Teil 2 des Interviews mit Thomas Lienau-Becker.
Zusammnfassung:
Thomas Lienau-Becker betont, dass das Verhältnis zwischen queeren Menschen und religiösen Institutionen schwierig ist, da diese Institutionen oft nicht queerfreundlich sind.
Er beschreibt, wie Glaube und Spiritualität in Krisenzeiten hilfreich sein können (Trennungen, Tod eines Partners, Schwierigkeiten beim Coming-out) und hebt die Bedeutung glaubwürdiger Vermittler hervor. Das Interview beleuchtet ein konkretes Beispiel: einen Gedenkgottesdienst für eine verstorbene Sexarbeiterin, bei dem die Kirche Raum für Trauer und Erinnerung bot – auch für Menschen, die sich nicht traditionell religiös verstehen.
Der Interviewer fragt Becker nach den Herausforderungen, mit denen queere Menschen innerhalb des Christentums konfrontiert sind. Becker verweist auf eine Stelle im Alten Testament, die oft gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen verwendet wird, und macht auf die Grenzen aufmerksam, antike Texte auf heutige Realitäten anzuwenden.
Im weiteren Verlauf geht es um die Suche nach einer einladenden Gemeinschaft. Thomas Lienau-Becker plädiert dafür, den eigenen spirituellen Weg zu entdecken und darauf zu achten, was sich stimmig anfühlt.
Zum Schluss richtet sich das Gespräch auf Rituale und ihre Bedeutung. Ein Beispiel ist ein Segnungsgottesdienst, bei dem die Teilnehmenden den Namen wählen konnten, mit dem sie angesprochen und gesegnet werden wollten – eine Bestätigung individueller Identität. Das Interview endet mit Beckers Erklärung zu seiner Wahl des Liedes „Engel“ von Rammstein; das Stück setze sich spielerisch mit religiösen Motiven und der Idee auseinander, traditionelle Engelrollen zurückzuweisen.
Folgen von PINK CHANNEL
297 Folgen
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Folge vom 06.09.2025Thomas Lienau-Becker – Teil 2
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Folge vom 06.09.2025Nachrichten 06.09.2025Mit Martin Eichenlaub
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Folge vom 06.09.2025Thomas Lienau-Becker – Teil 3Teil 3 des Interviews mit Thomas Lienau-Becker. Zusammenfassung: Thomas Lienau-Beckers Stelle wird nachbesetzt, allerdings mit einer inhaltlichen Verschiebung: vom Schwerpunkt Aids-Seelsorge hin zur Seelsorge für queere Menschen. Im Interview werden die Voraussetzungen für die neue Rolle genannt: eine enge Verbindung zum queeren Leben und die Fähigkeit, eine Brücke zwischen kirchlicher Tradition und queeren Themen zu schlagen. Er spricht außerdem über das Projekt „Memento“, eine Gemeinschafts-Grabstätte, die ursprünglich für Menschen gedacht war, die an Aids verstorben sind, inzwischen aber für Personen der Queer Community und deren Angehörige geöffnet wurde. Es ist ein Ort des Erinnerns und der Gemeinschaft, der nicht an bestimmte Religionen oder Glaubensrichtungen gebunden ist. Dort haben bereits etwa 80 Beisetzungen stattgefunden.
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Folge vom 16.08.2025Indira Chuda im InterviewInterview im Hamburger Rathaus am 16.6.2025. Foto beim Rainbowflash 2025 aufgenommen. ZUsammenfassung: Im Interview mit Indira Chuda, der neuen queerpolitischen Sprecherin der SPD in der Hamburger Bürgerschaft, werden zentrale Themen ihrer Arbeit und Erfahrungen behandelt. Chuda ist seit Jahren bei den „Dykes on Bikes“ aktiv und lebt ihr gesamtes Erwachsenenleben offen lesbisch. Das habe ihre politische Karriere nicht behindert; möglicherweise habe es sogar geholfen – es sei aber nie der zentrale Punkt ihres Wahlkampfs gewesen. Sie spricht über doppelte Diskriminierung lesbischer Frauen in Partei und Community und die geringe Sichtbarkeit dieser Gruppe. Als Mitglied im Ausschuss für Gleichstellung und Anti-Diskriminierung will Chuda sich besonders für Frauen- und LGBTQ+-Rechte einsetzen. Zu ihren Vorhaben zählen die Einrichtung einer Gedenkstätte für queere NS-Opfer und die Schaffung eines queeren Zentrums in Hamburg. Zudem betont sie die solidarische und vernetzte LGBTQ+-Community Hamburgs, die sich positiv von teils zersplitterten Szenen anderer Städte unterscheide.