Wälder sind zentrale Säulen globaler und nationaler nachhaltiger Entwicklung. Sie haben als wesentliche Lebensgrundlage eine besondere Bedeutung für die Menschen, für biologische Vielfalt, Klima, Wasser und Böden. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In Deutschland hat sich der Wald tief ins emotionale Bewusstsein eingeprägt; vor allem seit der Romantik wurde er ein Hauptmotiv der Geistes- und Kunstgeschichte und mit nationaler Bedeutung aufgeladen. Manchmal trägt Waldverklärung geradezu religiöse Züge und driftet teils auch ins Esoterische ab.
Gegenwärtig sehen Forstexperten den Wald in akuter Gefahr und schlagen Alarm. Schädliche Umwelteinflüsse und die Folgen des Klimawandels bedrohen den Wald; Trockenheit, Stürme, Hagelschäden und extreme Schneefälle machen ihm schwer zu schaffen. Hinzu kommen Waldnutzungskonflikte zwischen unterschiedlichen Interessen des Naturschutzes, der Freizeitgestaltung und der Holzwirtschaft. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den Wald, die nur schwer miteinander vereinbar sind: Einerseits wächst der Bedarf an Holzentnahme, andererseits ist das Totholz von zentraler Bedeutung für die Kleintiere des Waldes.
Bei der Veranstaltung sollen die vielfältigen Dimensionen und Beziehungen des Lebensraumes Wald aufgezeigt werden. Darüber hinaus soll gefragt werden, wie die lebenswichtigen Funktionen des Waldes für Menschen, Tiere und Pflanzen nachhaltig erhalten werden können. Das ganze veranstalten wir dort, wo sich das Nachdenken ideal mit direkter Anschauung verbinden lässt: im „Räuberwald“ Spessart, einem der ältesten und schönsten Kulturwälder Europas.
Die Diskutanten der Podiumsdiskussion "Waldschutz ja – aber wie?" sind:
Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, Regensburg,
Patrick Friedl MdL, Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung in der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Bayerischen Landtag.
Moderation:
PD Dr. Achim Budde, Akademiedirektor.
Das Gespräch fand im Rahmen der Tagung 'Waldperspektiven', 9.-11.5.2022, der Katholischen Akademie in Bayern auf Burg Rothenfels statt.
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Dokumentierte Vielfalt hören von Veranstaltungen der Katholischen Akademie in Bayern. Referate, Diskussionen und Gespräche zu Themen, die Kirche und Gesellschaft interessieren: Expertinnen und Experten haben das Wort.
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Folge vom 26.06.2023Podium zum Thema 'Waldschutz ja - aber wie?'
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Folge vom 26.06.2023Thomas Söding: Das offene Ende der ApostelgeschichteDie Apostelgeschichte endet offen. In der Forschung wurde diskutiert, ob das wirklich der beabsichtigte Schluss sei: Sollte noch ein dritter Teil folgen, konnte der Autor die Paulusbiographie nicht mehr abschließen, ging das letzte Blatt verloren... In diesem Vortrag geht es um die Analyse der Schlusspassage der Apostelgeschichte als offenes Ende, das die Leser zu den kommenden „Helden“ der Geschichte macht. Das offene Ende ist der Anfang des Weges der Leserinnen und Leser. "Offenes Ende. Eine Rückschau zum Weitergehen" - Zu dieser Themenstellung referiert Prof. Dr. Thomas Söding, Professor für neutestamentliche Exegese und Theologie an der Ruhr-Universität Bochum, am 13.4.2022 in der Katholischen Akademie in Bayern.
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Folge vom 25.05.2023Erich Garhammer: "Massaker oder Balkon?" Alte und neue Alter(n)s-StereotypeEine der größten Herausforderungen westlicher Gesellschaften ist die massive Alterung. Ab 2030 werden ca. ein Drittel aller Bundesbürger fünfundsechzig Jahre und älter sein. Das Thema wird in vielerlei Hinsicht – gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich – brisant, vor allem auch deswegen, weil es jeden einzelnen von uns betrifft. Von daher ergeben sich zunächst Fragen grundlegender Art: Wie wollen wir als Ältere und Älteste leben? Wodurch soll dieses Leben vorrangig geprägt sein? Welche Rolle kann Spiritualität spielen? Der Beter von Psalm 90 sagt dazu: Unsere Tage zu zählen, lehr uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz. Die fünfte Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Gesundheit und Spiritualität (IGGS) – zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Bayern – beschäftigt sich mit dieser weitgespannten und existentiellen Thematik. Das Referat mit dem Titel "Massaker oder Balkon? Alte und neue Alter(n)s-Stereotype" hielt Prof. Dr. Erich Garhammer, Professor für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg am 21.11.2015 in der Katholischen Akademie in Bayern. Er nahm in seinem Vortrag verschiedene literarische Bilder vom Alter(n) in den Blick.
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Folge vom 25.05.2023Cornelia Zetzsche im Theologischen TerzettZum Theologischen Terzett mit Buchlektüre und -diskussion laden wieder Annette Schavan und Jan-Heiner Tück ein. Diesmal zu Gast: Cornelia Zetzsche. Cornelia Zetzsche, geboren in Leipzig, ist Literaturkritikerin, Kulturjournalistin, Moderatorin und war bis 2022 Literaturredakteurin beim Bayerischen Rundfunk; außerdem ist sie Vizepräsidentin und Writers-in-Prison-Beauftragte des PEN Zentrum Deutschland. Cornelia Zetzsche ist Kuratorin von Literaturfestivals, Jurorin u. a. beim Deutschen Buchpreis und Regisseurin von Hörbüchern; sie veröffentlichte Autoren-Porträts und die Anthologie „Zwischen den Welten“ mit indischer Literatur; außerdem arbeitet sie interdisziplinär mit Theatern und Museen. Die im Terzett besprochenen Bücher wurden von den drei Diskutanten des Abends vorgeschlagen und im Vorhinein gelesen. Es sind dies: Hartmut Rosa: Demokratie braucht Religion. Wolfgang Huber: Menschen, Götter und Maschinen. Eine Ethik der Digitalisierung. Dževad Karahasan: Einübung ins Schweben. Das Gespräch fand am 27.3.2023 in der Katholischen Akademie in Bayern statt.