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Sándor Ferenczi - Von den toten Zonen des Selbst
Er war Sigmund Freuds "Paladin und geheimer Großwesir", Spezialist für schwere Fälle und mit seinen behandlungstechnischen Experimenten auch Enfant terrible der Psychoanalyse. Sándor Ferenczi, der in Budapest lebte und arbeitete, gilt heute als Pionier der psychoanalytisch orientierten Traumatherapie.
Mit seiner These, dass das Trauma, speziell das Sexualtrauma als realer - nicht nur fantasierter - Vorfall in seiner krank machenden Wirkung nicht hoch genug veranschlagt werden könne, mit seiner Beschreibung der "ängstlichen Identifizierung" und der "Introjektion des Schuldgefühls" als seelische Mechanismen der Verinnerlichung von Taten und Tätern legte Ferenczi ein Fundament für das Verständnis und den Therapiekomplex, das heißt in und durch Beziehungen traumatisierter Menschen.
In der "Langen Nacht" geht es um den Vater und die Mutter in der Psychoanalyse, um die Seelenspuren von Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung und um Wege der Therapie.
Eine Lange Nacht über Sándor Ferenczi und die Traumatherapie im Überblick
| Sendezeit | Sa, 30.10.2010 | 23:05 - 02:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Lange Nacht" |
