„Chronik der laufenden Entgleisungen“. Tagebuchartig dokumentiert der Dramatiker Thomas Köck ein Jahr lang den Rechtsruck in Österreich. Wie nationalistisches und rechtsradikales Denken sich verbreitet, mit welcher Sprache und welchen Symbolen dies geschieht – wenn zum Beispiel auf Wahlkampfveranstaltungen Messer gewetzt und Journalisten in den Schwitzkasten genommen werden.
Bekannt wurde Thomas Köck mit seiner zwischen 2014 und 2016 verfassten „Klimatrilogie“. Er ist einer der wenigen Gegenwartsdramatiker, dessen Stücke international nachgespielt werden, 2025 beim „Heidelberger Stückemarkt“.
Kultur & Gesellschaft
SWR2 Zeitgenossen Folgen
Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
Folgen von SWR2 Zeitgenossen
114 Folgen
-
Folge vom 30.04.2025Thomas Köck: „Der Plan von Rechtsextremen ist, das System auszuknipsen“
-
Folge vom 26.04.2025Holger Schultze: „Theater kann ein Korrektiv der Gesellschaft sein“Theater setzt Themen, ja. Beschreibt und kritisiert Gegenwart, auch klar. Oft durch Uraufführungen. Aber welches Stück wird nachgespielt und beweist dadurch seine Relevanz? Holger Schultze, Intendant des Theaters Heidelberg, gründete schon als Theaterleiter in Osnabrück „Spieltriebe 2“, ein Festival für Stücke, die zum zweiten Mal aufgeführt wurden. Wie man Gegenwartsdramatik fördert, praktiziert er seit 2011 beim „Heidelberger Stückemarkt“, mit einem Autor*innen-Wettbewerb, Gastspielen und Gastland. Insgesamt mit einer Theater-Avantgarde. 2025 / 26 wird seine letzte Spielzeit sein.
-
Folge vom 21.04.2025Shi Heng Yi: „Lerne zu genießen, was ist – nicht, was sein könnte“„Meistere Dein Leben“. Mit Shi Heng Yi kann das gelingen. Zumindest hat der Leiter des Shaolin Temple Europe, eines buddhistischen Klosters bei Kaiserslautern, eine Anleitung dafür geschrieben. Er praktiziert die Kampfkunst der Shaolin-Mönche, hält weltweit Vorträge und lehrt Manager Gelassenheit. Zum Kung Fu ist er im Alter von vier Jahren gekommen. Heute unterrichtet er andere darin, über die Beherrschung des Körpers den Geist zu kontrollieren. Er ist überzeugt: Wer zur Freiheit will, sollte sich mit Beschränkungen beschäftigen. Seine YouTube-Videos werden millionenfach aufgerufen.
-
Folge vom 19.04.2025Franzobel: „Ich fühle mich zu den Scheiternden hingezogen“ | Gespräch„Diese Zerrissenheit hat mich interessiert – diese Problematik der Migration, des Heimatlosen“, sagt der österreichische Schriftsteller Franzobel. In seinem neuen Roman „Hundert Wörter für Schnee“ erzählt er eine Geschichte, die sich heute so ähnlich ereignen kann: Ein weißer US-Amerikaner will den Nordpol entdecken und praktiziert „America First“. Er verhält sich in Grönland wie ein Kolonialherr, benutzt Inuit für sein Projekt und verschleppt sie anschließend in die USA – wo sie all das erfahren, was rassifizierte Migranten dort heute wieder erleiden. Und niemand will verantwortlich sein. Das Gespräch führte Jürgen Deppe.