Sie gilt als «Erbsünde Amerikas» und wird noch immer weitgehend verschwiegen und verdrängt: das jahrhundertelange Verschleppen, Verkaufen und Versklaven von Millionen von Menschen aus Afrika. Wo steht Amerika mit dieser Schuld heute, 250 Jahre nach seiner Gründung?
Amerikas wirtschaftlicher Aufstieg wäre ohne die jahrhundertelange Ausbeutung von Millionen aus Afrika verschleppten und versklavten Menschen nicht möglich gewesen. Doch bis heute hat sich der Staat weder gegenüber den Opfern noch gegenüber deren Nachkommen je zu diesem beispiellosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt, geschweige denn dafür entschuldigt. Zum 250. Bestehen der USA eine Reportage, in der es nicht nur um Reparation geht, sondern auch um die fehlende gesellschaftliche Aufarbeitung des schlimmsten Kapitels amerikanischer Geschichte, das bis heute nachwirkt.
FeatureKultur & Gesellschaft
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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.
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Folge vom 26.06.2026Die offene Rechnung – was die USA ihren Schwarzen schulden
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Folge vom 19.06.2026«Aus mir braust finstre Tanzmusik». Else Lasker-Schüler vertontMit etwa 2'500 Vertonungen wurde Else Lasker-Schüler so oft in Töne gekleidet wie keine andere deutschsprachige Dichterin. Welche Faszination geht von dieser Lyrik für Musikerinnen und Musiker aus? Eine Spurensuche in Wuppertal, Dresden und der Schweiz. Ihre Poesie selbst ist schon Musik, Gedichttitel wie «Ouvertüre», «Fortissimo» und natürlich das berühmte «blaue Klavier» künden davon. Paul Hindemith, Friedrich Hollaender und der zeitgenössische Schweizer Komponist David Philipp Hefti fanden ganz unterschiedliche Ansätze für Vertonungen. Aber auch Jazzer wie Ulrich Klan, die Schlagersängerin Katja Ebstein und junge Songwriterinnen wie Christa Abels beschäftigen sich mit den Versen der expressionistischen Poetin. 80 Jahre nach ihrem Tod in Jerusalem ist Else Lasker-Schüler zeitlos – als Kämpferin für Frauen- und Autorenrechte, als Friedensbotschafterin und nicht zuletzt als eine frühe Performance-Künstlerin.
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Folge vom 12.06.2026Ingeborg Bachmann oder der Preis der FreiheitIngeborg Bachmann gehört zu den großen Stimmen der europäischen Nachkriegsmoderne – und zu den widersprüchlichsten. Aufgewachsen im Schatten von Krieg und Nationalsozialismus, findet die 1926 geborene Kärntnerin früh zur Literatur – und macht das Schreiben zu ihrem existenziellen Projekt. Eine atemberaubende Karriere führt die Autorin von Wien über Paris nach Rom. Beziehungen zu Paul Celan und Max Frisch prägen Bachmanns Leben ebenso wie Brüche, Krisen und Rückzüge. In den 1960er-Jahren gerät das Leben der Schriftstellerin zunehmend aus dem Gleichgewicht. Zum 100. Geburtstag der Schriftstellerin wird das Werk Ingeborg Bachmanns aus verschiedenen Blickwinkeln neu beleuchtet. Sichtbar wird eine Autorin, die bei allem Streben nach Emanzipation in den Verstrickungen ihrer Zeit gefangen blieb – existenziell und künstlerisch.
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Folge vom 05.06.2026Grönland will seine eigene Geschichte schreibenKaum hat sich die grösste Insel der Welt etwas vom dänischen Kolonialismus befreien können, melden die USA unverhohlene Annexionsgelüste an. Für die Grönländerinnen und Grönländer geht es jetzt ums Ganze. «Wir brauchen Grönland für unsere nationale Sicherheit», sagt US-Präsident Donald Trump. «Grönland ist Teil des Dänischen Königreiches», unterstreicht die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Derweil machen sich die Menschen auf der Arktis-Insel daran, ihre eigene Geschichte zu schreiben. Sie bauen dabei auf eine indigene Erzähltradition und viele Stärken. Doch die Zeit wird knapp, denn die Weltpolitik hat Grönland entdeckt und die eigenen Mittel sind überschaubar. Die Zukunft des Inuitvolkes steht auf der Kippe.