Kaum eine biblische Gestalt ist so gegensätzlich gedeutet worden wie Maria Magdalena: als Sünderin und Heilige, als Vertraute, ja Geliebte Jesu und als erste Zeugin des Ostermorgens. Der Essay richtet den Blick auf einen früheren Moment. In den Erzählungen vom Karfreitag erscheint Maria Magdalena als eine Frau ohne Stimme, an einem Ort, an dem alle Hoffnung zerbricht. Es lohnt sich, von hier aus die späteren Deutungen dieser Frau zu verfolgen. Und zu fragen, was ihre Präsenz unter dem Kreuz für heute bedeuten könnte. Für eine Zeit, die das Schweigen schwer aushält.
Religiös
NDR Kultur - Glaubenssachen Folgen
In Essays, Features und Erzählungen stellt die Reihe religiöse und ethische Grenzfragen der Gegenwart zur Diskussion.
Folgen von NDR Kultur - Glaubenssachen
32 Folgen
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Folge vom 03.04.2026Unter dem Kreuz - Maria Magdalena: eine Figur am Rand der Erlösung
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Folge vom 29.03.2026Wer einmal lügt - Wie weit man auf dem Weg der Wahrheit mit kurzen Beinen kommtDie Lüge gehört zum Alltag der Menschen. Sie ist ein Manipulationsinstrument, im Großen wie im Kleinen und auch ein Mittel, Macht auszuüben. Andererseits lügt man oft, um andere zu schonen, sie nicht zu verletzen. Aber auch in diesem Fall stellt der Lügner sich über den anderen Menschen. Die Lüge trennt die Menschen und nicht zufällig sagt denn auch Jesus: „Ich bin die Wahrheit“, und entwirft damit das Bild einer Welt ohne Manipulation. Der Essay analysiert die soziale, psychologische und kulturelle Funktion der Lüge und versucht, den spirituellen Kern des achten Gebots herauszuarbeiten.
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Folge vom 22.03.2026Freiheit unter DruckAlle wollen sie, aber jede und jeder versteht etwas anderes darunter: Freiheit. Ex-Kanzlerin Angela Merkel hat sogar ihre Memoiren so betitelt. Allerdings scheint der Konsens darüber zu schwinden, was Freiheit bedeutet: Ist Freiheit das Recht auf Hassrede? Macht sie Solidarität überflüssig? Rechtfertigt sie die Abwesenheit von Moral? Religiöse Menschen sagen, dass ihr Glaube sie frei mache – obwohl fast jede Religion das Befolgen von Regeln einfordert. Vor 500 Jahren setzten viele Christen ihre Hoffnungen auf persönliche und politische Freiheit auf die Reformation. Was ist davon geblieben?
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Folge vom 15.03.2026Der abwesende Gott - Über das BöseAlt wie die Religionen selbst ist die Frage in ihnen, wie Leid und Unrecht, Schmerz und das Böse vereinbar sein können mit dem Gedanken einer Transzendenz, die den Menschen umfängt. Warum? Diese Frage scheint ins Wesen dessen zu gehören, was wir „Gott“ nennen. Dass ein allmächtiger Gott zugleich ein Liebender ist, will nicht zusammenzupassen mit den Erfahrungen von Bedrohung und Verletzung. Der Essay erkundet die biblischen und mythischen Erzählungen vom Ursprung des Bösen. Es sind Bilder und Geschichten, die auch aus eigenen Leiderfahrungen heraus Worte suchen, die trösten und verwandeln.