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Seher, Provokateur, Pessimist - Der Schriftsteller Michel Houellebecq und sein verstörendes Werk
Michel Houellebecq ist wohl am ehesten für sein Werk "Elementarteilchen" bekannt - dennoch weiß fast jedes Werk des Franzosen zu provozieren und sich in den Diskurs zu drängen. So auch "Unterwerfung" - hier setzt sich der Autor kritisch mit der Rolle des Islam auseinander. Ein Porträt des Autors.
Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist einer der umstrittensten Autoren der Gegenwart. Nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland ist der exzentrische Autor ein literarischer Superstar.
Sein neuer Roman "Unterwerfung" ("Soumission") wird seit seinem Erscheinen Anfang des Jahres mit Leidenschaft diskutiert. "Soumission" ist eine literarische Fiktion über eine Radikalisierung der französischen Gesellschaft. Eine stärkere Beteiligung auch muslimischer Kräfte an der Politik als Alternative zu einer Machtübernahme durch den rechtsextremen Front National ist die Folge.
Der Roman hat - besonders nach den Anschlägen von Paris - die Debatte über den Einfluss des Islam in Westeuropa befeuert. Houellebecqs lakonisch-bissige Art zu schreiben, sein gnadenlos analytischer und gleichzeitig prophetischer Blick auf die Gegenwart - das ist auch in seinen früheren Werken, in "Elementarteilchen" oder "Plattform", oft umwerfend komisch und gleichzeitig verstörend.
Er trifft einen Nerv, eine (End-)Zeitstimmung. Seine traurigen Helden sind einsame Melancholiker, die am Konsum und der Sinnlosigkeit des Daseins zu ersticken drohen.
"Der Schriftsteller Michel Houellebecq und sein verstörendes Werk" im Überblick
Der Schriftsteller Michel Houellebecq und sein verstörendes Werk
von Dirk Fuhrig
| Sendezeit | Fr, 22.05.2015 | 19:30 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Literatur" |