Es ist faszinierend, wie die Leitung in einer so großen Glaubensgemeinschaft wie der katholischen Kirche auf den verschiedenen Ebenen funktioniert. Allerdings zeigte sich in den letzten Jahren auch Leitungsversagen. Bei Verbesserungsvorschlägen besteht indes keine Einigkeit: mehr Kontrolle, mehr Charisma, mehr Professionalität, mehr Gewaltenteilung, mehr Teilhabe, mehr Synodalität oder mehr innere Umkehr?
Der Synodale Weg in Deutschland formulierte konkrete Strukturreformen wie z. B. dezentrale Verwaltungsgerichte und die Neugewichtung Diözesaner Räte. Auf dem Podium diskutieren Fachleute aus Kirchenrecht, Politikwissenschaft und der Praxis diözesaner Verwaltung.
Die Abendveranstaltung fand im Rahmen der Deutsch/Österreichischen Kirchenrechtstagung 2024 vom 19. bis 21. Februar 2024 an der LMU München in der Katholischen Akademie in Bayern am 20.2.2021 statt, organisiert von Prof. Dr. Burkhard Berkmann.
Die Katholische Akademie in Bayern ist eine selbstständige kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Die bayerischen Bischöfe haben die Akademie 1957 als unabhängige Denkwerkstatt gegründet und finanzieren sie bis heute, ohne auf ihre Arbeit Einfluss zu nehmen. Mit ihrer Satzung erhielt sie den Auftrag, „die Beziehungen zwischen Kirche und Welt zu klären und zu fördern“. Unser Themenspektrum umfasst Religion und Politik, Naturwissenschaft und Technik, Geschichte und Philosophie, Kunst und Kultur.
ReligiösTalk
zur debatte Folgen
Dokumentierte Vielfalt hören von Veranstaltungen der Katholischen Akademie in Bayern. Referate, Diskussionen und Gespräche zu Themen, die Kirche und Gesellschaft interessieren: Expertinnen und Experten haben das Wort.
Folgen von zur debatte
242 Folgen
-
Folge vom 17.05.2024Podium zum Thema 'Reform kirchlicher Leitung - Zwischen Macht, Recht und Gerechtigkeit'
-
Folge vom 17.05.2024Paul Kirchhof: Die Europawahlen als Akt Europäischer EinigungPaul Kirchhof, Richter des Bundesverfassungsgerichts a.D., referiert zur Europawahl 2024 bei einer öffentlichen Veranstaltung am 10.5.2024 in der Katholischen Akademie in Bayern. Im Anschluss an seinen Vortrag diskutieren die Spitzenkandidaten von CSU und Grünen, Manfred Weber und Terry Reintke zu Themen der bevorstehenden Europawahl. Die Veranstaltung wurde von der Katholischen Akademie in Bayern in Zusammenarbeit mit folgenden Kooperationspartnern vorbereitet und durchgeführt: Münchner Europakonferenz e.V.; Akademie für Politische Bildung, Tutzing; Europa-Union München e.V.; Griechische Akademie München e.V.; Europäische Akademie Bayern e.V.
-
Folge vom 17.05.2024Podium zum Thema 'Europawahl 2024'Auf dem Podium in der Katholischen Akademie in Bayern diskutierten am 10.5.2024: Manfred Weber, MdEP, Spitzenkandidat der CSU, Fraktionsvorsitzender der EVP im Europäischen Parlament Terry Reintke, MdEP, Spitzenkandidatin der europäischen Grünen, Co-Vorsitzende der Fraktion der Grünen / Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament Moderation: Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung. Den einführenden Vortrag vor der Podiumsdiskussion hat Prof. Dr. Paul Kirchhof zum Thema „Die Europawahlen als Akt Europäischer Einigung“ gehalten. Die Veranstaltung wurde von der Katholischen Akademie in Bayern in Zusammenarbeit mit folgenden Kooperationspartnern vorbereitet und durchgeführt: Münchner Europakonferenz e.V.; Akademie für Politische Bildung, Tutzing; Europa-Union München e.V.; Griechische Akademie München e.V.; Europäische Akademie Bayern e.V.
-
Folge vom 07.05.2024Gespräch zum Thema 'Die bayerischen Konkordate – ein Spiegel des Stellenwerts der katholischen Kirche in Bayern'Bayern blickt auf eine anderthalbtausendjährige Geschichte zurück – und seit 1300 Jahren gibt es auf dem Gebiet des heutigen Freistaats kirchliche Strukturen. Immer wieder gab es im Laufe der Jahrhunderte Verträge, mitunter bereits Konkordate genannt, zwischen den bayerischen Herrschern und den das Herzogtum umgebenden geistlichen Fürstentümern, wobei es sich um Verträge zwischen gleichberechtigten Mächten handelte. Mit dem Wandel vom Alten zum Neuen Bayern Anfang des 19. Jahrhunderts, nach der Säkularisation, den Mediatisierungen und weiteren napoleonischen Umwälzungen, änderte sich die Situation grundlegend. Die Bischöfe waren keine Fürsten mehr, sie wurden beschränkt auf ihre geistlichen Aufgaben und waren nun Untertanen des bayerischen Königs. Die kirchlichen Strukturen wiederum wurden weit stärker als zuvor in den Staat integriert, was Absprachen mit der Kurie nötig machte. Nach mehr als zehnjährigen, teilweise sehr kontrovers geführten Verhandlungen schlossen der Heilige Stuhl und das Königreich 1817 ein Konkordat, das dem bayerischen Monarchen zwar einerseits in einigen für ihn wichtigen Punkten entgegenkam, das aber andererseits für Bayern unerfüllbare Klauseln enthielt. Rund 100 Jahre später wurde es von mancher Seite als ungültig betrachtet, hatte die Revolution von 1918/19 doch die Monarchie hinweggefegt und neue Strukturen geschaffen. Von 1919 bis 1924 – begleitet von politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen und Konflikten sowie Streitigkeiten mit der Reichsregierung in Berlin - verhandelten unterschiedliche bayerische Regierungen mit dem Münchner Nuntius Eugenio Pacelli (dem späteren Papst Pius XII.), bevor der Vertrag am 29. März 1924, vor nun 100 Jahren, unterzeichnet wurde. In wesentlichen Punkten ist dieses Konkordat noch heute gültig. Das Gespräch fand statt am 23.2.2024 anlässlich der Tagung "Normalität, Kalkül, Konflikt - Die Konkordate von 1817 und 1924" in der Katholischen Akademie in Bayern.