„Der Notbetrieb der Antidiskriminierungsstelle ist für nächstes Jahr gedeckt“ – Daniela Grabovac
Seit 13 Jahren setzt sich die Antidiskriminierungsstelle Steiermark für Gleichbehandlung und faire Chancen ein. Ob Rassismus, Sexismus oder Benachteiligung am Arbeitsplatz – das Team um Leiterin Daniela Grabovac bietet Beratung, Unterstützung und Bewusstseinsarbeit für Betroffene und Institutionen. Doch im vergangenen Jahr stand die Stelle selbst vor einer existenziellen Herausforderung: Nach den massiven Kürzungen durch die FPÖ-geführte Landesregierung wurden sämtliche Fördermittel gestrichen – die Arbeit stand still, viele Projekte – wie beispielsweise die Ban-Hate-App – mussten stark reduziert oder fast gestoppt werden.
Inzwischen gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die Stadt Graz springt mit 85.000 Euro ein und sichert damit die Arbeit der Einrichtung zumindest vorerst ab. Doch wie lange kann das Engagement für Antidiskriminierung so weitergehen? Welche Aufgaben und Hürden bleiben aktuell bestehen? Darüber sprechen wir mit Frau Grabovac in unserem Interview.
Das gesamte Interview mit Daniela Grabovac zur hört ihr am 3. November bei VON UNTEN im Gespräch.
„Man ist da drin ausgeliefert wir ein dreijähriges Kind bei der Kindergartentante“ – Dritter Anti-Knast Tag in Graz
Am Samstag fand in Graz der dritte Anti-Knast-Tag statt – ein Aktionstag, der darauf aufmerksam macht, dass auch hinter Gefängnismauern Menschenrechte gelten müssen. Immer wieder wird von mangelhafter medizinischer Versorgung, fehlenden Weiterbildungsangeboten und struktureller Überforderung im Strafvollzug berichtet. Dabei sollte ein Gefängnis kein Ort des Wegsperrens, sondern einer echten Resozialisierung sein.
Die Organisator:innen fordern mehr Transparenz und Menschlichkeit im Umgang mit Inhaftierten. Sie kritisieren, dass soziale und gesundheitliche Probleme oft erst im Gefängnis sichtbar werden – und dort kaum aufgefangen werden. Ausbildung, Therapie und Bildung seien keine Zugeständnisse, sondern Grundvoraussetzungen, um Menschen nach der Haft wieder ein Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.
Enric hat mit Martin von Inmates Shelter und mit Kundgebungsteilnehmerin Christine gesprochen.
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Folge vom 25.10.2025„Der Notbetrieb der Antidiskriminierungsstelle ist für nächstes Jahr gedeckt“ – Daniela Grabovac | Anti-Knast Tag in Graz
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Folge vom 15.10.2025Ärzte ohne Grenzen am Grazer Hauptplatz | Anti-Knast Tag am 18. Oktober | Protest gegen ICMPD in WienSylvia Wamser, Psychologin bei Ärzte ohne Grenzen über Herausforderungen für Helfer:innen in Krisengebieten Seit mehr als 50 Jahren leistet Ärzte ohne Grenzen humanitäre Hilfe zum Beispiel nach Naturkatastrophen oder in Kriegsgebieten. Die Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen der NGO werden derzeit in einer Ausstellung am Grazer Hauptplatz thematisiert, wir waren bei der Eröffnung dabei. Doch nicht nur die Anzahl der Krisen und der damit verbundene Bedarf an Unterstützung nimmt zu. Immer häufiger kommt es auch zu Angriffen auf Einsatzgruppen, die humanitäre Hilfe leisten wollen. Über die Lage reden wir mit Sylvia Wamser, sie war auf ihrem ersten Einsatz bereits vor 20 Jahren in Myanmar und hat seitdem zahlreiche weitere Einsätze absolviert. Außerdem erklärt sie uns, wie Ärzte ohne Grenzen eigentlich arbeitet und welche Herausforderungen auf einen warten. Bild: Melissa Kautsch Anti-Knast-Tag in Graz Am 18. Oktober findet in Graz zum dritten Mal der Anti-Knast-Tag statt – heuer wieder in der Mauergasse, direkt an der Mauer der Justizanstalt Karlau. Ein symbolischer Ort, sagen die Veranstaltenden, denn hier soll sichtbar werden, was sonst oft verdrängt wird: die Realität von Gefängnissen, Isolation und staatlicher Kontrolle. Im Interview erzählen Martin vom Verein Inmate Shelter und eine Mitorganisatorin, warum sie die Veranstaltung genau dort abhalten und was sie mit Aktionen wie dem Vorlesen und Aufhängen von Briefen inhaftierter Personen erreichen wollen. Ihr Ziel: das Thema Knast aus der Unsichtbarkeit holen und zum Nachdenken über Alternativen anregen. Inmate Shelter setzt sich für die Rechte und die Unterstützung von Menschen im und nach dem Gefängnis ein – und arbeitet damit an einem Bereich, über den in der Öffentlichkeit selten gesprochen wird. Wer erfahren will, warum Kritik am Strafvollzug wichtig ist, welche Perspektiven Betroffene selbst einbringen – und warum Solidarität nicht an Gefängnismauern enden sollte – kann am Samstag, den 18. Oktober ab 14:00, in die Mauergasse kommen. No Border Summit und Protest gegen die „Vienna Migration Conference“ in Wien Vom 17. bis zum 22. Oktober ruft ein breites Bündnis in Wien zum Protest gegen die „Vienna Migration Conference“ des International Center for Migration Policy Development (ICMPD) auf. Laut den Veranstalter:innen steht die Konferenz für eine autoritäre und rassistische EU-Migrationspolitik – von Pushbacks bis zur Aufrüstung afrikanischer Grenztruppen. Unter dem Motto „Laut und bunt gegen Festung Europa“ soll in Wien ein starkes Zeichen für Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle Menschen gesetzt werden. Was genau am Summit passiert und wie ihr euch an den Protesten danach beteiligen könnt, hört ihr von Tobi. Alle weiteren Infos zum Programm und Protest findet ihr hier.
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Folge vom 08.10.2025Razzien bei Neonaziszene | Budapest-Komplex: Zaid stellt sichKarl Öllinger zu den Razzien bei Neonazis im September Insgesamt 25 Razzien bei Neonazis in fünf österreichischen Bundesländern sorgten im September für Aufsehen – doch um wen handelt es sich und wie gefährlich ist das Netzwerk? Der jüngste „Joint Action Day“ zeigt, dass Staatsschutz und Innenministerium signalisieren wollen, dass sie gegen Rechts aktiv sind – allerdings reicht es nicht sich auf einzelne Gruppen zu fokussieren. Es braucht klare Recherche, Dokumentation, Analyse und vor allem eine genaue Betrachtung von nationalen aber auch international agierenden Neonazi-Netzwerken. Bild: Die sog. „Querfront“ organisierte sich rund um Neonazi Gottfried Küssel gegen die Maßnahmen der Corona Pandemie. Quelle: Presseservice Wien Budapest-Komplex: Zaid stellt sich der französischen Justiz Am Morgen des 1. Oktober präsentierte sich der Antifaschist Zaid A. in der Polizeiwache des 1 rue de Lutèce in Paris. Der in Nürnberg aufgewachsene syrische Staatsbürger wird per europäischem Haftbefehl von Ungarn gesucht. Zusammen mit weiteren Antifas wird Zaid im sogenannten Budapest Komplex Gewalttaten und der «Bildung einer kriminellen Vereinigung» bezichtigt. Fabian von Radio Dreyeckland hat mit ihrem Korrespondenten Luc gesprochen. Hier findet ihr regelmäßige Updates zur Repression rund um den Budapest Komplex. Der Beitrag wurde von Radio Dreyeckland aus Freiburg übernommen.
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Folge vom 01.10.2025„Der Pflegestützpunkt macht die Stimme von Pflegenden hörbar“ – Karin Schuster | Polizeirazzia am Peršmanhof„Der Pflegestützpunkt macht die Stimme von Pflegenden hörbar“ – Karin Schuster Seit 2019 gibt es bei Radio Helsinki den Pflegestützpunkt – ein Projekt, das Pflegekräften eine Stimme gibt und ihre Erfahrungen ins Radio bringt. Workshops, Nachtprogramme wie die Nochtschicht oder Kooperationen mit unterschiedlichsten Institutionen zeigen, wie vielfältig und wichtig diese Arbeit ist. Heuer im Jänner wurde das Projekt sogar mit einem Radiopreis ausgezeichnet. Doch nun steht viel auf dem Spiel: Die Landesförderung von 30.000 Euro, fast die Hälfte des Gesamtbudgets, wurde zur Gänze gestrichen. Nun sucht die Redaktion rund um Karin Schuster nach neuen Wegen, um Pflege sichtbar zu halten und Beteiligte zu empowern. Über die aktuelle Lage, künftige Kooperationen und die nächsten Termine sprechen wir mit Karin Schuster, Initiatorin und Koordinatorin des Projekts. Hier findet ihr alle Infos zur gepflegten philosophischen Nacht zum Welttag der Philosophie am 20. November. Und hier gibts alle Infos zum 5. Projektjahr Pflegestützpunkt. Polizeirazzia am Peršmanhof Am 27. Juli wurde auf dem historischen Peršmanhof in Kärnten ein Polizeieinsatz mit einem Großaufgebot von Polizei, Hubschrauber, Hundestaffel, Cobra-Einheit, Beamte des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl sowie der Bezirkshauptmannschaft durchgeführt. Der Einsatz zielte auf ein antifaschistisches Jugendbildungs-Camp ab – und sorgte für landesweite Verärgerung, Betroffenheit und Schock. Der Peršmanhof ist ein elementarer Erinnerungsort für die Kärntner Slowen:innen. Er war ein zentraler Ort für die Organisierung gegen den Nationalsozialismus und wurde am 25. April 1945 zu einem Ort eines brutalen Massakers an 11 Zivilist:innen, die von der SS ermordet wurden. Darunter befanden sich sieben Kinder, eines davon ein Säugling. Heute beherbergt der Peršmanhof eine Gedenkstätte und ein Museum des Widerstands. Im zweiten Beitrag heute hört ihr die Rede vom Verein Gedenkdienst, die auf der Solidaritätsdemonstration für den Peršmanho gehalten wurde. Die Kundgebung fand am 31. Juli in Wien statt. Der O-Ton wurde von Gerhard Kettler von Radio Orange aufgenommen, hier könnt ihr die gesamte Kundgebung nachhören. Am 13. Oktober hört ihr bei VON UNTEN im Gespräch ein ausführliches Interview mit dem Presseteam des antifaschistischen Jugendcamps, gegen das sich die Polizeirazzia richtete.