Der Esel ist ein Rufer in der Wüste. Gehört wird er zwar, aber kaum verstanden. Denn Menschen- und Eselslogik laufen einander oft zuwider.
Der Esel ist ein Wüstentier und als solches darauf spezialisiert, ruhig zu stehen, wenn Gefahr naht, und Verdorrtes zu fressen, wenn der Hunger nagt. Doch wird ihm seine Genügsamkeit als Dummheit und seine Vorsicht als Störrigkeit ausgelegt. So kommt es, dass das Grautier dem Menschen zwar seit 6000 Jahren unschätzbare Dienste erweist, gleichzeitig aber geringgeschätzt, vernachlässigt, gequält und verkannt wird wie kein anderes Nutztier. Die Kulturgeschichte des Esels sagt mehr aus über das Wesen des Menschen als über die Natur des Tiers.
Erstsendung: 2.11.2015
Die HörPunkt-Sendung wurde mit dem Zürcher Radio-Preis 2016 ausgezeichnet.
FeatureKultur & Gesellschaft
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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.
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50 Folgen
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Folge vom 30.08.2026«Ausgezeichnet!»: Esel – der älteste Kleintransporter der Welt
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Folge vom 23.08.2026«Ausgezeichnet!»: Eigentlich seit immer. Frauenliebende FrauenFrauenliebende Frauen jenseits der 80 erzählen ihre Lebensgeschichten: Christine verliebt sich während der Geburt ihrer Tochter in die Hebamme. Margrit weiss schon im Kindergarten, dass ihr Frauen gefallen, Ruth wiederum erlebt die grosse Liebe erst nach ihrer Pensionierung. In der intimen Audiocollage erinnern sich Frauen, wie sie Liebe gelebt haben, wie sie den gesellschaftlichen Widerständen ihrer Zeit begegnet sind und wie sie ihre inneren Widersprüche ausgehalten haben. Mit berührender Beiläufigkeit wirft das Feature aktuelle Fragen auf: Was macht eine Liebesbeziehung aus? Welche Selbstdefinitionen machen uns stark? Und was wollen wir gerne undefiniert lassen? Erstsendung: 3.3.2023 Ausgezeichnet von der Stiftung Radio Basel mit dem Audio-Förderpreis KatalysatOHR 2021 und unterstützt durch die Stiftung Radio und Kultur Schweiz, SRKS.
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Folge vom 16.08.2026«Ausgezeichnet!»: Memento Mori. Wandel im Umgang mit dem TodDer Umgang mit Verstorbenen ändert sich mit der Zeit. Dennoch scheinen sich gewisse Grundmuster in der Verarbeitung eines existentiellen Verlusts hartnäckig zu halten. Immer mehr Menschen beerdigen ihre Toten nicht mehr auf einem Friedhof, sondern nehmen die Asche ihrer Lieben nach Hause, streuen sie in Flüsse, auf Wiesen, vergraben sie im Garten oder tragen sie in den Wald. Trotz dieser Entwicklung hin zu einem individualisierten Totenkult sind und bleiben Friedhöfe unersetzlich, als besondere Orte der Trauer, der Begegnung mit dem Tod und dem Leben. Erstsendung: 30.10.2009 Das Feature wurde mit dem Basler Featurepreis 2010 ausgezeichnet.
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Folge vom 07.08.2026«Ausgezeichnet!»: Emil Selhofer. Fremdenlegionär und DeserteurDer Schweizer Matrose Emil Selhofer verlässt 1944 seine Heimat und tritt in die französische Fremdenlegion ein, mit der er in den Indochinakrieg zieht. Dort wird er, wie er nach Hause schreibt, zum Verbrecher gemacht. Er desertiert und schliesst sich der vietnamesischen Befreiungsbewegung an, die den französischen Kolonialisten Widerstand leistet. Nach mehreren Jahren in der Fremde will Emil Selhofer zurück in die Schweiz, doch der Rückweg ist ihm versperrt. Seine Spur verliert sich im nordvietnamesischen Dschungel. Der Historiker An Lac Truong Dinh skizziert in der Sendung von Sabine Bitter das intensive, aber kurze Leben des Schweizer Fremdenlegionärs und Deserteurs Emil Selhofer. Erstsendung: 26.4.2012 Das Feature wurde 2012 mit dem «Prix Média akademien-schweiz» ausgezeichnet.