Das Staatstheater Meiningen widmet die kommenden beiden Spielzeiten dem Theaterherzog Georg II. von Sachsen-Meinigen (1826 - 1914). Am damaligen Hoftheater war er Theaterleiter, Regisseur und Bühnenbildner. Anläßlich seines 200. Geburtstages am 02. April 2026 beginnt die „Goldene Jubiläumsspielzeit“ am 05. September mit dem Schauspiel „Die Jungfrau von Orleans“ von Friedrich Schiller (1759 – 1802). Das Staatstheater inszeniert damit eines der erfolgreichsten Stücke des Hoftheaters unter Georg II, sagt Jens Neundorff von Enzberg, Intendant und Operndirektor am Staatstheater Meiningen und Landestheater Eisenach. Am 07. September dann wird es ein großes Theaterfest geben. In Ilmenau wurde Jens Neundorff von Enzberg 1966 geboren. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft, des Theatermarketing und der Kulturwissenschaften in Berlin und Leipzig war er ab 1992 als Dramaturg für alle Sparten am Südthüringischen Staatstheater Meiningen engagiert. 1996 wechselte er als Dramaturg an die Sächsische Staatsoper Dresden. Zudem war er mit der künstlerischen Leitung der „kleinen Szene“, der experimentellen Bühne der Semperoper, betraut. Von 2000 bis 2007 wirkte Jens Neundorff von Enzberg als Chefdramaturg für das Musiktheater und als Mitglied der künstlerischen Leitung des Theaters Bonn, hatte zudem die künstlerische Leitung der experimentellen Musiktheaterreihe „bonn chance!“ inne. In den Spielzeiten 2007/08 bis 2011/12 war er Operndirektor und Musiktheaterdramaturg am Staatstheater Braunschweig. Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 wurde Jens Neundorff von Enzberg Intendant am Theater Regensburg. Zu Beginn der Spielzeit 2021/22 übernahm er die Intendanz am Staatstheater Meiningen und am Landestheater Eisenach.
Moderation: Carsten Tesch Redaktion: Angelika Zapf
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MDR KULTUR trifft: Menschen von hier Folgen
Jede Woche stellen wir einen interessanten Menschen vor, der sich dem kulturellen Leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen besonders verpflichtet hat. Unsere Gäste geben Einblicke in ihr privates Leben und stellen ihre Arbeit vor.
Folgen von MDR KULTUR trifft: Menschen von hier
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Folge vom 06.09.2025MDR KULTUR trifft Jens Neundorff von Enzberg
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Folge vom 30.08.2025MDR KULTUR trifft Samo DarianSamo Darian leitet seit 2023 das bundesweite Förderprogramm „Aller.Land - zusammen gestalten. Strukturen stärken“. „Aller.Land“ ist ein Programm des Beauftragten der Bundesregierung für Kul-tur und Medien, des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, sowie der Bundeszentrale für politische Bildung. Bis 2030 fördern Bund und Länder mit 45 Millionen Euro kulturelle Projekte in ländlichen Regionen. Im vergangenen Jahr hatten bundesweit 97 Regionen Konzepte für Kulturvorhaben entwickelt, aus der vier unabhängige Fachjurys 30 geförderte Projekte auswählten, darunter sechs aus Mitteldeutschland. In Sachsen sind das Vogtlandkreis: #Zukunfts-KULTUR-Region Göltzschtal und Zweckverband Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien: „Let‘s talk!“. In Sachsen-Anhalt der Altmarkkreis Salzwedel: Jugendkunstschule für KulturEntdecker und der Landkreis Wittenberg: Kontinuitäten, Brüche, Ausblicke (KOBRA). In Thüringen der Landkreis Altenburger Land: Stadt.Land.Kult(o)ur - demokraTISCH unterwegs und der Wartburgkreis: Kultur-bogen Art Lab - Kreative Treffpunkte. Das Büro von Samo Darian und seinen 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Berliner Telefonnummer befindet sich im Leipziger Stadtteil Lindenau im „Ta-petenwerk“. Am 25. und 26. September findet dort in Halle 14 die Tagung „Werkraum Zukunft: AllerEngagiertesLand“ mit vielen Workshops statt. Engagierte aus dem sozialen und kulturellen Bereich sollen zusammengebracht werden, um Netzwerke in den Dörfern und Städten auf dem Land zu stärken, Förderlandschaften sollen besprochen und gestaltet werden und Wege diskutiert, wie Menschen trotz unterschiedlicher Haltungen wieder ins Gespräch kommen können. In Slowenien wurde Samo Darian 1974 geboren. Nach dem ersten Lebensjahr zog er mit seiner Mutter zurück ins Ruhgebiet, wo seine Eltern bereits seit einigen Jahren lebten. In Schwerter an der Ruhr nahe Dortmund wuchsen er und seine Schwester auf. Schon früh erprobte sich Samo Darian als Einzelunternehmer im Fairem Handel und studierte dann Sprachen- Wirtschafts- und Kultur-raumstudien in Passau, London und Granada. Erste praktische Erfahrungen sammelte er bei der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover. Zwischen 2003 und 2010 war Samo Darian Geschäftsfüh-rer von vier Programmen der Kulturstiftung des Bundes mit den Schwerpunkten Mittel.- und Osteu-ropa. 2011 arbeitete er für das Netzwerk Neue Musik, übernahm 2012 die organisatorische Leitung der ersten Brandenburgischen Landesausstellung und stand weiteren regionale Kulturprojekte in Deutschland, sowie Programmen zur Förderung internationaler Kulturkooperationen vor. Ab 2015 leitete Samo Darian das Programm „TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel“, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Moderation: Karoline Knappe Redaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 23.08.2025MDR Kultur trifft Torsten TannenbergNach anhaltender Kritik und verschiedenen Vorschlägen der Bund-Länder-Konferenz Jugend musiziert entfallen fortan die zuvor eingeführten Obergrenzen, Kontingente und Optionslisten in der Ausschreibung. Wer auf Landesebene die erforderliche Punktzahl erreicht, kann nun sicher mit einer Einladung zum Bundeswettbewerb rechnen. Torsten Tannenberg, seit 1997 Geschäftsführer vom Sächsischen Musikrat, begrüßt die Entscheidung des Deutschen Musikrates, die für die jungen Musiktalente mehr Transparenz und Verläßlichkeit bietet. Die neuen Regeln sind zu-nächst für die nächsten drei Bundeswettbewerbe vorgesehen und werden anschließend evaluiert. Mit Beginn des neuen Schuljahres in Sachsen und bis November finden die Bewerbungen für den Bundeswettbewerb von Jugend musiziert 2026 statt. Es gibt Solo-Kategorien, wie Solo-Gesang oder Solo-Klavier und Ensemble-Kategorien, wie Duos oder Kammermusik-Ensembles. Im Januar starten in den jeweiligen Bundesländern die Regionalwettbewerbe, in Sachsen an den Orten Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Hoyerswerda. Unter ca. 400 bis 450 Teilnehmern werden dann im Landeswettbewerb 140 bis 150 junge Musikerinnen und Musiker ausgewählt, die zum Bundeswett-bewerb fahren. Der Landeswettbewerb Sachsen wird seit 1994 von Torsten Tannenberg betreut. Das Finale des Bundeswettbewerbs fand in diesem Jahr vom 05. bis 11. Juni 2025 in Wuppertal statt. Torsten Tannenberg saß mit in der Jury. In Leipzig wurde Torsten Tannenberg 1963 geboren. Von 1985 bis 1989 studierte er an der Hochschule für Musik Weimar und schloß als Diplom-Musikpädagoge ab. Nach verschiedenen Tätigkei-ten an der Hochschule für Musik Weimar und Beteiligung an zahlreichen Weimarer Musik-Projekten, baute Torsten Tannenberg von 1993 bis 1997 Jugendmusik-Förderensembles auf und ließ sich von 1994 bis 1996 an der Sächsischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie zum Diplom-Kulturmanager ausbilden. 1997 war er federführend an der inhaltlichen und organisatorischen Neuaufstellung des Sächsischen Musikrates beteiligt, ist seither dessen Geschäftsführer und Mitglied der Konferenz der Landesmusikräte in Deutschland. Parallel dazu war er von 2004 bis 2017 Geschäftsführer im Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester e.V., von 2011 bis 2017 Vorsitzen-der des Kulturbeirates der Landeshauptstadt Dresden, seit 2016 Mitglied des Kulturbeirates des Kul-turraumes Oberlausitz-Niederschlesien, seit 2018 Mitglied des Sächsischen Kultursenats und einer der Sprecher der IG Landeskulturverbände in Sachsen. Darüber hinaus berät Torsten Tannenberg die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, sowie Fördergremien von drei Kulturräumen in Sachsen.Moderation: Julia HemmerlingRedaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 16.08.2025MDR Kultur trifft Johannes BeleitesAm 31. August 1990 wurde im Ost-Berliner Kronprinzenpalais deutsche Geschichte geschrieben. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär Günther Krause unterzeichneten den „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands“. 35 Jahre Deutsche Einheit: Ein Grund zum Feiern, aber auch ein Grund an Jene zu erinnern, die in der DDR wegen ihrer politischen Haltung ins Visier der Staatssicherheit gerieten, inhaftiert wurden, Willkür, physische und psychische Gewalt erfuhren. 100 großformatige Schwarz-Weiß-Portrait-Photos ehemaliger politischer Gefangener waren bis Mai im Deutschen Bundestag zu sehen. Ein Plakat der Ausstellung hängt im Büro von Johannes Beleites. Seit April 2024 ist er Beauftragter des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Eine gute Nachricht für Betroffene von SED-Unrecht ist für ihn im 35sten Jahr der Deutschen Einheit. die Reform der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze. Im Januar 2025 beschlossen Bundestag und Bundesrat zahlreichen Verbesserungen für die Rehabilitierung und Entschädigung. Zu der am 01. Juli in Kraft getretenen Reform zählen u.a. eine Erhöhung und Dynamisierung der Opferrente, ein Härtefallfond für Notleidende, eine vereinfachte Anerkennung gesundheitlicher Folgeschäden nach einer Inhaftierung aus politischen Gründen, aber auch Entschädigungen für Zwangsumsiedlungen innerhalb der DDR vor und mit dem Bau der Mauer, die mit dem 13. August 1961 Deutschland über 28 Jahre teilte. Als Sohn eines evangelischen Pfarrers und einer Sprachheilpädagogin 1967 in Halle geboren, wuchs Johannes Beleites als jüngster von drei Söhnen zunächst in Siersleben, dann in Trebnitz im damaligen Kreis Hohenmölsen auf. Im Rahmen der kirchlichen Friedens- und Umweltbewegung befaßte er sich mit der photographischen Dokumentation zur Umweltsituation in der DDR und stand daher ab 1982, als 15jähriger Schüler bereits, unter Beobachtung durch das Ministerium der Staatssicherheit. Zwischen 1982 und 1985 wurde ihm mehrfach das Abitur verweigert. Von 1983 bis 1985 nahm er eine Lehre als Elektromonteur im Braunkohlekombinat Deuben auf. 1985 legte die MfS-Kreisdienststelle Hohenmölsen einen „Operativen Vorgang“ zu seiner Person an, verbunden mit Bespitzelung durch inoffizielle Mitarbeiter, Zersetzungsmaßnahmen, Telephon- und Postüberwachung. 1986 zog Johannes Beleites nach Leipzig, stand in engem Kontakt zu zahlreichen Oppositionsgruppen, arbeitete als Photograph im Museum des Kunsthandwerks im Grassi-Museum Leipzig und absolvierte 1989 das Abitur an der Volkshochschule. Durch aktives Einschreiten des MfS erhielt er keine Zulassung für ein Jura-Studium. Seit Mitte September 1989 hatte Johannes Beleites die Leipziger Montagsdemonstrationen photographiert. Die Bilder vom 02. Oktober gelangten in die Tagesschau, obwohl an diesem Tag Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes tätlich gegen ihn wurden. Im November 1989 reiste Johannes Beleites nach Rumänien um die Auswirkungen der Ceausescu-Diktatur zu photographieren. Die Securitate nahm ihn unter dem Vorwurf der Spionage für neun Tage in Haft. Ab Januar 1990 war er Mitarbeiter im Leipziger Bürgerkomitee zur Auflösung der Staatssicherheit, arbeitete im Sonderausschuß der letzten DDR-Volkskammer zur Kontrolle der Auflösung des MfS unter Leitung von Joachim Gauck, war an der Erarbeitung der ersten gesetzlichen Grundlage zum Umgang mit den Stasi-Unterlagen beteiligt, wurde Leiter der Außenstelle Leipzig des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die Stasi-Unterlagen und studierte schließlich ab 1990 Jura in Göttingen und Berlin. Wissenschaftliche Forschungsprojekte und Tätigkeiten für die Landeszentralen für politische Bildung folgten. Von 2009 bis 2014 war Johannes Beleites Studienleiter für politische Jugendbildung an der Evangelischen Akademie Thüringen in Neudietendorf, ab 2017 Vorsitzender des Beirats für die Aufarbeitung und Versöhnung und später des Anerkennungsausschußes „DDR-Unrecht“ bei der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland. Am 21.02.2024 wurde Johannes Beleites zum Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für fünf Jahre mit 90 % der Stimmen aus allen Fraktionen gewählt. Moderation: Carsten Tesch Redaktion: Angelika Zapf