In der langen Liste seiner Produktionen im vornehmlich klassischen Musikbereich ist es das erste Portrait eines bildenden Künstlers. Mit dem außergewöhnlichen Auftrag an den Leipziger Maler Michael Triegel im Jahr 2000 kam Paul Smaczny die Idee diesen über letztendlich fünf Jahre mit der Kamera zu begleiten. Mit sensiblem Blick aus nächster Nähe verfolgte er die Neugestaltung der 1541 zerstörten Mitteltafel des Cranach-Altars im Naumburger Dom durch Michael Triegels Hand. Der Künstler gewährte ihm Zutritt in sein Atelier, gab Einblick in sein handwerkliches Können, sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion, seinen Blick auf Welt, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Kurz vor Abschluss des bislang größten Werkes von Michael Triegel im Jahr 2022 äußerte ICOMOS, das Fachgremium der UNESCO, Bedenken gegen den Altar im Westchor des Naumburger Doms. Zweimal wurde er auf- und abgebaut. 2025 fand er schließlich für zwei Jahre Domizil im Vatikan in Rom, da Naumburg die Aberkennung des UNESCO-Welterbetitels drohte. Diese nicht vorhersehbare Entwicklung forderte auch vom Regisseur eine Entscheidung.
In Abensberg, im niederbayerischen Landkreis Kelheim, ca. 30 km südwestlich von Regensburg und ca. 40 km östlich von Ingolstadt, wurde Paul Smaczny 1957 geboren, dort wuchs er auf. In Regensburg und Paris studierte er Rechtswissenschaften, Romanistik und Germanistik. Von 1986 bis 1989 arbeitete Paul Smaczny in Frankreich am Theater als Regieassistent und Dramaturg. 1989 wechselte er als Regisseur und Redakteur zu Film und Fernsehen und realisierte zahlreiche internationale Dokumentarfilme vor allem im Bereich der klassischen Musik. Zu seinen vielfach preisgekrönten Filmen zählen, „Claudio Abbado - Die Stille hören. Skizzen für ein Portrait. “, „Entre-Quatre-z-Yeux“, „Maestros in Democracy“, „Multiple Identities - Encounters with Daniel Barenboim.“ Für den Film “Knowledge is the Beginning - Daniel Barenboim and the West-Eastern Divan Orchestra” erhielt Paul Smaczny u.a. den International Emmy Award 2006 und den Klassik-Echo-Preis für die beste DVD Produktion. Ab 1995 leitete Paul Smaczny den Produktionsbereich der Firma EuroArts Music und war von 2000 bis 2009 deren Geschäftsführer mit Sitz im Mendelssohnhaus in Leipzig. Das Unternehmen EuroArts mit Niederlassungen in New York und Berlin galt neben der britischen Konkurrenz von RM Arts und NVC Arts als führende TV-Produktions- und Vertriebsfirma für Klassik und Jazz. 2010 gründete Pauls Smaczny in Leipzig dann seine eigene Firma ACCENTUS Music und ein gleichnamiges DVD Label. Bereits im ersten Jahr wurden Produktionen wie „Evgeny Kissins Warschauer Chopin-Projekt“ oder Daniel Barenboims pianistischer Beitrag zum Chopin-Jahr 2010 realisiert, Claudio Abbados erste Konzertaufzeichnung mit dem Simón Bolìvar Jugendorchester oder seine Fortführung des Mahler-Zyklus mit dem Lucerne Festival Orchestra. Weltpremiere legte er auf DVD vor, vier fast vergessene Kantaten von Wilhelm Friedemann Bach, zu Ehren seines 300. Geburtstages. 2012, dem Jahr des 800jährigen Bestehens des Thomanerchors, kam ein Film über den Knabenchor ins Kino und ins internationale Fernsehen. Weiterhin erschienen 2012 „John Cage – Journeys in Sound“, 2014 „Music, a Journey for Life - Riccardo Chailly“, 2016 „Zhu Xiao-Mei - How Bach Defeated Mao“, 2018 „Gidon Kremer - Die eigene Stimme finden“ und 2022 „When Music resounds, the soul is spoken to - Herbert Blomstedt“.Moderation: Carsten TeschRedaktion: Angelika Zapf
Kultur & GesellschaftTalk
MDR KULTUR trifft: Menschen von hier Folgen
Jede Woche stellen wir einen interessanten Menschen vor, der sich dem kulturellen Leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen besonders verpflichtet hat. Unsere Gäste geben Einblicke in ihr privates Leben und stellen ihre Arbeit vor.
Folgen von MDR KULTUR trifft: Menschen von hier
55 Folgen
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Folge vom 07.02.2026MDR KULTUR trifft Paul Smaczny
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Folge vom 31.01.2026MDR KULTUR trifft Jonas SchütteMitten im Zentrum von Halle fand Jonas Schütte eine Wohnung, die sich als Wohnzimmertheater anbot und einen kunstaffinen Vermieter dazu. Jonas Schütte gründete den Kaulenberg e.V., der sich als Plattform für Freie Darstellende Künste in Halle und Sachsen-Anhalt versteht. Der Verein betreibt die Volksbühne am Kaulenberg, wirkt darüber hinaus in verschiedenen Kooperationen und etablierte sich zu einem wichtigen kulturellen Anlaufpunkt in der Region. Mit zeitgenössischem Theater und sozialkritischen Themen bietet die Volksbühne ein abwechslungsreiches Programm mit lokalen, nationalen- und internationalen Künstlern und Jonas Schütte inmitten als Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent. Am 30. Januar steht „Hamlet und ich“ auf dem Spielplan und am 31. Januar 14.00 Uhr „Romeo vs Julia: Liebe auf Ableben“ und ab 19.30 Uhr „Die Unendliche Geschichte“. In Konstanz am Bodensee wurde Jonas Schütte 1983 geboren, in Ravensburg wuchs er auf. Dort fand er durch die Theaterautorin und Regisseurin Ingrid Lausund u.a. „Der Tatortreiniger“ über drei Projekte das Theater kennen und lieben. Von 2005 bis 2009 studierte Jonas Schütte an er Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin Schauspiel. In der Spielzeit 2008/ 2009 arbeitet er ein Jahr im Theater an der Rott in Eggenfelden unter dem damaligen Oberspielleiter Brian Lausund. Von 2009 bis 2013 wurde Jonas Schütte dann festes Ensemblemitglied an neuen theater Halle. Anschließend arbeitete er als freiberuflicher Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent im deutschsprachigen Raum, lebend in Halle und Berlin. 2017 realisierte Jonas Schütte zusammen mit dem preisgekrönten Zauberkünstler Markus Zink und dem Sounddesigner Stephan Kloß die Uraufführung von Jan-Philipp Sendkers Bestseller „Das Herzenhören“ am Studio Halle. 2018 übernahm er die Regie der MDR Comedy-Sendung „Zärtlichkeiten im Bus“. Zudem produzierte er die Science-Fiction-Theater-Comedy-Serie „SOAP - Siebte Ostdeutsche All Patrouille“. Seit 2009 engagiert sich Jonas Schütte für Kinder- und Jugendkultur in Halle, gründete u.a. das „Projekt „Die Bude“ und 2015 „Das Größere Übel“. Moderation: Thomas Bille Redaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 24.01.2026MDR KULTUR trifft Dennis KraußDer undotierte Preis DER FAUST würdigt in acht Kategorien, sowie mit einem Preis für das Lebenswerk, Kulturschaffende, deren herausragende Leistungen wegweisend für das deutsche Theater sind. Vergeben wird die Auszeichnung von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Deutschen Bühnenverein. Die Neuproduktion „Sleepless“ von Dennis Krauß feierte am 17.04.2024 im Opernhaus Chemnitz seine Premiere. Grundlage ist der Erzählband „Trilogie“ des norwegischen Autors Jon Fosse, 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Eine kluge mutige Arbeit, die publikumswirksam ihren eigenen Weg sucht und selten in der Interpretation von zeitgenössischen Opern zu erleben ist, so die Jury-Begründung in der Kategorie Regie Musiktheater. Derzeit arbeitet Dennis Krauß an der Neuproduktionen von „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart am Theater Chemnitz. Die Premiere ist am 30. Januar. Kein moralisches Lehrstück, heißt es in der Ankündigung, sondern ein faszinierender Balanceakt zwischen Komödie und Tragödie, Chaos und Ordnung, Freiheit und Zwang, zwischen der grotesken Komik des Maskenballs und der tödlichen Ernsthaftigkeit des Abgrunds, der in der universellen Frage mündet: Wie viel Individualität kann eine Gesellschaft ertragen, bevor sie ins Wanken gerät? In Berlin wurde Dennis Krauß 1991 geboren. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin studierte er Regie und arbeitete anschließend als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner. Dennis Krauß war Assistent am Schauspiel Frankfurt, dem Berliner Ensemble und später als langjähriger Mitarbeiter von Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Rasche an international renommierten Theater- und Opernhäusern wie dem Residenztheater München, dem Burgtheater Wien, der Staatsoper Stuttgart, dem Grad Théatre de Genève und den Salzburger Festspielen tätig. Mit der Inszenierung von „Tristan und Isolde für Kinder“ im Rahmen der Bayreuther Festspiele 2021 und neu inzensiert für das Tokyo Spring Festival 2024 erlangte Dennies Krauß erste überregionale Aufmerksamkeit. Mit Benjamin Brittens „A Midsummer Night`s Dream“ debütierte er 2022 als Regisseur und Bühnenbildner am Theater Aachen. Es folgten Engagements an den Theatern Krefeld-Mönchengladbach, Chemnitz und Regensburg. Zuletzt eröffnete Dennis Krauß mit „Der fliegende Holländer“ am Theater Osnabrück die aktuelle Spielzeit.Moderation: Ellen SchwedaRedaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 17.01.2026MDR KULTUR trifft Babett BaraniecZusammen mit Sebastian Miedtank betreibt Babett Baraniec eine digitale Begleitplattform, die Krebspatientinnen und -patienten, sowie ihre Angehörigen mit verständlichen Expertenkursen, praktischen Selbstmanagement-Tools und Online-Gesprächsforen durch die jeweiligen Therapiephasen begleitet, finanziert über günstige Mitgliedsbeiträge. Das Angebot umfaßt interaktive, evidenzbasierte Lernmodule zu Themen wie Diagnoseverständnis, Symptom- und Nebenwirkungsmanagement, Ernährung, Sozialrecht oder Komplementärmedizin, um Betroffene bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Das 2023 gegründete Unternehmen Gesundheitsedukation Babett Baraniec, Sebastian Miedtank GbR - Krebs Campus schafft somit auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und trägt dazu bei, daß das Gesundheitssystem langfristig entlastet wird, so die Begründung der Jury. Diese besteht aus Vertretern von Stiftungen, Wohlfahrtsverbänden, Hochschulen, Wirtschaftsförderung, Kreativwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen.Babett Baraniec treibt an, daß Wissen Angst kleiner macht, die Selbstwirksamkeit stärkt. Sie selbst war nach dem Studium in der medizinischen Grundlagenforschung tätig, promovierte in Neurobiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, als sie 2012 schwanger wurde und mit der Geburt Ihrer Tochter die Diagnose Leberkrebs erhielt. Metastasen fanden sich in den Folgejahren auch der Bauchdecke, der Nebenniere und in der Lunge. 19 Operationen liegen hinter ihr. Dennoch absolvierte Babett Baraniec in Gera noch einen Master-Studiengang in Medizinpädagogik und unterrichte viele Jahren angehende Pflegefachkräfte. In Leipzig wurde Babett Baraniec 1976 geboren, dort wuchs sie auf. Schon als Kind interessierte sie, herangeführt durch den Großvater, die Biologie. Nach dem Studium in Leipzig war sie von 2004 bis 2009 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Zentrum für Molekulare Neurobiologie wissenschaftliche Angestellte und promovierte dort. 2009 bis 2012 war Babett Baraniec wissenschaftliche Angestellte an der Universität zu Lübeck am Institut für Anatomie. 2017 bis 2019 absolvierte sie an der Hochschule für Gesundheit Gera den Masterstudiengang Medizinpädagogik. Babett Baraniec lebte und arbeitete als Medizinpädagogin fünf Jahre in Plauen, u.a. am Helios Vogtland-Klinikum Plauen, zog 2021 nach Leipzig und arbeitete dort im Helios Park-Klinikum Leipzig an der Berufsfachschule und gründete im Februar 2023 in Leipzig die Gesundheitsedukation Babett Baraniec, Sebastian Miedtank GbR - Krebs Campus. Moderation: Thomas BilleRedaktion: Angelika Zapf