"Wir wussten, dass wir vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit kommen
würden", sagt Markus Plitzsch im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die
Arbeit. Der 51-Jährige unterrichtet als Lehrer die Fächer Deutsch,
Politik und Wirtschaft an der Richtsberg-Gesamtschule im hessischen
Marburg. Er sagt: "Wir haben seit einem guten Jahrzehnt intensiv auf
Digitalisierung hingearbeitet, angefangen mit einem selbstgebastelten
W-LAN." Dass Plietzsch selbst Lehrer wurde, war für ihn dabei lange
nicht abzusehen: "Ich habe das Gymnasium nach der 9. Klassen wegen
Langeweile verlassen", erzählt er. Doch gerade das sei für seine Arbeit
heute besonders wichtig. Als Gesamtschullehrer habe er daher den
Anspruch, seinen Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihren eigenen Weg
zu finden, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu entdecken, statt einfach
ein fixes Curriculum durchzupauken. Doch vor zehn Jahren habe er
gemerkt, dass er etwas ändern musste. Er habe daraufhin viel Zeit und
Energie darauf verwendet, das pädagogische Konzept neu zu erfinden. Dazu
hat Plietzschs Gesamtschule einerseits in Zusammenarbeit mit den Eltern
und finanziert durch öffentliche Mittel den Unterricht komplett
digitalisiert – und andererseits im Zuge eines Umbaus die Klassenzimmer
abgeschafft. "Unser Grundgedanke war: Wie kann man Schule so verändern,
dass Schüler kreativ arbeiten können?"
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Talk
Frisch an die Arbeit Folgen
Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
Folgen von Frisch an die Arbeit
235 Folgen
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Folge vom 04.08.2020Was braucht eine Schule, um gut durch die Corona-Zeit zu kommen, Markus Plietzsch?
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Folge vom 21.07.2020Wie hilft man benachteiligten Jugendlichen, Freda von der Decken?"Unser Ziel ist, dass weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen", sagt Freda von der Decken im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 32-Jährige ist die Gründerin der in Hamburg angesiedelten Mut Academy, die Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien fördert. Gerade während Corona seien diese Jugendlichen noch mehr aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden als ohnehin schon. Sie selbst habe sich schon früh mit Bildungs- und Sozialpolitik beschäftigt: "Ich bin auf dem Land aufgewachsen und aus meiner Grundschule sind nur zwei, drei aufs Gymnasium gegangen." Da habe sie sich zum ersten Mal über die Chancenungleicheit gewundert – weil sie selbst merkte, wie viel leichter sie es an vielen Stellen hatte. "Ich komme aus einem extrem privilegierten Elternhaus", sagt von der Decken. Während ihres Studiums an der privaten Berliner Hertie School erforschte von der Decken die Auswirkungen von Schulreformen auf Kinder und Jugendliche. Danach begann sie mit dem Programm Teach First an einer Hamburger Stadtteilschule als ergänzende Lehrkraft zu arbeiten. Am Ende ihres ersten Jahres sollte von der Decken zehn Jugendliche, die durch die Prüfung zum Ersten Allgemeinen Schulabschluss gefallen waren, auf die Nachprüfung vorbereiten. Damals habe sie gedacht: "Die könnten diesen Schulabschluss auf jeden Fall schaffen. Es liegt nicht an ihnen selbst – sondern an den Umständen.“ Mit insgesamt 36 Schülerinnen und Schülern aus drei Schulen fuhr von der Decken mit anderen Hilfslehrerinnen in eine Jugendherberge, wo jeder in Ruhe an seinen Schwächen gearbeitet hat. Mit diesem Programm machte von der Decken sich selbstständig. Heute coacht ihre Mut Academy mit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jährlich 240 Jugendliche zwischen der neunten Klasse und dem Ende der Probezeit ihrer Ausbildungsstelle. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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Folge vom 07.07.2020Wie viel verdient man als Foodbloggerin wirklich, Lynn Hoefer?„Ich bin keine strikte Veganerin, ich esse auch mal ein Ei“, sagt die Foodbloggerin Lynn Hoefer im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Seit fünf Jahren veröffentlicht die 30-Jährige auf ihrem Blog Heavenlynn Healthymehrheitlich pflanzliche und vegane Rezepte. Ein fester Stamm von rund 20.000 Leserinnen und Lesern verfolgtnach ihren Angaben den Blog. Hoefer, die aus Lüneburg stammt, studiert nach dem Abitur BWL und Internationales Management in Reutlingen und North Carolina. Sie war 22 Jahre alt, ernährte sich gesund, aber ohne Einschränkungen, und war sportlich, als ein Arzt während eines Auslandssemesters in den USA die Diagnose stellte, sie habe Bluthochdruck. „Das war lebensverändernd“, sagt Hoefer. Erst stellte Hoefer ihre eigene Ernährung um, dann begann sie während ihres Masterstudiums mit dem Bloggen, auch um in Kontakt mit anderen Betroffenen zu kommen. „Ich hatte mir als Deadline den Masterabschluss gesetzt und habe die Abschlussarbeit dann zwei Jahre hinausgeschoben, weil es schon so gut lief“, erzählt sie. Mittlerweile hat sich Hoefer mit ihrem Blog und als Kochbuchautorin selbstständig gemacht und Fortbildungen zur Ernährungsberaterin absolviert. Ihr Einkommen, erzählt sie, stamme vor allem aus Kooperationen mit Unternehmen, deren Produkte sie gekennzeichnet in ihrem Blog empfehle – aber auch aus ihren beiden Kochbüchern. „Ich werde mit dem, was ich mache, nicht reich”, sagt Hoefer. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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Folge vom 23.06.2020Was lernt das Hotel Sacher aus der Corona-Krise, Matthias Winkler?"Für einen Hotelier, dessen Beruf darin besteht, anderen eine Freude zu bereiten, ist das eine schlimme Situation", sagt Matthias Winkler im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit" über die Corona-Krise. Winkler, 47 Jahre, ist seit sieben Jahren der Geschäftsführer der Sacher Hotels in Wien und Salzburg. "Die Menschen fehlen. Auf der einen Seite unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf der anderen fehlen natürlich auch unsere Gäste." Das Sacher gehört bis heute den Nachfahren von Franz Sacher, der im Jahr 1832 als Konditorlehrling die Sachertorte erfand. Matthias Winkler kam in die Hotellerie über seine Frau Alexandra, eine der Sacher-Erbinnen, mit der er drei Kinder hat. Im Podcast erzählt er, welche Ideen er und sein Team für die Zeit nach Corona entwickeln. Wie das renommierte Hotel durch längere Lüftzeiten und verstärkte Reinigungsdienste für die Sicherheit seiner Gäste sorgt – und welche größeren Trends sich durch die Corona-Krise verstärken. "Die Nachfrage nach Entschleunigung, nach Platz, weniger Masse und maximale Individualität sind Trends, die wir im Tourismus schon länger gesehen haben", sagt Winkler. Der hohe Standard, der im Sacher herrscht, macht Winkler zuweilen demütig, erzählt der Geschäftsführer. "Ich gehe immer mit einer leichten Form des schlechten Gewissens nach Hause", erzählt Winkler. "Das ist erst weg, wenn meine drei Kinder mit Lego-Steinen auf mir rumturnen." [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.