswanderer haben den bunten Holzhäusern im nordnorwegischen Örtchen Nyksund neues Leben eingehaucht © Arnejohs / Wikimedia Commons / Public Domain

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Nyksund und mehr - Deutsche Auswanderer nördlich des Polarkreises

Das norwegische Fischerdorf Nyksund zählt gerade mal rund zwanzig Einwohner. In der Vergangenheit wurde das malerische Örtchen von den Fischern verlassen, weil sie keine Lebensgrundlage mehr dort sahen. Seit einigen Jahren wird das nordnorwegische Dorf wiederbelebt, auch von deutschen Auswanderern.

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Die nordnorwegische Inselgruppe der Vesterålen ist zwar nicht so bekannt wie die daneben liegenden Lofoten, doch ist die Landschaft dort ebenso spektakulär.

Es gibt Polarlichter und Mitternachtssonne, schroffe Felsgebirge, Pottwale, Seeadler und Fisch, viel Fisch.

Dort, nördlich des Polarkreises, liegt das malerische Örtchen Nyksund. Der Fischbestand dort ist einer der besten Norwegens. Allerdings wurde im Lauf der Zeit der Hafen zu klein. Er hielt der Modernisierung der Flotte nicht stand.

Die Schiffe konnten dort nicht mehr anlegen und so verließen Anfang der 1960er Jahre die Einwohner von Nyksund den Ort und zogen ins fünfzehn Kilometer entfernte Myre. Die alten, bunten Holzhäuser verfielen, Nyksund verwaiste.

Vor 15 Jahren verließen Monja Fischer und Ringo Haupt ihr Dorf Bobritzsch in Mittelsachsen und gingen nach Nyksund. Zusammen mit einer Gruppe junger Deutscher, von denen einige aus Sachsen kamen, siedelten sie sich in Nyksund an. Gemeinsam eröffneten sie ein Restaurant, ein Café, ein Hostel und "hauchten" dem Dorf neues Leben ein. Der "Königinnenwanderweg", der in Nyksund beginnt, zieht alljährlich viele Naturbegeisterte an.

Uwe Baumgärtel lebt mit seiner deutschen Lebensgefährtin Kathrin Berg auf den Vesterålen. Beide bewirtschaften eine Husky-Hundefarm. Die Musikerin Christina Schmeizel aus Ingolstadt schwärmt von dem ganz besonderen Licht und den Wolken am Polarkreis. Und Ssemjon Gerlitz aus Düsseldorf eröffnete in Nyksund eine Pension und ein kleines Lokal. Heute leben zwanzig Menschen das ganze Jahr über in Nyksund.

Zum Autor

Hannelore Hippe hat seit 1985 über 200 Hörfunk-Features geschrieben. Besonders bekannt ist sie durch ihre Dokumentationen, die in Irland, Großbritannien und Norwegen angesiedelt sind, ihre Wahlheimatländer. Darüber hinaus veröffentlichte sie zahlreiche Hörspiele, Beiträge in Print, TV und fünf Romane. Auf einem ihrer Romane basiert das Drehbuch des Spielfilms der deutschen Oscar-Nominierung 2013 "Zwei Leben". Ihr neuester Kriminalroman "Irisches Verhängnis", erschienen im April 2015, ist ein Bestseller.

"Deutsche Auswanderer nördlich des Polarkreises" im Überblick

Deutsche Auswanderer nördlich des Polarkreises

von Hannelore Hippe

Produktion: 2015

Sendezeit Mi, 23.12.2015 | 19:00 - 20:00 Uhr
Sendung radio3 "Feature"
Radiosendung