Krieg verändert das ganze Leben. Augenblicklich verändert er die Wahrnehmung, er schärft das Bewusstsein, denn das Leben wird plötzlich durch die existenzielle Ausgesetztheit zu einem Balanceakt. Alle Veränderungen betreffen natürlich auch die Sprache. Die Rhetorik verschärft sich in Zeiten des Krieges. Sprache wird zum Mittel politischer Aufstachelung und Diffamierung, aber in Sprache formiert sich auch Widerstandsgeist. In der Ukraine steht die Sprache zudem unter direkter Attacke. Christine Hamel hat mit dem Dichter, Literaturkritiker und Übersetzer Ostap Slyvynsky über Wörter im Krieg gesprochen.
Kultur & Gesellschaft
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Sozusagen! Für alle Liebhaber, nicht für Rechthaber der deutschen Sprache. Mit Gesprächen, Glossen, Kommentaren über neue und alte Phänomene unserer Sprache.
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Folge vom 31.07.2025Sprache in Bombennächten
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Folge vom 24.07.2025Was können wir von Vögeln über Sprache lernen, Onur Güntürkün?Tauben, Delfine und Krokodile: Der Hirnforscher Onur Güntürkün ist der Entstehung des menschlichen Denkens auf der Spur und forscht dabei nicht nur am Menschen. Bei Versuchen mit Tauben fand er unter anderem heraus, dass sie in der Lage sind, englische Vokabeln zu lernen und dabei ähnliche Strategien nutzen wie Grundschulkinder. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus den USA zeigen zudem: Auch das Gehirn von Wellensittichen erzeugt bei der Lauterzeugung Muster, die denen des Menschen sehr ähnlich sind. Hat die Hirnforschung jahrzehntelang auf die falschen Hirne geschaut, wenn es um die Entstehung von Sprache ging? Und was können wir von Vögeln über die menschliche Sprache lernen?
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Folge vom 17.07.2025„Aktivistisch“: Wie ein Wort zum Kampfbegriff wirdEine "woke Aktivistin" sei sie und daher ungeeignet für das Amt einer Verfassungsrichterin. Das wurde Frauke Brosius-Gersdorf in den letzten Tagen oft vorgeworfen. Das ist falsch, diskurslinguistisch allerdings interessant. Im Gespräch erläutert Prof. Kersten Roth die politischen Implikationen der Aktivismus-Schelte - und: Wieso sich der Vorwurf gegen Brosius-Gersdorf letztlich gegen den wissenschaftlichen Diskurs als solchen richtet.
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Folge vom 09.07.2025Schlüssel zum alten Ägypten: Der "Stein von Rosetta"Alte Rätsel lösen, geheimnisvolle Schriften entziffern: Gibt es was Spannenderes? Um das Jahr 1800 wollten Europas Wissenschaftler die ägyptische Bilderschrift entschlüsseln, die Hieroglyphen. Damit kamen sie aber erst weiter, als ihnen der "Stein von Rosetta" in die Hände fiel. In dieses damals etwa 2000 Jahre alte Fragment einer Stele waren drei Textblöcke gemeißelt - in Hieroglyphen, in Altgriechisch und in einer damals noch unbekannten Schrift. Altgriechisch immerhin konnten die Wissenschaftler. In den anderen zwei Texten vermuteten sie den gleichen Inhalt - und so half ihnen dieser legendäre Stein, das Rätsel der Hieroglyphen endlich zu lösen.