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Sex in Russland - Zwischen Prüderie und Porno
2013 unterzeichnete Russlands Präsident Putin ein besonders im Westen umstrittenes Gesetzt, das "Homosexuellen-Propaganda" im Beisein von Kindern unter Strafe stellt. Nach Zusammenbruch der UdSSR steuerte Russland auf (hetero-)sexuelle Freizügigkeit zu, jetzt ist es auf dem Rückweg zur Prüderie.
In russischen Schulen gibt es so gut wie keine Sexualaufklärung. Im dritten Jahrtausend ist Russland auf dem Weg zurück zur Prüderie der Sowjetunion.
Offiziell gab es zu sozialistischen Zeiten weder Prostitution noch Pornografie noch Sexshops. Dann zerbrach die UdSSR, und die Menschen wurden offener. Überall entstanden Stripclubs, Prostituierte warteten sogar vor der Geheimdienstzentrale Lubjanka auf ihre Freier, und Mafiosi ließen sich mit nackten Mädchen in Pools ablichten. Sex war etwas zum Protzen und aufgebrezelte Russinnen wurden für viele Männer in ganz Europa ein Inbegriff der Erotik.
Heute wird der "moralische Zerfall" in Russland gestoppt - vom Staat. Sex wird aus der Öffentlichkeit verdrängt, Menschen, die nicht streng heterosexuell und monogam orientiert leben, sind dem Staat suspekt, gelten als krank, pervers oder zumindest als Bedrohung der wiedererlangten Ordnung.
Das Putin-System propagiert Kinderreichtum in heterosexuellen Musterfamilien - unterstützt von Gesetzen, die eng mit der Kirche abgestimmt sind.
"Sex in Russland" im Überblick
Sex in Russland
von Thomas Franke
Produktion: 2014
| Sendezeit | So, 04.05.2014 | 20:05 - 21:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Freistil" |