
Hörspiel
Stories of oceanic life | Teil 1 von 2
Teil 1/2 | Eliki Reade, Mere Nailatikau und Amer Kanngieser sprachen zahlreiche Jahre lang immer wieder mit den Gemeinschaftsältesten, die auf den pazifischen Inseln leben. In "Listening across fault lines" geht es darum, den Menschen zuzuhören, denen lange Zeit lang niemand zuhören wollte.
Wie wichtig ist das "Zuhören" für Gemeinschaften, die an einem Ort leben, an dem noch immer spürbar ist, dass er einmal von Europa kolonialisiert wurde und der von der Klimakrise bedroht ist? In dieser Klangkunstserie kann man verschiedenen Interviews lauschen, die auf den pazifischen Inseln stattfanden.
Das Hören und das Zuhören sind im Pazifik wichtige Kulturtechniken, die das Überleben sichern, da sie Ökosysteme und Gemeinschaften verbinden. Amer Kanngieser, Eliki Reade und Mere Nailatikau sprachen jahrelang immer wieder auf den pazifischen Inseln mit den Ältesten der verschiedenen Gemeinschaften über die Bedeutung des Hörens.
Bei Ältesten handelt es sich um Mitglieder der Gemeinschaft, die aufgrund ihrer Erfahrung und ihrem kulturellen Wissen hochgeschätzt werden. Ein Ältester kann Stammesführer, Gelehrter, Heilkundiger, Weber, Fischer oder Bauer sein. Es ist aber immer ein Mensch, zu dem die Gemeinschaft für Ratschläge geht.
Menschen, die von den Duke of York Islands, die sich in Papua-Neuguinea befinden, Fidschi und Kiribati kommen, bekommen in dem Feature "Listening Across Fault Lines" eine Stimme. Eine davon ist Unaisi Nabobo-Baba: Sie ist die erste indigene Frau, die von Fidschi kommt, die Universitätsprofessorin wurde.
Fidschi, Kiribati und Papua-Neuguinea befinden sich zwischen Hawaii und Australien. Europa kolonialisierte diese Inseln in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnten die Inseln ihre Unabhängigkeit zurückgewinnen. Von 1885 bis 1914 waren die Duke of York Islands von Deutschland kolonialisiert worden und gehörten zum Bismarck-Archipel. Noch immer spürt man heutzutage in der internationalen Klimapolitik die postkolonial bedingten Unterschiede zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden. Die Verantwortung, die die früheren Kolonialmächte gegenüber der Klimakrise haben, ist extrem hoch, da sie wahnsinnig viele Emissionen ausstoßen. Regionen, die früher einmal kolonialisiert waren, hingegen leiden besonders stark unter der Klimakrise. Kiribati betrifft das beispielsweise, da die Republik nur knapp über dem Meeresspiegel liegt.
In dem Feature geht es darum, wie Zuhören und Hören bei den Gemeinschaften kulturell umgesetzt werden und wie dieses Wissen weitergegeben wird. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Miteinander der Menschen und wie sie nicht nur aufeinander, sondern auch auf die Umgebung achten. Was haben sie in Klimakrisenzeiten zu sagen? Und was können wir davon mitnehmen?
"Listening across fault lines" im Überblick
Listening across fault lines
von AM Kanngieser, Mere Nailatikau und Eliki Reade
Produktion: 2023
| Sendezeit | Do, 15.06.2023 | 22:03 - 23:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Freispiel" |