Mit dem Missionsbefehl am Ende des Matthäus-Evangeliums erteilt der auferstandene Jesus seinen Jüngern den Auftrag, zu den Völkern der Erde zu gehen und diese den Glauben zu lehren. Dadurch steht das Christentum von Anfang an unter einer methodischen Spannung, denn einerseits lässt die „Lehre“ das Christentum zur Bildungsreligion werden, andererseits sprengt der „Glaube“ die Exklusivität einer Religion der Gebildeten. So erzählt die Entwicklung des Christentums stets auch die Geschichte des Umgangs mit der Spannung zwischen Glauben und Wissen: die Geschichte der religiösen Bildung.
Mit unserer diesjährigen Kooperationsveranstaltung mit Welt und Umwelt der Bibel wollen wir diese Geschichte nacherzählen und nachvollziehen. Über drei Tage verteilt nehmen wir dabei aber nicht nur das heranwachsende junge Christentum in den Blick, sondern bahnen uns von der arabischen Gelehrtentradition der Jahrtausendwende über das Mittelalter Meister Eckharts einen Weg mitten ins Herz der europäischen Aufklärung, wo sich der Streit um die rechte Vereinbarkeit von Wissen und Glauben am Phänomen der Kunst neu entzündet. Doch wie verhält sich dazu etwa der Künstler Thomas Mann, der religiöse Bildung mit ironischer Distanz verknüpft? Und wie steht es um uns selbst? Haben wir wir heute verlernt, den Glauben zu lehren? Unsere Tagung will die Antwort geben.
Dr. Dirk Heißerer ist Vorsitzender des Thomas Mann Forums München e. V.
Der vollständige Titel seines Vortrags lautet: „Was ist das?“ oder von „Gottes Gemütsart“ – Religiöse Bildung in den Romanen Thomas Manns. Er referierte zum Thema 'Thomas Mann über religiöse Bildung' im Rahmen der Veranstaltung „Was ist religiöse Bildung?“, 20.10. - 22.10.2022, in der Katholischen Akademie in Bayern.
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Dokumentierte Vielfalt hören von Veranstaltungen der Katholischen Akademie in Bayern. Referate, Diskussionen und Gespräche zu Themen, die Kirche und Gesellschaft interessieren: Expertinnen und Experten haben das Wort.
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Folge vom 10.09.2024Dirk Heißerer: Thomas Mann über religiöse Bildung
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Folge vom 10.09.2024Podiumsdiskussion zum Thema 'Pilgern tut gut'Der Podcast dokumentiert die Podiumsdiskussion "Pilgern tut gut" und gibt einige Statements von Pilgerinnen und Pilgern wieder. Die Jahrestagung der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft dreht sich um die immanente und dynamische Verbindung von Pilgern mit Heil und Heilung. Die immer aktuelle Frage, warum Pilgern guttut, steht dahinter. Unterschiedliche Zugänge zu diesen zentralen Aspekten des Pilgerns sollen hier vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden: Von der Philosophie über Theologie, Medizin und Psychologie bis zur Geschichte. Dabei spielen die kulturhistorischen Vorträge eine verbindende Rolle. Hier geht es um Pilgerliturgie und Wunderberichte, Heilungserfahrungen und Ablässe, Heilige Jahre, heilige Orte und geistiges Pilgern. Bei der Veranstaltung im Kloster Benediktbeuern (23.-26.9.2021) waren die Diskutanten auf dem Podium: Dr. Sabrina Han, Köln, Michael Kaminski, München, Prof. Dr. Wilhelm Schmid, Berlin, Wolfgang M. Schneller, Oberdischingen, Sabrina Späth M.A., Nürnberg. Die Moderation übernahm Barbara Massion.
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Folge vom 10.09.2024Markus May: 250 Jahre NovalisAm 2. Mai 2022 jährte sich der Geburtstag des Dichters Novalis zum 250. Mal. Seine Hymnen an die Nacht und Geistlichen Lieder markieren nicht nur einen Höhepunkt religiöser Dichtung der Frühromantik, sie sind auch Ausdruck einer Sehnsucht nach Erfüllung in der Transzendenz. Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Markus May und Lyrikerin Nora Gomringer versuchen, dem Geheimnis Friedrich von Hardenbergs auf die Schliche zu kommen. Prof. Dr. Markus May referierte am 2.5.2022 in der Katholischen Akademie in Bayern.
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Folge vom 10.09.2024Herfried Münkler: Der Wandel der Weltordnung und die Folgen für EuropaDer russische Angriff auf die Ukraine hat die vor allem in Deutschland erhoffte regelbasierte, wertegestützte und normgetriebene Weltordnung in weite Ferne gerückt. Von einem institutionalisierten Vertrauen, das durch wechselseitige wirtschaftliche Abhängigkeit gestützt wurde, haben wir uns in ein generalisiertes Misstrauen hineinbewegt, das durch verstärkte Aufwendungen für militärische Fähigkeiten getragen ist. Aber der 24. Februar dieses Jahres ist nicht das einzige Ereignis, das die Vorstellungen von einer friedlichen Weltordnung beschädigt hat. Die Bilder vom Flughafen in Kabul beim Rückzug der westlichen Streitkräfte stehen für die Absage an die Bereitschaft des Westens, seinen Vorstellungen von Menschenrechten globale Geltung zu verschaffen. Der Westen hat die afghanischen Frauen ihrem Schicksal überlassen. Er zieht sich in seine eigene Hemisphäre zurück, während sich China überwiegend mit wirtschaftlicher Macht und Russland mit militärischer Gewalt neue Einflusssphären verschaffen. Die Weltordnung, die im Entstehen begriffen ist, wird eine der großen Mächte mitsamt ihrer Einflusssphären und Peripherien sein. Was aber heißt das für die EU und Europa? Dieser zentralen Fragestellung wollen wir uns am Abend des 12. Septembers widmen. Der Berliner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler wird uns dabei aber nicht nur die vielschichtigen Hintergründe zur aktuellen Lage erläutern, sondern auch die großen Herausforderungen benennen, vor welchen Europa und damit wir alle gemeinsam stehen. Denn die Bewertung der weltpolitischen Lage berührt auch die Frage, wie wir in Zukunft eigentlich leben wollen. Oder sollten wir besser fragen: Wie wir noch leben können? Prof. Dr. Herfried Münkler ist Prof. em. für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Titel seines Vortrags lautet: "Nach dem Ukrainekrieg: Der Wandel der Weltordnung und die Folgen für Europa". Er sprach am 12.9.2022 in der Katholischen Akademie in Bayern.