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Es gibt eine Menge an Verdächtigen im Falle des toten Handwerkmeisters Herbert Mekelnburg
Es gibt eine Menge an Verdächtigen im Falle des toten Handwerkmeisters Herbert Mekelnburg © John Nichols / freeimages.com

Hörspiel

Das Handikap von Linda Teßmer

Der frühere Betreiber eines Reifenservices, Herbert Mekelnburg, ein 62-jähriger Mann, der geschieden war, wurde erschlagen aufgefunden. Sein Leichnam lag in seinem Orchideen-Gewächshaus, was als ein ziemlich ungewöhnliches Hobby von den Ermittlern Lohse (Günter Grabbert) und Schäfer (Friedhelm Eberle) angesehen wird. Diese Einzigartigkeit zieht weitere Probleme nach sich, denn die hohe Feuchtigkeit im Gewächshaus verhindert eine exakte Bestimmung des Todeszeitpunkts. Auch Mekelnburgs soziales Umfeld zeigt sich verworren. Zu den Menschen in seinem Leben zählen eine Geliebte, Ex-Kollegen und seine Ex-Frau, die alle eine merkwürdige Abhängigkeit zu ihm entwickelten. Es wird schnell klar, dass der Kreis der Trauernden klein ausfällt, da kaum jemand seinem Ableben nachtrauert.

Genauso unkonventionell wie der Fundort der Leiche ist die realistische Hintergrundgeschichte dieses Hörspiels aus der Reihe "Krimi am Freitag", die der DDR-Rundfunk zwischen 1975 und 1991 ausstrahlte. Der Getötete war eine prägnante Figur des ostdeutschen Automobilmarkts. (Eine Ähnlichkeit besteht zu der Person "Reifen-Saft" aus dem Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula", dargestellt von Fred Delmare.) Die "Autoproblematik" war eines der heikelsten Themen in der DDR-Wirtschaftspolitik, da das Angebot bei weitem nicht der Nachfrage entsprach. Am Rande der Kriminalgeschichte gewährt Linda Teßmer Einblicke in die gebräuchlichen Methoden zur Beschaffung von Fahrzeugen, Reifen, Ersatzteilen und auch Kontakten - eine Praxis, die nicht selten in kriminelle Umfelder abglitt.

Zum Autor

Die 1923 in Malente geborenen Linda Teßmer begann im Alter von 50 Jahren originelle Kriminalgeschichten in der DDR zu veröffentlichen. Diese erschienen bis 1976 unter dem Alias Leon Picard als Taschenheftromane in der Reihe "Blaulicht" und wurden teils sogar als Hörspiele gesendet. Darüber hinaus schrieb sie die zwölfteilige Hörspielserie "Gemeindeschwester Erika" (1982). Mit 60 Jahren, dem in der DDR geltenden Rentenalter für Frauen, zog sie in die Bundesrepublik Deutschland zurück, in ihren Geburtsort Malente.

"Das Handikap von Linda Teßmer" im Überblick

Das Handikap von Linda Teßmer

von Linda Teßmer

Mit Günter Grabbert, Friedhelm Eberle, Carla Valerius, Siegfried Voß

Produktion: 1976

Sendezeit Mi, 31.12.2025 | 18:15 - 19:00 Uhr
Sendung MDR KULTUR "Hörspiel"
Radiosendung