Das Leben des Victor Klemperer dokumentiert in seinen Tagbüchern
Das Leben des Victor Klemperer dokumentiert in seinen Tagbüchern © Clara Diercks / pixelio.de

Hörspiel

Zweiter Teil: Die Jahre 1935 und 1936 | Teil 2 von 6

Teil 2/6 | Victor Klemperer über den Nationalsozialismus, vor allem die Jahre 1935 und 1936. Er erlebt berufliche Isolation, finanzielle Not und Emigration von Freunden, und bleibt dennoch. Die Nürnberger Gesetze verschärfen seine Lage. In verzweifelten Momenten wird sein Tagebuch zum Rettungsanker.

Jetzt anhören
  • im Online-Player
  • im phonostar-Player
  • Was ist das?
    Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X

"Mir erscheint es, als ob eine gewaltige Detonation unmittelbar bevorsteht. Ich erwarte gewaltsame Übergriffe, die Vertreibung aus Wohngebieten, die Enteignung von Vermögen und Immobilien. Und rechne tatsächlich auch mit nichts.", schreibt Victor Klemperer in sein Tagebuch.

Sorgfältig protokolliert Klemperer seinen Alltag während der Zeit des Nationalsozialismus. Der zweite Teil der Hörspielbearbeitung umfasst die Erlebnisse von Victor Klemperer in den Jahren 1935 und 1936. Seine ehemaligen Kollegen meiden den Professor der Romanistik "wie eine Pestleiche", nachdem er 1935 zwangsweise entlassen wurde. Seine finanzielle Lage verschlechtert sich erheblich. Freunde und Bekannte flüchten, doch das Ehepaar Klemperer entschied zu bleibt.

Im September 1935 werden die Nürnberger Gesetze erlassen. "Mein Tagebuch war in diesen Jahren immer wieder mein Rettungsanker, ohne den ich unzählige Male gestürzt wäre. In den Stunden der Verzweiflung und des Abscheus, in der endlosen Monotonie mechanischer Fabrikarbeit, an Kranken- und Sterbebetten, an Gräbern, in eigener Bedrängnis und in Momenten äußerster Schande bei körperlichem Versagen – immer half mir diese Selbstverpflichtung: Beobachte, analysiere, präge dir ein, was geschieht..." (Klemperer 1947 in "LTI").

Zum Autor

Der Rabbiner Sohn, Victor Klemperer, aus Landsberg an der Warthe, machte sich einen Namen als Romanist und lehrte seit 1920 an der Technischen Hochschule in Dresden, wo er 1935 durch Zwang entlassen wurde. Nach dem Krieg, von 1945 bis 1960, wirkte er erneut als Hochschullehrer in Dresden, Greifswald, Halle und Berlin. Besonders bekannt wurde er durch seine Schrift "LTI - Notizbuch eines Philologen" (1947), in der er die manipulative Nutzung der deutschen Sprache während der Nazi-Zeit untersuchte. In seinen Tagebüchern, die von der Weimarer Republik bis 1960 reichen, beschreibt er vor allem die Jahre von 1933 bis zum Kriegsende 1945. In dieser Zeit, als zwangspensionierter Professor und verfolgter Jude, beobachtete er den nationalsozialistischen Alltag und wurde so zu einem bedeutsamen Zeitzeugen.

Folgen von "Zeugnis ablegen - Die Tagebücher des Victor Klemperer "

phonostar hat keine Informationen zu diesem Inhalt.
Gehe auf die Website des Senders, um weitere Informationen zu erhalten.