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NachrichtenTalk

Nahost. Nah Dran.

Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

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Folgen von Nahost. Nah Dran.

35 Folgen
  • Folge vom 14.10.2026
    Warum 73 Prozent der Deutschen der Nahost-Berichterstattung missvertrauen: Talk mit der Medienkritikerin Nadia Zaboura
    In dieser Folge spricht Karim El-Gawhary mit der Kommunikationswissenschaftlerin, Linguistin, Medienkritikerin und Publizistin Nadia Zaboura über Vertrauen, Medienvertrauen und die deutsche Berichterstattung über Israel und Palästina. Zaboura erläutert, dass das allgemeine Medienvertrauen laut der „Mainzer Langzeitstudie für Medienvertrauen 2026“ relativ stabil bleibt, während die Nahost-Berichterstattung mit nur 27 Prozent Vertrauen einen besonders auffälligen Tiefpunkt markiert. Die beiden sprechen darüber, wie eine verkürzte historische Erzählung, die Glättung der Asymmetrie zwischen Besatzungsmacht und besetzter Bevölkerung sowie eine Hierarchisierung palästinensischer und israelischer Opfer die Wahrnehmung des Konflikts prägen. Zaboura deutet  außerdem auf die unkritische Übernahme israelischer Kriegskommunikation, insbesondere von Animationen des israelischen Militärs, die ohne ausreichende journalistische Einordnung verbreitet wurden. Anhand wissenschaftlicher Studien und konkreter Beispiele zeigt sie, wie Sprache, Schlagzeilen, passive Formulierungen und Euphemismen wie „Evakuierung“ die Berichterstattung verzerren können. Das Gespräch beleuchtet zudem Drohungen, Selbstzensur, falsche Antisemitismusvorwürfe und die Verantwortung von Redaktionen, ihre Journalistinnen und Journalisten vor Diffamierungskampagnen zu schützen. El-Gawhary und Zaboura argumentieren, dass Journalismus nicht neutral im Sinne einer Distanz zu Fakten sein dürfe, sondern wahrhaftig und an Völkerrecht, Menschenrechten und Menschenwürde orientiert sein müsse. Sie warnen davor, dass anhaltendes Medienmisstrauen langfristig auch das Vertrauen in Demokratie und Institutionen untergraben kann. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 08.10.2026
    Als die erste Giraffe nach Wien kam und eine Modewelle auslöste. Die österreichische Orient-Connection: Talk mit Mathias Pfaffenbichler :
    Im 19. Jahrhundert entwickelten sich enge Verbindungen zwischen Österreich und dem sogenannten Orient, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Über Venedig und vor allem Triest entstanden Handels-, Reise- und Wirtschaftsverbindungen nach Ägypten und in den östlichen Mittelmeerraum, die durch den Bau des Suezkanals zusätzlich an Bedeutung gewannen. Österreichisches Kapital und österreichische Ingenieurskunst spielten beim Suezkanal ebenso eine Rolle wie die Schifffahrtsverbindungen zwischen Triest und Alexandria. Der wirtschaftliche Austausch wurde durch den Baumwollhandel, den Postverkehr und den zunehmenden Tourismus nach Ägypten und Jerusalem geprägt. Auch das Kaiserhaus und der österreichische Adel reisten nach Ägypten, während Künstler den Orient zum Gegenstand ihrer Malerei machten und dabei häufig ein idealisiertes und von europäischen Vorstellungen geprägtes Bild schufen. Die Wiener Weltausstellung von 1873 verstärkte das Interesse am Orient und hinterließ unter anderem Spuren in den ägyptischen Sammlungen Wiener Museen. Eine Giraffe, die 1828 aus Ägypten nach Wien gebracht wurde, und die Produktion des Fez in Südböhmen erzählen auf kuriose Weise von diesen Verbindungen, aber auch von den wirtschaftlichen Machtverhältnissen zwischen Europa und Nordafrika. Außerdem geht es um österreichische Architekten in Kairo, um die persönlichen Beziehungen zwischen dem ägyptischen Herrscherhaus und Wien sowie um die Frage, warum diese gemeinsame Geschichte nach dem Ende der Habsburgermonarchie weitgehend aus dem österreichischen Gedächtnis verschwunden ist. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 07.10.2026
    Mein Plädoyer für die öffentlich-rechtlichen Medien - Eine Rede auf der "Republica Vienna"
    Karim El-Gawhary spricht in seinem Plädoyer bei der Republica Vienna über die Bedeutung öffentlich-rechtlicher Medien für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Kontrolle politischer Macht. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Korrespondent in Kairo kennt er zugleich die Folgen staatlich gelenkter Medien und zieht eine klare Grenze zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und echtem Staatsfunk. El-Gawhary kritisiert die politische Einflussnahme auf den ORF und fordert eine Entpolitisierung sowie Reformen, ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaputtzusparen. Ein besonderes Problem sieht er im sinkenden Vertrauen in die Medien und vor allem in der Berichterstattung über Gaza und Israel, bei der er ein Ungleichgewicht bei Quellen und Perspektiven feststellt. Medien dürften ihr Publikum nicht bevormunden, sondern sollten Menschen dazu bringen, selbst kritisch zu denken und auch die Medien zu hinterfragen. Gerade angesichts von Social Media müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen Mehrwert schaffen, etwa durch unabhängige Recherche, Berichterstattung vor Ort und journalistische Einordnung. Mit Blick auf Künstliche Intelligenz erwartet El-Gawhary, dass vor allem jener Journalismus Bestand haben wird, der auf persönlicher Erfahrung, Kreativität, Analyse und Berichterstattung aus erster Hand beruht. Sein Plädoyer lautet deshalb, öffentlich-rechtliche Medien zu reformieren und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen und sie auch immer kritisch zu verfolgen und zu hinterfragen. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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  • Folge vom 30.09.2026
    Der Haftbefehl gegen Netanjahu - Talk mit dem Völkerrechtler Ralph Janik Teil 2
    Im zweiten Teil des öffentlichen Gesprächs mit dem Völkerrechtler Ralph Janik steht zunächst der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den israelischen Premier Benjamin Netanjahu im Mittelpunkt. Ein weiterer Schwerpunkt sind die US-Sanktionen gegen Richterinnen und Richter des Internationalen Strafgerichtshofs und deren Folgen. Janik erläutert außerdem das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs von 2024 zur israelischen Besatzung des Westjordanlands, Ostjerusalems und Gazas sowie die rechtliche Bedeutung des israelischen Siedlungsbaus. Danach geht es um die völkerrechtliche Bewertung des israelisch-amerikanischen Angriffs auf den Iran und um die Grenzen des Arguments der präventiven Selbstverteidigung. Zum Schluss sprechen El-Gawhary und Janik über die Zukunft des Völkerrechts und darüber, ob sich Staaten, die an einer regelbasierten internationalen Ordnung festhalten, angesichts der zunehmenden Machtpolitik neu zusammenschließen müssen. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry
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