Schuld und Sühne - sind wir zu hundert Prozent verantwortlich für unser Handeln?
Schuld und Sühne - sind wir zu hundert Prozent verantwortlich für unser Handeln? © Martin Walls / freeimages.com

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Schuld und Sühne - Nach dem Ende der Verantwortung

Jemand macht einen Fehler, den er sich niemals verzeihen kann und fragt sich sein ganzes Leben lang: Warum habe ich das getan? Sind wir - als komplett mündige Wesen, die zum selbstständigen Denken fähig sind - vielleicht doch gar nicht für alles verantwortlich was wir tun? Ein Essay zum Thema.

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Der Mensch ist ein freies Wesen. Er ist Urheber seiner Handlungen und deshalb für diese auch verantwortlich.

Als mündiges Subjekt ist er schuldfähig: Er muss einstehen für das, was er getan hat.

Diese verbreitete Ansicht ist seit geraumer Zeit ins Wanken geraten. Je mehr die moderne Wissenschaft den Menschen als ein durch Gene, Umwelt, das Unbewusste und Hirnfunktionen bedingtes und bestimmtes Wesen erkennt, desto fragwürdiger wird die These, dass der Mensch für all sein Tun verantwortlich sei.

Und auch wenn wir bereit sind, Verantwortung zu tragen oder zu übernehmen, fragt es sich in einer komplexen Gesellschaft, in der fast niemand mehr die Folgen seines Tuns überblickt, wer letztlich für menschengemachte Ereignisse und Katastrophen, die viele betreffen, die Verantwortung trägt.

Wie steht es unter diesen Bedingungen um die Freiheit des Menschen, seine Verantwortung für andere und seine Selbstverantwortung, und was bedeutet es, angesichts einer zunehmenden Verantwortungslosigkeit noch nach Schuld und nach Sühne zu fragen?

Konrad Paul Liessmann, Professor für Philosophie an der Universität Wien, Autor zahlreicher Bücher und Wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech eröffnete mit diesem Essay das 18. Philosophicum, das heute zu Ende geht.

Nach dem Ende der Verantwortung im Überblick

Sendezeit So, 21.09.2014 | 09:30 - 10:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Essay und Diskurs"
Radiosendung