Der Katalane Raül Refree und die aus dem süditalienischen Salento stammende Maria Mazzotta haben sich Zeit gelassen, zueinander zu finden.
Er, der Produzent und Gitarrist aus Barcelona, fand ihre Stimme schon früh bemerkenswert; sie ist tief verwurzelt in der musikalischen Tradition ihrer Region. Als die Beiden sich schließlich in Apulien trafen, teilte Mazzotta mit ihm die Lieder des alten süditalienischen Repertoires und die Geschichten dahinter - darunter die pizzica taranta, ein Ritualgesang, der einst als musikalisches Heilmittel gegen tiefe Schwermut galt. Als Refree später den Auftrag erhielt, ein Werk über Metamorphosen zu schreiben, griff er auf dieses Material zurück: Lullabys, Klagegesänge und religiöse Weisen bis hin zur ekstatischen Pizzica. Und so hat sich das gemeinsame Projekt "San Paolo di Galatina" geformt, eine musikalische Erzählung über Trost, Transformation und die Kraft des Rauschs.
Neben diesem intensiven Duo-Projekt öffnen wir die Ohren heute außerdem für weitere Stimmen der globalen Klanglandschaft: etwa den Garifuna-Gesang von Aurelio aus Honduras, den energiegeladenen brasilianischen Roots-Sound von Matuto und die tief empfundene Poesie des Portugiesen Salvador Sobral.
Weltmusik gemischt
Die hr2-Hörbar Folgen
Musik grenzenlos und global - Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich
Folgen von Die hr2-Hörbar
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Folge vom 19.02.2026Raül Refree & Maria Mazzotta & mehr Musik grenzenlos
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Folge vom 18.02.2026Federspiel: Wir & Jetzt & mehr Musik grenzenlosSieben Bläser, ein neues Kapitel: Die Gruppe Federspiel aus Österreich spannt mit dem Album "Wir & Jetzt" einen Bogen über zwei Jahrzehnte lebendige Bandgeschichte zum Hier und Jetzt. Erfahrung und Neugier greifen dabei kreativ ineinander, dem Septett geht es schon lang nicht mehr um schiere Virtuosität und den vordergründigen Schaueffekt. Ihre Eigenkompositionen laden zum Innehalten und Nachdenken ein und feiern die Magie des Augenblicks: jenen schmalen Streifen zwischen Vergangenheit und Zukunft, den allein wir mit unserem Handeln füllen und beeinflussen können. Wir leben nur im Hier und Jetzt, und dieses "Wir", das ist für die innovative Blaskapelle aus der Wachau viel mehr als die eigene Band: das sind wir alle! Federspiel, so hat mal ein Kollege vom Schweizer Radio SRF gesagt, das ist "ein Spiel zwischen Rausch und Attacke, zwischen Tradition und Revolution, zwischen Ernst und Ironie". Wie wahr! Außerdem in der Sendung: die ivorische Sängerin Dobet Gnahoré mit energiegeladenem Afropop, Dulce Joya Léon mit romantisch-virtuoser Klavierpoesie, Bukahara mit globalem Urban Folk, The Ukrainians mit ihrer Osteuropa-Variante des Kraftwerk‘schen "Models", Luísa Maita mit lässigem São-Paulo-Groove, der Pianist Michael Schlierf mit Band und ?Shmaltz! mit einem raffinierten Balkan-Tango.
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Folge vom 17.02.2026Pur und direkt: die Künstlerin Lylit & mehr Musik grenzenlos"Call The Things By Their Name". So heißt einer der Songs auf dem neuen Album von Lylit. Die Dinge offen beim Namen zu nennen, das war eine der Maximen für die österreichische Sängerin und Komponistin Eva Klampfer (alias Lylit), als sie daran ging, ihr neues Soloalbum zu entwerfen. Die schonungslose Offenheit kann durchaus auch mal schmerzhaft sein und Überwindung kosten, schließlich stülpt Lylit in manchen ihrer Songtexte ihr Innerstes nach Außen und erzählt von sehr persönlichen Erfahrungen in Songs wie "My Body" oder "I can‘t do this". So etwas macht natürlich verletzlich, kann aber auch befreiend sein. Wir sind jedenfalls dankbar, dass Lylit auf ihrem neuen Album "her" ihre Musik und ihre grandiose Stimme mit uns teilt. Pur, direkt und unverstellt. Außerdem im Mix der Klangfarben dieser Hörbar-Ausgabe: Hazmat Modine mit rootsigem Swamp-Blues, Milladoiro mit Dudelsack und galicischer Weite, Richard Bona mit federndem Afro-Groove und Bass-Eleganz, das Montréal Guitare Trio mit kammermusikalischem Saiten-Drive - und Yamirah’s Solar Explorers mit kosmisch-funkelnden Jazz-Vibes.
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Folge vom 16.02.2026Liebe des Lebens: Nils Landgren & mehr Musik grenzenlosGerade hat er seinen 70. Geburtstag gefeiert: der "Mann mit der roten Posaune", Nils Landgren. "Als ich jung war, wollte ich Popstar werden, aber mit Posaune. Alle sagten mir: Vergiss es und setz dich wieder in die hintere Reihe. Aber ich wollte das nicht akzeptieren." Und tatsächlich; Nils Landgren hat es geschafft, mit seinem Instrument ins Rampenlicht zu treten, und das weit über den Tellerrand des Jazz hinaus. "Love of my life" heißt das Livealbum, mit dem er sich jetzt selbst zu seinem runden Geburtstag beschenkt hat. Eine Sammlung einiger der Stücke, die ihm am meisten am Herzen liegen. Eigene Stücke, aber auch Klassiker von Cat Stevens, Leonard Bernstein, Kurt Weill, Herbie Hancock, Joe Sample und anderen, eingespielt in orchestralen Arrangements zusammen mit dem Schwedischen Radiosinfonieorchester samt einer eingespielten Band und der langjährigen Weggefährtin Ida Sand als Sängerin an seiner Seite.