
HörspielLesung
Wälsungenblut von Thomas Mann | Teil 1 von 4
Teil 1/4 | Thomas Manns Novelle "Wälsungenblut" bietet eine meisterhafte satirische Auseinandersetzung mit Richard Wagners "Walküre" und dem Verehrerkreis um Wagner im Deutschen Reich.
Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Siegmund und Sieglinde Aarenhold, die aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammen. Sie zeigen auffällig hohe Ansprüche, kleiden sich auffällig und treten stets gemeinsam auf, obwohl Sieglinde mit einem protestantischen Beamten namens von Beckerath verlobt ist. Am Vorabend ihrer Hochzeit besuchen die beiden alleine die Oper "Walküre" und landen, ähnlich den göttlichen Kinderfiguren in Wagners Werk, anschließend auf einem heimischen Bärenfell.
Diese Geschichte wurde 1905 verfasst, jedoch erst 1921 publiziert, vermutlich hauptsächlich aus persönlichen Rücksichten: Thomas Mann hatte kürzlich Katia Pringsheim geheiratet und wollte dem Klatsch vorbeugen, dass er seine eigene Frau und ihre Familie in dieser Novelle porträtiert habe. Zudem hatte Katia ebenfalls einen Zwillingsbruder namens Klaus. Dennoch wird weiterhin diskutiert, ob Mann aus familiärer Rücksicht oder aus einer anderen Befürchtung, nämlich dass ihm seine parodistische Darstellung als antisemitisch ausgelegt werden könnte, zögerte. Trotz aller Diskussionen zählt der Thomas-Mann-Enthusiast Marcel Reich-Ranicki "Wälsungenblut" zu den herausragenden Arbeiten des Autors und hat es 2010 in seinen Literaturkanon integriert.
"Wälsungenblut von Thomas Mann" im Überblick
Wälsungenblut von Thomas Mann
von Thomas Mann
Mit Ulrich Noethen
Produktion: 2010
| Sendezeit | Di, 03.06.2025 | 09:30 - 10:00 Uhr |
| Sendung | hr2-kultur "Lesung" |