Zum Internationalen Tag des Faktenchecks am 2. April rückt die Bedeutung von Wachsamkeit im Internet und der Kampf gegen Fehlinformationen sowie extremistische Einflussnahme in den Fokus. Ziel des Aktionstags ist es, auf die wachsenden Gefahren durch Desinformation aufmerksam zu machen.
Pascal Siggelkow, Leiter des ARD-Faktenfinders, beschreibt die Arbeit seines Teams im Interview bei SWR Kultur am Morgen als ein „Katz-und-Maus-Spiel“. Besonders in aktuellen Krisen- und Breaking-News-Lagen – etwa derzeit im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran – sei die Herausforderung groß. Häufig könnten nur wenige Journalistinnen und Journalisten direkt vor Ort berichten. Stattdessen verbreiten sich Bilder und Videos rasch über soziale Netzwerke.
Siggelkow erklärt: „Viele Inhalte, die dort kursieren, stammen in Wirklichkeit aus anderen Kontexten, etwa aus Syrien oder dem Gaza-Krieg.“ Die Aufgabe der Faktenchecker bestehe darin, verlässliche von irreführenden Informationen zu trennen und einen Überblick über die tatsächliche Lage zu schaffen.
KI als besondere Herausforderung
Eine zunehmende Schwierigkeit stellt der starke Anstieg KI-generierter Inhalte dar. „Wir sehen, dass viele Inhalte in sozialen Netzwerken in Wahrheit künstlich erzeugt sind, ohne dass dies klar gekennzeichnet ist“, so Siggelkow. Zwar teste das Team bereits Programme zur schnelleren Erkennung solcher Inhalte, doch diese Technologien befänden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium.
Sensibilität für Desinformation stärken
Angesichts der enormen Datenmenge im Netz ist eine vollständige Überprüfung aller Inhalte nicht möglich. Das Team könne daher nur einen Teil der kursierenden Falschinformationen aufdecken. Umso wichtiger sei es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und aufzuklären.
Siggelkow betont: „Es ist entscheidend, dass Nutzerinnen und Nutzer selbst aktiv werden, sich informieren und sich der Existenz von Desinformation bewusst sind. Gerade in sozialen Netzwerken sollte man Inhalte stets kritisch hinterfragen.“
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Folge vom 02.04.2026ARD-Faktenfinder Pascal Siggelkow: Faktencheck gleicht oft einem „Katz-und-Maus-Spiel“
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Folge vom 02.04.2026„Die hermetische Garage“ von Moebius – Klassiker des Science-Fiction-ComicsDer französische Comicmeister Jean Giraud ist unter seinem Pseudonym Moebius bekannt geworden. Mit Comicserien wie „Der Incal“ oder „Die Sternenwanderer“ hat er das gesamte Science-Fiction-Genre, nicht nur im Comic, sondern auch im Kino beeinflusst. Seine Serie „Die hermetische Garage“ ist ein verspielt-verrückter Comic-Ritt, ganz im psychedelischen Geist der 1970er-Jahre. Auch hier zeigt sich, wie genial die Zeichnungen von Moebius sind, wenn sie den fantastischen Raum zwischen den Figuren so bedeutsam machen, wie die Figuren selbst und uns in Welten hinziehen, die surrealer nicht sein könnten. Eine Story aus dem Zyklus „Die hermetische Garage“ ist erst in den 2000er Jahren erschienen. Zum ersten Mal kann man sie nun auf Deutsch lesen.
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Folge vom 01.04.2026Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen: „Revolution der Frauen“ von Sophia Boddenberg | BuchkritikIn ihrem Band "Revolution der Frauen. Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen" beschreibt Sophie Boddenberg das Entstehen der feministischen Massenbewegung auf dem Subkontinent und ihre vielfältigen Formen des Widerstands gegen die Frauen bedrohende Gewalt.
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Folge vom 01.04.2026Dichten mit Künstlicher Intelligenz - die amerikanische Künstlerin Sasha Stiles präsentiert „A Living Poem“Die amerikanische Lyrikerin und Sprachkünstlerin Sasha Stiles schreibt ihre Texte gemeinsam mit Künstlicher Intelligenz und erforscht, wie sich Sprache dadurch verändert. In ihrer Kunstinstallation „A Living Poem“ wird ein Gedicht von der KI ständig weitergeschrieben und verändert. Zu erleben ist das sowohl visuell auf einer riesigen LED-Wand als auch akustisch durch ihre KI-trainierte Stimme. Bis vor kurzem war die Kunstinstallation noch im New Yorker MoMA (Museum of Modern Art) zu sehen, jetzt kann man sie im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe erleben.