In "Nostalgia" erzählt André Kubiczek die Geschichte seiner Kindheit und frühen Jugend, die geprägt waren von Verlust und Trauer. Als er ein Teenager ist, erkrankt seine Mutter, die einst der Liebe wegen aus Laos in die DDR einwanderte, unheilbar an Krebs und stirbt. Wenig später ist auch sein kleiner Bruder tot. All die Jahre habe er das alles verdrängt und sich davor gedrückt, vom Sterben zu schreiben, sagt André Kubiczek.
Stattdessen entstand die autobiografisch beeinflusste Coming-of-AgeTrilogie rund um den Potsdamer René, angeführt von "Skizze eines Sommers". Romane voller Leichtigkeit, Musik, erster Liebe und der Tragikomik des Erwachsenwerdens. "Nostalgia" zu schreiben aber war für André Kubiczek wie Therapie: schonungslos ehrlich, schmerzhaft, aber befreiend. In dieser Episode nimmt der 1969 in Potsdam geborene Schriftsteller Nadine mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Er zeigt ihr, wo er aufgewachsen ist, sie spazieren zu Romanschauplätzen und Kindheitserinnerungen.
Der Autor
André Kubiczek ist für seine Romane mehrfach ausgezeichnet worden. "Skizze eines Sommers" (2016) war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt erschienen "Straße der Jugend" (2020) und "Der perfekte Kuss" (2022). Er lebt in Berlin.
Das Buch
"Nostalgia" ist im Rowohlt Verlag erschienen, hat 400 Seiten und kostet 25,00 Euro.
Buchempfehlungen dieser Folge
Nadine empfiehlt:
Franz Kafka: "Der Landarzt". Erzählungen. Illustriert von Kat Menschik. Illustrierte Lieblingsbücher Band 1, Neuauflage. Galiani Berlin. 112 Seiten, 22,00 Euro.
André empfiehlt:
Joseph Conrad: "Herz der Finsternis". Übersetzt und Hrsg. von Daniel Göske. Reclam Verlag. 166 Seiten. 10,00 Euro.
Podcast-Tipp
Die Entscheidung. Politik, die uns bis heute prägt
https://www.ardaudiothek.de/sendung/die-entscheidung-politik-die-uns-bis-heute-praegt/57448438
Kultur & Gesellschaft
Orte und Worte Folgen
Der Bücherpodcast vom rbb. Ein Buch, ein Ort, eine Begegnung: Wir sprechen mit Autorinnen und Autoren über ganz persönliche Themen, ihre aktuellen Bücher, das Schreiben und die kreative Arbeit. Unsere Hosts Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Stephan Ozsváth verabreden sich an Orten, die wichtig sind als Schauplatz oder zur Inspiration, mit dem Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg. Alle Tipps, Empfehlungen und Orte findet Ihr in den Beschreibungen und Shownotes der Podcast Folgen.
Folgen von Orte und Worte
99 Folgen
-
Folge vom 13.06.2024Mit André Kubiczek unterwegs in seiner Kindheit und Jugend in Potsdam
-
Folge vom 06.06.2024Mit Inga Machel “auf den Gleisen”Mario kommt aus der brandenburgischen Provinz, lebt aber in Berlin. Hier folgt er dem Junkie P. auf Schritt und Tritt. Ist es sein Vater, der sich doch eigentlich vor einen Zug geworfen hat? In präziser, raffinierter Sprache schildert Inga Machel Beziehungslosigkeit und Traumaverarbeitung. Dabei wird Berlin selbst nicht nur zur Kulisse für Menschen ganz unten, sondern zum Protagonisten. Wie in einer Schnitzeljagd bewegen sich Mario und P. durch die Stadt, mit der Autorin hat sich Stephan Ozsváth auf die “Gleise begeben”, mitten rein in den Berliner Nahverkehr – in Gerüche, Geräusche und Gerempel. Eine erste Fassung ihres Debütromans ging ihr verloren, erzählt sie, ihr Laptop wurde geklaut – ein Alptraum für jede/n Autor/in. Das Buch Auf den Gleisen, Rowohlt 2024, 160 Seiten, 22 Euro. Die Autorin Inga Machel (Jg.1986) lebt in Berlin. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Freie Autorin für den Rundfunk und Lektorin. Ausserdem Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ihre Erzählung “Lieber A” wurde mit dem New German Fiction Prize ausgezeichnet und ins Englische übersetzt. “Auf den Gleisen” ist ihr Debütroman. Er stand auf der SWR-Bestenliste und war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. Inga Machel empfiehlt: Denis Johnson: Jesus´Sohn. Rowohlt, 176 Seiten. Stephan empfiehlt: Jörg Hartmann: Der Lärm des Lebens. Rowohlt, 304 Seiten. Hör-Tipp: Arbeit, Hörspiel-Podcast nach dem Roman von Thorsten Nagelschmidt. https://www.ardaudiothek.de/sendung/arbeit/13217577
-
Folge vom 30.05.2024Mit Hans-Gerd Koch im Fotoalbum der KafkasAm 3. Juni vor 100 Jahren starb Franz Kafka. Wir wiederholen deshalb eine Episode aus dem März! Denn in Berlin kann man noch bis zum 7. Juli im Fotoalbum seiner Familie spazieren gehen: Der Kafka-Forscher und Autor Hans-Gerd Koch hat Originalfotos von Franz Kafka im Kreis seiner Verwandten zusammengestellt. Anne-Dore hatte das Glück, von ihm eine private Führung zu bekommen. Die beiden sprechen über Kafkas Verhältnis zu Vater, Mutter und Geschwistern, sie betrachten das vermutlich letzte Foto, das vom Schriftsteller aufgenommen wurde (im Kaufhaus Wertheim in Berlin), und Hans-Gerd Koch erzählt, warum auch er fast schon zur Familie Kafka gehört. Das Buch Das Begleitbuch mit Fotos und Texten von Frank Kafka ist zeitgleich im Wagenbach Verlag erschienen: Hans-Gerd Koch "Kafkas Familie. Ein Fotoalbum“, Wagenbach Verlag, 208 Seiten, etwa 200 Fotografien und Auszüge aus Briefen und Tagebüchern. Die Ausstellung Die Ausstellung "Das Fotoalbum der Familie Kafka" im Kulturwerk der Staatsbibliothek Unter den Linden ist bis zum 7. Juli verlängert worden, der Eintritt ist frei. https://stabi-kulturwerk.de/portfolio-item/kafka Der Autor Hans-Gerd Koch, Jahrgang 1954, ist Literatur- und Editionswissenschaftler. U.a. hat er die Briefbände und die Kritische Gesamtausgabe Franz Kafkas herausgegeben. Er ist Leiter des Karl Rauch Verlags und hat zahlreiche Bücher publiziert, u.a. "Als Kafka mir entgegenkam" und "Kafka in Berlin" (beides Wagenbach Verlag). Hör-Tipp: Zum 100. Todestag Franz Kafkas bringt Radio 3 seine unvollendeten Romane– gelesen von großen Stimmen wie Ulrich Matthes – in die ARD Audiothek. Zur hören sind "Das Schloss", "Der Verschollene" und ab 1. Juli auch "Der Prozess". https://www.ardaudiothek.de/sendung/kafka-der-verschollene/13420017 https://www.ardaudiothek.de/sendung/kafka-das-schloss/13259977
-
Folge vom 23.05.2024Mit Veronika Peters in den Hackeschen HöfenIn ihrem neuen Buch "Nackt war ich am schönsten" hat Veronika Peters eine Dada-Künstlerin zum Leben erweckt: Baroness Elsa von Freytag Loringhoven. Und nicht nur das: Sie hat sie einfach in unser Jahrhundert geholt, mitten in die nordhessische Provinz. Dort trifft sie auf Antonia, Mitte 40, die nach 20 Jahren zurückkehrt in ihr Heimatdorf und einiges aufzuarbeiten hat - begleitet von der wilden, scharfzüngigen Elsa. Anne-Dore und Veronika Peters treffen sich in den Hackeschen Höfen und unterhalten sich über die Freiheit der Phantasie, die Autonomie von Romanfiguren und darüber, wie viel die Dada-Künstlerin der Welt heute noch zu sagen hat. Das Buch Veronika Peters: "Nackt war ich am schönsten", Rowohlt Kindler, 320 Seiten, 24,00 Euro. Die Autorin Veronika Peters, geboren 1966, wurde gleich mit ihrem Debut bekannt: "Was in zwei Koffer passt. Leben im Kloster". Seit vielen Jahren lebt sie als freie Autorin in Berlin, zuletzt erschien "Das Herz von Paris". Der Ort Der erste der acht Hackeschen Höfe wurde von Elsa von Freytag Loringhovens erstem Mann, August Endell, gestaltet. www.hackesche-hoefe.de Veronika empfiehlt: Deborah Levy: "August Blau", aus dem Englischen von Marion Hertle, Aki Verlag 2023, 176 Seiten, 24,00 Euro. Anne-Dore empfiehlt: Gaea Schoeters: "Trophäe", aus dem Niederländischen von Lisa Mensing, Zsolnay 2024, 256 Seiten, 24,00 Euro. Gewinnen Sie ein signiertes Buch! Wer eine signierte Ausgabe von "Nackt war ich am schönsten" gewinnen möchte, sollte gut zuhören bei der aktuellen Folge von "Orte und Worte"! https://www.radiodrei.de/buch-gewinnen