Allen Ginsberg und andere Dichter der Beat Generation schufen mit der Rhythmisierung ihrer Texte ein fast schon eigenes musikalisches Genre
Allen Ginsberg und andere Dichter der Beat Generation schufen mit der Rhythmisierung ihrer Texte ein fast schon eigenes musikalisches Genre © Ludwig Urning / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kultur & GesellschaftBunt gemischt

Von hinten, wie von vorne A-N-N-A: Literaturvertonungen im Pop

Was haben Dada-Künstler Kurt Schwitters und die HipHop-Formation Freundeskreis gemeinsam? Der Hannoveraner lieferte der Band mit seinem Gedicht "An Anna Blume" die Vorlage für einen Song. Zwischen Literatur und Popmusik ist es ein Geben und Nehmen. Und manche Literatur ist selbst schon Pop.

Die Inspiration geht in beide Richtungen: Literatur, die in der Popmusik eine Rolle spielt - und Pop, der sich literarische Texte zur Vorlage nimmt.

Der Pop knüpft an die lange, klassische Gedichtvertonung an. Er bedient sich dabei aber aus einem Fundus, der eher am Rande des bürgerlichen Kulturguts ansiedelt ist. Klassisch wie auch immer noch rebellisch zeitgemäß sind etwa die Texte des französischen Dichters Arthur Rimbaud, die Hector Zazou vertonte.

Näher am literarisch gesegneten Zeitlichen finden wir Texte von William S. Burroughs - eingebunden in ein fast schon eigenes Genre der Musikalisierung von Texten amerikanischer Beat-Autoren wie etwa Allen Ginsberg oder Jack Kerouac.

Aus dem Spiel mit literarischem Material wird eine musikalische Form der Selbstpositionierung: ein Kontext, in den man sich gestellt sehen möchte. Ästhetische oder ideologische Wahlverwandtschaften werden hergestellt, Sprachexperimente - etwa von Hugo Ball - im Sinne des Pop neu rhythmisiert oder als Zitat eines Kurt Schwitters in einen Song eingebaut.

Die Vertonung ist mehr als nur eine Anspielung. Sie dient auch dazu, ein Netz von kulturellen Bezügen herzustellen.

Literaturvertonungen im Pop im Überblick

Sendezeit So, 17.11.2013 | 20:00 - 21:00 Uhr
Sendung SWR Kultur "Musikpassagen"
Radiosendung