Wohl kein Dichter hat die Poesie des 20. Jahrhunderts mehr geprägt als Rainer Maria Rilke. Der Germanist Manfred Koch legt zu dessen 150. Geburtstag eine augenöffnende Biografie vor. Er nähert sich Rilke über den Roman „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“.
Von der Erfahrung der Großstadt aus und ihren Abgründen, vor allem aber der Begegnung mit dem Bildhauer Auguste Rodin erschließt Koch die bekannten Gedichte „Der Panther“ und „Archaischer Torso Apollos“. Rilke überträgt das Handwerk des bildenden Künstlers Rodin auf die Lyrik: So schafft er Kunst-Dinge, tötet ihre bloße Materialität, bevor er sie mit einer neuen Perspektive zum Leben erweckt. Sie bekommen dadurch Offenbarungscharakter.
Literatur wurde für Rilke zur „Selbstheilung der Seele“. Eine Psychoanalyse lehnte er ab, weil er mit der „Austreibung der Teufel“ auch eine Beschädigung seiner „Engel“ fürchtete.
Koch gelingt mit seiner Biografie ein neuer Blick auf Leben und Werk von Rainer Maria Rilke. Über seine wichtigsten Entdeckungen wird er an diesem Abend im Gespräch mit Erich Garhammer berichten.
Das Gespräch zum Thema "Literatur als Therapie" von Erich Garhammer mit Manfred Koch fand am 4.12.2025 in der Katholischen Akademie in Bayern statt
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Dokumentierte Vielfalt hören von Veranstaltungen der Katholischen Akademie in Bayern. Referate, Diskussionen und Gespräche zu Themen, die Kirche und Gesellschaft interessieren: Expertinnen und Experten haben das Wort.
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Folge vom 29.04.2026Gespräch zum Thema 'Literatur als Therapie' - Erich Garhammer trifft Rilke-Biograf Manfred Koch
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Folge vom 28.04.2026Gespräch zum Thema 'Kann KI moralisch sein? Ethik in unsicheren Zeiten'Künstliche Intelligenz beschäftigt wie kein zweites Thema die aktuellen gesellschaftlichen Diskurse. Die Frage „Was kann KI?“ ist dabei eng verbunden mit der Frage „Was darf KI?“. In besonderer Weise sieht sich die Ethik hierbei herausgefordert, wenn es darum geht, die Möglichkeiten dieser faszinierenden und zukunftsweisenden Technik kritisch anzufragen. Dabei stellt sich nicht zuletzt die Frage „Kann KI moralisch sein?“. Im Rahmen des Akademiegesprächs soll KI unter ethischen Gesichtspunkten in den Blick genommen werden. Hierzu konnte Frau Prof. Dr. Petra Grimm als Referentin gewonnen werden. Sie ist die Leiterin des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien in Stuttgart und forscht seit vielen Jahren im Feld der Medienethik und der Ethik der Digitalisierung. Mit ihren Büchern und Vorträgen ist sie gleichermaßen im akademischen Fachdiskurs wie auch in der breiten öffentlichen Debatte als eine führende Stimme bei Fragen der Ethik von Künstlicher Intelligenz präsent. Auf dem Podium diskutieren: Prof. Dr. Petra Grimm, Prof. Dr. Bernhard Koch und Mandy Balthasar (M.A., M.Sc.), beide Wiss. Mitarbeitende des Instituts für Wehrmedizinische Ethik der Bundeswehr, Sanitätsakademie der Bundeswehr München Moderation: Dr. Dr. Dirk Fischer, Leiter des Instituts für Wehrmedizinische Ethik der Bundeswehr, Sanitätsakademie der Bundeswehr München. Das Gespräch zum Thema 'Kann KI moralisch sein? Ethik in unsicheren Zeiten' fand am 21.10.2025 in der Katholischen Akademie in Bayern statt.
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Folge vom 25.04.2026Gespräch zum Thema 'Die „Renaissance“ der Gotik - Kathedral-Bau als Konstruktion von Geschichte'Prof. Dr. Hans-Christoph Dittscheid, Prof. Dr. Hiltrud Kier, Prof. Dr. Barbara Schock-Werner und Dr. Nathalie-Josephine von Möllendorff vertieften im Nachgang zu ihren Vorträgen das Thema Kathedral-Bau im 19. Jahrhundert. Die drei Expertinnen und der Experten diskutierten, moderiert von Akademiedirektor Dr. Achim Budde, im Regensburger "Herzogshof". Der Studientag fand in Zusammenarbeit mit der KEB im Bistum Regensburg und dem Akademischen Forum Albertus Magnus unter dem Titel: "Die „Renaissance“ der Gotik - Kathedral-Bau im 19. und 21. Jahrhundert als Konstruktion von Geschichte und Identität" am 22.11.2025 statt. Die mächtigen gotischen Kathedralen gelten als Erben unserer mittelalterlichen Vergangenheit. Sie prägen auch heute noch architektonisch viele Städte und bestimmen die Skyline, tauchen prominent auf Werbefotos auf. Doch oft sind diese Kirchen in ihrer jetzigen Gestalt erst im 19. Jahrhundert entstanden, und nicht nur baulich, sondern auch gedanklich und in ihrer Aussagekraft so konstruiert, wie sie sich heute zeigen. In der Veranstaltung blickten wir auf den gotischen Regensburger Dom, der seine Grundsteinlegung vor 750 Jahren feierte, der aber im 19. Jahrhundert neu erfunden wurde. Wir schauten Deutschlands wohl bekanntesten Dom, den zu Köln, genauer an, ein Werk der evangelischen Könige von Preußen und des deutschen Nationalstolzes. Ein Blick nach Frankreich und in die unmittelbare Gegenwart erläuterte uns am Beispiel des Wiederaufbaus von Notre Dame, warum auch ein dezidiert laizistischer Staat von Geschichtserzählungen mit Gotteshäusern profitiert.
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Folge vom 25.04.2026Gespräch zum Thema 'War das Grab, in das man den Gekreuzigten gelegt hatte, am Ostermorgen leer?'Das Thema der Biblischen Tage waren die Auferstehungstexte im Neuen Testament, also die biblischen Zeugnisse von der Auferstehung Jesu. Diese bilden die Basis des Christentums. Es ist keine Kirche, keine christliche Kultur ohne diese Texte aus dem Neuen Testament vorstellbar. Aus der sich ergebenden Fülle an Perspektiven auf dieses vielschichtige Thema haben wir die Aufzeichnung der Diskussionsrunde im Arbeitskreis von Professor Bründl ausgewählt. Prof. Dr. Jürgen Bründl ist Inhaber des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Universität Bamberg und seit 2015 zudem Geschäftsführender Direktor des Instituts. Das Gespräch zum Thema 'War das Grab leer?' fand im Rahmen eines Arbeitskreises der Biblischen Tagen 14.4.-16.4.2014 in der Katholischen Akademie in Bayern statt.