Die FilmanalyseMarc-Uwe Klings „Känguru-Chroniken“ sind in vielen Studenten-WGs Kult und auch darüber hinaus konnten die Bücher Anklang beim bürgerlichen Publikum finden. Die Konsum- und Kapitalismuskritik ist sicherlich sonderlich radikal, zudem wird sie durch Ironie abgefedert, zugleich aber scheint sie immerhin so subversiv zu sein, dass sie für das deutsche Kino doch zu viel ist. Die erste Verfilmung drosselte bereits die Kapitalismuskritik, in „Die Känguru-Verschwörung“ fehlt sie gänzlich. Stattdessen will sich der Film mit den Verschwörungstheoretikern auseinandersetzen: Das Känguru und der Kleinkünstler Marc-Uwe wollen Marias Mutter, die in den Kaninchenbau gefallen ist und erste Erfolge auf YouTube als „Diesel-Liesel“ feiert, zurück auf den Pfad von Aufklärung und Vernunft bringen. Wirklich witzig ist das an keiner Stelle, ebenso wenig hat der Film ein Erkenntnisinteresse an dem Phänomen. Vielmehr wird sichtbar, warum ein bürgerliches Publikum geradezu besessen von Verschwörungstheoretikern ist, auch wenn zu dem Phänomen eigentlich bereits alles gesagt wurde. Es hat sich in den vergangenen drei Jahre eine regelrechte Obsession eingestellt, von der auch „Die Känguru-Verschwörung“ profitieren möchte. Ausgeblendet wird dabei aber das tatsächliche Unbehagen, das mit der Moderne aufgekommen ist. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse.Literatur:Leo Löwenthal: Falsche Propheten. Studien zur faschistischen Agitation. Suhrkamp.Sie können DIE FILMANALYSE finanziell unterstützen – vielen Dank!Wolfgang M. SchmittBetreff: DIE FILMANALYSEIBAN: DE29 5745 0120 0130 7858 43BIC: MALADE51NWDPayPal: http://www.paypal.me/filmanalysePatreon: https://www.patreon.com/wolfgangmschmittWolfgang M. Schmitt auf Twitter:https://twitter.com/SchmittJuniorWolfgang M. Schmitt auf Facebook: https://www.facebook.com/wolfgangm.schmittjun/Wolfgang M. Schmitt auf Instagram:https://www.instagram.com/wolfgangmschmitt/Produziert von FatboyFilm:https://www.fatboyfilm.de/https://www.facebook.com/fatboyfilm/https://www.instagram.com/fatboyfilm/
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Kino anders gedacht: Der Titel und zugleich oberstes Prinzip der Filmanalyse. Wolfgang M. Schmitt jun. beleuchtet aktuelle Großproduktionen (und manchmal auch Klassiker) aus einer etwas anderen Perspektive. Jede Woche eine neue ideologiekritische Analyse!
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Folge vom 28.08.2022Ep. 68: Warum wir von Querdenkern besessen sind: DIE KÄNGURU-VERSCHWÖRUNG – Kritik & Analyse
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Folge vom 21.08.2022Ep. 67: Denis Villeneuves Stil am Beispiel von SICARIO – Kritik & AnalyseDie FilmanalyseDenis Villeneuve gehört zu den wenigen Regisseuren in Hollywood, die Großprojekte wie „Dune“ angehen dürfen, ohne ihre eigene Handschrift verwischen zu müssen. Das Werk von Villeneuve braucht aber gar nicht immer die Opulenz eines Blockbusters, um seine Wirkung zu entfalten. Das zeigt sich vor allem an dem 2015 erschienenen Drogenthriller „Sicario“, der zugleich ein moderner Western ist. Emily Blunt und Daniel Kaluuya spielen darin zwei FBI-Agenten, denen von höherer Stelle offeriert wird, gemeinsam mit einer geheimen Taskforce – geleitet von Matt (Josh Brolin) und Alejandro (Benicio del Toro) – den Boss eines mexikanischen Drogenkartells zu jagen. Dabei stellt sich bald heraus, dass bei dieser Jagd jedes Mittel recht ist und diese Illegalität sogar politisch gewollt, ja, eingefordert wird. Die Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht wird damit hinfällig, was Kate erst nicht richtig begreift und dann ist es schon zu spät. Immer weiter geraten wir mit ihr in einen chaotischen Strudel und werden dabei einer Allegorie ansichtig: „Sicario“ handelt keineswegs nur von dem US-amerikanisch-mexikanischen Drogenkrieg, sondern von den neuen Kriegen insgesamt, in denen der Westen seine Glaubwürdigkeit verliert. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse.Literatur:Carl Schmitt: Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum. Duncker & Humblot.Carl Schmitt: Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen. Duncker & Humblot.Sie können DIE FILMANALYSE finanziell unterstützen – vielen Dank!Wolfgang M. SchmittBetreff: DIE FILMANALYSEIBAN: DE29 5745 0120 0130 7858 43BIC: MALADE51NWDPayPal: http://www.paypal.me/filmanalysePatreon: https://www.patreon.com/wolfgangmschmittWolfgang M. Schmitt auf Twitter:https://twitter.com/SchmittJuniorWolfgang M. Schmitt auf Facebook: https://www.facebook.com/wolfgangm.schmittjun/Wolfgang M. Schmitt auf Instagram:https://www.instagram.com/wolfgangmschmitt/Produziert von FatboyFilm:https://www.fatboyfilm.de/https://www.facebook.com/fatboyfilm/https://www.instagram.com/fatboyfilm/
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Folge vom 14.08.2022Ep. 66: Nope – Jordan Peeles Filmrätsel (fast) entschlüsseltDie FilmanalyseJordan Peele bleibt mit „Nope“ dem Horrorgenre treu, jedoch werden diesem der Western und der Science-Fiction-Film zur Seite gestellt. Während in „Get Out“ und auch noch in „US“ der Humor eine wichtige Komponente war, ist „Nope“ wesentlich ernsthafter und dadurch mitunter auch etwas schwerfälliger. Ein großer Film ist dieses Werk dennoch. Nicht nur erweist er Klassikern wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „Arrival“ seine Reverenz, er kann gerade durch diese Verweise seine kulturkritische Aussage unterstreichen. Die Menschen heute begegnen den Außerirdischen nicht mehr mit einem Erkenntnisinteresse, sondern nur noch mit der Frage: Wie kann ich aus dem Spektakel Profit machen? Daniel Kaluuya als OJ und Keke Palmer als dessen Schwester Em wollen auf ihrer Ranch Pferde für den Film trainieren, jedoch ist das Geschäft aufgrund der CGI-Technik schon lange nicht mehr sonderlich lukrativ. Schnell kommen sie auf die Idee, mit Aufnahmen von UFOs reich zu werden. Gefahndet wird nach dem „Oprah-Shot“ – nach der Aufnahme, die einem die Tür zu der sensationslüsternen Talkshow öffnet. Jordan Peel setzt sich auf diese Weise nicht nur kritisch mit der Gesellschaft des Spektakels auseinander, er schreibt mit „Nope“ auch eine Filmtheorie in Bildern. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse.Literatur:John Berger: Sehen. Das Bild der Welt in der Bilderwelt. Fischer.Guy Debord: Die Gesellschaft des Spektakels. Tiamat.Dziga Vertov: „Kinoki-Manifest“, in: Texte zur Theorie des Films. ReclamSie können DIE FILMANALYSE finanziell unterstützen – vielen Dank!Wolfgang M. SchmittBetreff: DIE FILMANALYSEIBAN: DE29 5745 0120 0130 7858 43BIC: MALADE51NWDPayPal: http://www.paypal.me/filmanalysePatreon: https://www.patreon.com/wolfgangmschmittWolfgang M. Schmitt auf Twitter:https://twitter.com/SchmittJuniorWolfgang M. Schmitt auf Facebook: https://www.facebook.com/wolfgangm.schmittjun/Wolfgang M. Schmitt auf Instagram:https://www.instagram.com/wolfgangmschmitt/Produziert von FatboyFilm:https://www.fatboyfilm.de/https://www.facebook.com/fatboyfilm/https://www.instagram.com/fatboyfilm/
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Folge vom 07.08.2022Ep. 65: Wo BULLET TRAIN sich irrtDie FilmanalyseDavid Leitch hat nach „John Wick“ eher Schlimmes angereichtet – man denke nur an „Atomic Blonde“. Da ist es nun fast schon eine Überraschung, dass „Bullet Train“ als Actionfilm packend inszeniert und dynamisch erzählt ist. Man kann zufrieden sein, wenngleich ein wunderbares Schauspieler-Ensemble (u.a. Brad Pitt, Joey King, Michael Shannon, Brian Tyree Henry, Aaron Taylor-Johnson) den Film über seine Schwächen hinwegträgt. Auch kann Leitch gut mit der Beschränkung des Raumes umgehen. Allerdings nimmt der Film philosophisch eine völlig falsche Weichenstellung vor und gerät deshalb bald aus dem Gleis: Ausgegangen wird hier von einem deterministischen Weltbild, wonach alles so verläuft, wie es eben verlaufen muss. Die Willensfreiheit wird negiert. Von Schicksal sprechen gleich mehrere Figuren unaufhörlich. Und auch die Rückblenden dienen vor allem dem Eindruck, dass eigentlich alles irgendwie vorherbestimmt ist. Dem widerspricht aber das Denken und Handeln der Figuren. Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem: Wenn man dem Determinismus zustimmt, wird das Actiongenre völlig uninteressant. Deshalb lässt uns der Film unbefriedigt zurück. „Bullet Train“ sitzt einem philosophischen Irrtum auf. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!Literatur:Karl Jaspers: „Über Gefahren und Chancen der Freiheit“, in: Ders.: Das Wagnis der Freiheit. Gesammelte Aufsätze zur Philosophie. Piper.Gert Keil: Willensfreiheit und Determinismus. Reclam.Sie können DIE FILMANALYSE finanziell unterstützen – vielen Dank!Wolfgang M. SchmittBetreff: DIE FILMANALYSEIBAN: DE29 5745 0120 0130 7858 43BIC: MALADE51NWDPayPal: http://www.paypal.me/filmanalysePatreon: https://www.patreon.com/wolfgangmschmittWolfgang M. Schmitt auf Twitter:https://twitter.com/SchmittJuniorWolfgang M. Schmitt auf Facebook: https://www.facebook.com/wolfgangm.schmittjun/Wolfgang M. Schmitt auf Instagram:https://www.instagram.com/wolfgangmschmitt/Produziert von FatboyFilm:https://www.fatboyfilm.de/https://www.facebook.com/fatboyfilm/https://www.instagram.com/fatboyfilm/