Es ist sicher nicht übertrieben, wenn man konstatiert, dass die Forschung zur christlichen und insbesondere katholischen Literatur eingeschlafen ist. Überblickt man die literaturwissenschaftliche Forschungsgeschichte der letzten Jahrzehnte, so fällt auf, dass es kaum großangelegte Versuche gibt, die Spezifik von katholischer Literatur zu benennen.
Diese internationale literatur- und medienwissenschaftliche Tagung stellt die Frage nach der katholischen Literatur und ihren Medien heute neu: Wo finden sich christliche/katholische Spuren in der Gegenwartsliteratur bis zum Aufkommen des Trends des neuen Geheimnisvollen, von Serien wie The Young Pope bis zum Magiediskurs in Game of Thrones? Was passiert, wenn man den Renouveau catholique zwar historisch fasst und untersucht, aber seine Überlegungen auch auf das 21. Jahrhundert projiziert?
Prof. Dr. Claudia Stockinger ist Professorin für Neuere deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin. Sie referierte am 22.11.2022 in der Katholischen Akademie in Bayern.
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Dokumentierte Vielfalt hören von Veranstaltungen der Katholischen Akademie in Bayern. Referate, Diskussionen und Gespräche zu Themen, die Kirche und Gesellschaft interessieren: Expertinnen und Experten haben das Wort.
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Folge vom 24.05.2023Claudia Stockinger: „In ‚2001‘ spielt die Religion nun keine große Rolle mehr." Kath. Literatur post-desäkular?
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Folge vom 24.05.2023Jan-Heiner Tück: Vielschichtige traditio. Thomas Hürlimann und Botho StraußEs ist sicher nicht übertrieben, wenn man konstatiert, dass die Forschung zur christlichen und insbesondere katholischen Literatur eingeschlafen ist. Überblickt man die literaturwissenschaftliche Forschungsgeschichte der letzten Jahrzehnte, so fällt auf, dass es kaum großangelegte Versuche gibt, die Spezifik von katholischer Literatur zu benennen. Diese internationale literatur- und medienwissenschaftliche Tagung stellt die Frage nach der katholischen Literatur und ihren Medien heute neu: Wo finden sich christliche/katholische Spuren in der Gegenwartsliteratur bis zum Aufkommen des Trends des neuen Geheimnisvollen, von Serien wie The Young Pope bis zum Magiediskurs in Game of Thrones? Was passiert, wenn man den Renouveau catholique zwar historisch fasst und untersucht, aber seine Überlegungen auch auf das 21. Jahrhundert projiziert? Prof. Dr. Jan-Heiner Tück ist Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Wien. Er referierte am 22.11.2022 in der Katholischen Akademie in Bayern.
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Folge vom 17.05.2023Peter Czoik: „Ende der Vorsehung“ - Ökologie und Apokalypse in Carl Amerys WerkEs ist sicher nicht übertrieben, wenn man konstatiert, dass die Forschung zur christlichen und insbesondere katholischen Literatur eingeschlafen ist. Überblickt man die literaturwissenschaftliche Forschungsgeschichte der letzten Jahrzehnte, so fällt auf, dass es kaum großangelegte Versuche gibt, die Spezifik von katholischer Literatur zu benennen. Diese internationale literatur- und medienwissenschaftliche Tagung stellt die Frage nach der katholischen Literatur und ihren Medien heute neu: Wo finden sich christliche/katholische Spuren in der Gegenwartsliteratur bis zum Aufkommen des Trends des neuen Geheimnisvollen, in Serien wie The Young Pope bis zum Magiediskurs in Game of Thrones? Was passiert, wenn man den Renouveau catholique zwar historisch fasst und untersucht, aber seine Überlegungen auch auf das 21. Jahrhundert projiziert? Dr. Peter Czoik ist Redakteur und Koordinator beim Literaturportal Bayern an der Bayerischen Staatsbibliothek. Er befasst sich in seinem Referat, das er am 22.11.2022 in der Katholischen Akademie in Bayern gehalten hat, mit einer Anti-Utopie von Christian Anton Mayer, geboren 1922 in München, gestorben 2005 ebenda, bekannt unter dem Pseudonym Carl Amery. Dieser hat mit dem Roman „Der Untergang der Stadt Passau“ (1975) seinen größten Bucherfolg vorgelegt. Inspiriert von Walter M. Millers „A Canticle for Leibowitz“ entfaltet er darin die Situation konkurrierender Stämme nach einer globalen Seuche im zwanzigsten Jahrhundert.
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Folge vom 15.05.2023Otfried Höffe: Verzicht - (k)eine UtopieIn der Tradition der philosophischen und theologischen Ethik sowie der Praxis der Weltreligionen spielen verschiedene Formen des Verzichts eine erhebliche Rolle. Diesen Befund mag man nun begrüßen oder nicht - auf unsere Gegenwart lässt er sich jedenfalls nicht eins zu eins übertragen. Denn obwohl auch säkulare Zeitgenossen noch vor oder an christlichen oder jüdischen Feiertagen spenden oder fasten - Muslime tun gar beides im Monat Ramadan -, so ist das Stichwort des Verzichts (ebenso wie die Umfeldausdrücke der Askese und des Fastens) aus der öffentlichen Diskussion so gut wie verschwunden. Zusammen mit dem Philosophen Prof. Dr. Otfried Höffe aus Tübingen und dem Moraltheologen Dr. Werner Veith aus München möchten wir dieser Tatsache aktiv entgegenwirken und die Logik des Verzichts neu ins Bewusstsein heben. Dabei werden wir jedoch keiner lebensfernen Utopie das Wort reden, sondern die Sachgründe zu erörtern suchen, die für eine Wiederentdeckung und Wiederbelebung des Verzichts sowie der ihm zugeordneten Tugend der Besonnenheit sprechen. Allein die zahlreichen Probleme der Gegenwart - denken wir beispielsweise an die Impfstoffverteilung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie oder an die Bedrohung der globalen Ressourcenknappheit - fordern uns auf, den traditionellen Diskussionsrahmen einer personalen Ethik auf eine soziale und politische Ethik hin zu erweitern. Denn: „Will die moderne Zivilisation menschenwürdig überleben, benötigt sie ein erhebliches Maß sowohl an persönlichen als auch an einer wirtschaftlich- und gesellschaftspolitischen, nicht zuletzt an einer global wirksamen Besonnenheit“ (Otfried Höffe). Prof. Dr. Otfried Höffe ist emeritierter Professor für Ethik, Politische Philosophie und Philosophie an den Universitäten Fribourg (Schweiz) und Tübingen. Er sprach am 10.11.2021 in der Katholischen Akademie in Bayern.