Gerald Knaus hat ein sehr lesenswertes Buch über Schwierigkeiten und Lösungen in der Flüchtlingspolitik geschrieben. Darin geht es auch um die australische Strategie, Schutzsuchende regelrecht „wegzusperren“, um andere davon abzuhalten, in die Boote zu steigen. Ist das moralisch gerechtfertigt? Knaus zieht einen sehr interessanten Vergleich zum Trolley-Problem, das du vielleicht noch aus Episode 35 dieses Podcasts kennst.
In dieser Episode stoßen wir wieder auf Kants Menschheitszweckformel. Was genau folgt aus der Menschenwürde für die Rechte von Flüchtlingen?
Literatur / Quellen
Gerald Knaus, Welche Grenzen brauchen wir?, München 2020
Philip Banse / Gerald Knaus, "Wie die EU Geflüchtete aufnehmen und ihre Grenzen schützen kann", in: Das Interview 85, 17.3. 2020
Anna-Lena Abbott, "Die Schande von Manus", in: Spiegel Online, 9.11.2017
Kultur & Gesellschaft
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Dieser Podcast gibt eine Übersicht über die grundlegenden Fragestellungen und Denkmodelle der Philosophie. Er folgt in etwa dem Lehrplan der gymn. Oberstufe in NRW und wendet sich an Alle, die sich für Philosophie interessieren.
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Folge vom 16.04.202361 Menschenwürde nach Kant und Flüchtlinge auf hoher See
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Folge vom 23.03.202360 Die Flüchtlingskrise von 2015/16: Ein philosophischer RückblickÜber Migration und Asylpolitik ist in den letzten Jahren in Deutschland ziemlich heftig gestritten worden. Auslöser war die sog. Flüchtlingskrise von 2015/16, als über eine Million Menschen innerhalb kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind, in Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Fragen lauten seitdem: Wen sollten wir aufnehmen und wen nicht? Wie groß sind überhaupt unsere „Kapazitäten?“ Die Deutsche Gesellschaft für Analytische Philosophie hat bereits im Krisenjahr einen Aufsatzwettbewerb zu genau diesem Thema ausgeschrieben. Herausgekommen ist ein Sammelband mit sehr unterschiedlichen Texten. Vier davon stelle ich in der heutigen Episode vor. Literatur: Thomas Grundmann und Achim Stephan (Hrsg.), Welche und wie viele Flüchtlinge sollten wir aufnehmen?, Stuttgart 2016
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Folge vom 10.03.202359 Singer über FlüchtlingeDas Thema der heutigen Episode hat in den letzten Jahren für viel Streit in Deutschland gesorgt: Es geht um Flüchtlinge. Haben wir Verpflichtungen gegenüber Menschen, die in ihrem eigenen Land nicht leben können? Wenn ja, welche und warum? Peter Singer hat – wie so oft – eine sehr klare Haltung hierzu, die in engem Zusammenhang mit dem Rest der Praktischen Ethik steht. Literatur: Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek) Professor Peter Singer's thoughts on the Syrian refugee crisis
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Folge vom 05.02.202358 Sterbehilfe 3: Singers PositionEthik bedeutet für Singer, Interessen abzuwägen. Das Leben von Personen ist zu schützen, weil ihre Interessen daran hängen. Aber wenn eine Person gar keine Interesse mehr hat zu leben – was dann? Singer antwortet: Genau dann hat eine Person auch das Recht zu sterben. Aus dem Utilitarismus folgt, dass alle Formen der Sterbehilfe zumindest in vielen „klaren“ Fällen moralisch erlaubt sind. In der heutigen Episode zeige ich genauer, warum das so ist. Dabei gehen wir auch auf ein BGH-Urteil von 2010 ein, sowie auf das „Dammbruch-Argument“, das häufig gegen eine Legalisierung der Sterbehilfe vorgebracht wird. Literatur: BGH-Urteil 2 StR 454/09 SWR: "Stichtag 25. Juni 2010. BGH entscheidet über Passive Sterbehilfe Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek) Peter Singer, Leben und Tod