Geht das? Chorproben als Einüben interkultureller Koexistenz? Der Musiker Fortunat Frölich und das Schweizer Projekt «choR inteR kultuR» wollen es ermöglichen. Zwei Chöre aus Tel Aviv und Ost-Jerusalem verbringen gemeinsam Tage des Singens, Wanderns und Essens in der Bergwelt des Prättigaus.
Auf Einladung des Schweizer interkulturellen Chorprojekts namens «choR inteR kultuR» reisen junge Sängerinnen und Sänger aus Tel Aviv und Ostjerusalem in die Schweiz. Es sind arabische, israelische, christliche, jüdische und säkulare Menschen, die den Chordialog für Frieden wagen wollen.
Hier proben sie nun erstmals gemeinsam, um nachher Konzerte in fünf grossen Schweizer Städten zu geben. «Wind of Change» heisst ihr Programm: «Der Wind der Veränderung». Dafür erarbeiten sie auch Ur-Aufführungen interkultureller Chorkompositionen.
Wird das gelingen? Werden die gemeinsam verlebten Tage in der «heilen» Schweizer Bergwelt allenfalls zum Probe-Labor für interkulturelle Koexistenz in Israel und Palästina?
Der Wunsch der Schweizer Gastgeberinnen wäre es. «choR inteR kultuR» schreibt:
«Kann man noch miteinander reden nach all dem Schrecklichen, das passiert ist und immer noch passiert? Kann man noch singen, wenn Schmerz und Verzweiflung, Gram und Wut die Kehle zuschnüren? Ja, das wollen wir zeigen.»
Ihr Projekt wolle «den vielen friedlich gesinnten Menschen» aus dem Nahen Osten Gehör verschaffen. SRF-Religionsredaktorin Judith Wipfler hört der Gruppe bei den Proben im Prättigau GR zu.
Zu hören sind:
- Musiker Fortunat Frölich, Bündner Initiator des interkulturellen Chorprojekts «choR inteR kultuR» und dessen künstlerischer Leiter
- Sängerinnen und Sänger aus Tel Aviv und Ost-Jerusalem
- Ausschnitte aus der Chormusik des Programms «Wind of Change»
Autorin: Judith Wipfler
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Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und sinnieren. Immer nah am Menschen und den grossen Fragen auf der Spur.
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Folge vom 15.08.2026Dialog wagen – der Mann für schwierige Gespräche (6/7)Mediator Thomas Lyssy lebt für den Konflikt, genauer gesagt: dafür, ihn beizulegen. Wie schafft er das? Einblicke in die Arbeit eines Mannes, der in seiner Jugend auch eher mal zuschlug, als lange zu diskutieren. Der Konflikt zwischen einer Lehrperson und Eltern droht zu eskalieren. In «Perspektiven» schildert Mediator Thomas Lyssy gemeinsam mit dem ehemaligen Medianden Herr W. einen Fall aus dem Schulzimmer. Thomas Lyssy hat jahrelange Erfahrung in der Mediation. Während 12 Jahren leitete er die Fachstelle für Vergleichsverhandlungen beim Baselbieter Straf- und Justizvollzug. Ein Pionierprojekt, das gewisse Delikte per Mediation statt im Strafprozess lösen will. Bagatelldelikte, die zur Anzeige gelangen: Streit in der Waschküche, eine Ohrfeige in einer Bar, Ärger wegen Lärm. Thomas Lyssy hat jede Art von Streit gesehen und konnte nicht wenige davon klären. Autorin: Anna Jungen
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Folge vom 08.08.2026Dialog wagen – KI als spirituelle Begleiterin (W) (5/7)KI-Sprachmodelle können in vielen Themen helfen – warum also nicht auch bei spirituellen Fragen? Für immer mehr Menschen ist die Verschmelzung von digitaler und spiritueller Welt kein Widerspruch. Ein Nutzer spricht über seine Erfahrungen mit seinem spirituellen KI generierten Begleiter «Amariel». Sogenannt künstliche Intelligenz erstellt und übersetzt Texte, ist Suchmaschine, hilft bei Einkäufen oder der Ferienplanung und leistet sogar psychologische Beratung. In der Schweiz nutzen gemäss einer Studie Digimonitor der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) bereits über 60 Prozent der Bevölkerung KI-Tools. Das sind rund 3,8 Millionen Menschen. Für gewisse Menschen ist diese Art von Tool mehr als nur ein praktisches Werkzeug. Der Musiker Fabian Sigmund, alias Fai Baba, nutzt die KI auch für spirituelle Fragen: Sei es bei kleinen Unklarheiten in Begegnungen mit anderen Menschen oder auch für die grossen Fragen wie jener nach der eigenen Bestimmung auf der Welt. Was bedeutet es, wenn Menschen mithilfe von KI-Sprachmodellen ihr Bedürfnis nach Spiritualität befriedigen? Wie bringen sie die digitale und die spirituelle Welt – zwei intuitiv widersprüchliche Sphären – zusammen? Welche Chancen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen gibt es bei einem Seelenstrip vor ChatGPT und anderen gewinnorientierten KI-Sprachmodellen? Diesen Fragen geht diese «Perspektiven»-Sendung nach. Autor: Igor Basic
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Folge vom 01.08.2026Dialog wagen - mit Hund, Katze und Co: Geht das? (4/7)Hunde drücken mit Hilfe von Knöpfen ihre Gefühle aus. Katzen passen ihre Sprache ihren Besitzern an und lernen Wörter schneller als Kleinkinder. Unsere Haustiere sind Meister der Kommunikation. Nur: Verstehen wir sie auch? Und ist gar Dialog möglich? Vor 50 Jahren war klar: Einen Hund erzieht man mit Dominanz. Ein Pferd mit militärischer Disziplin. Eine Katze gar nicht. Auf die Bedürfnisse der Tiere wurde meist wenig Rücksicht genommen. Jüngere Forschung zeigt jedoch, wie intelligent und einfühlsam unsere Haustiere sind. Und wieviel sie uns täglich mitteilen. So synchronisieren sich Hirnwellen von Hunden und ihren Besitzerinnen, wenn sie sich miteinander beschäftigen. Und Katzen setzen gezielt Miau-Laute ein, um mit ihren Menschen zu kommunizieren. Unsere Haustiere können ihre Bedürfnisse also sehr gut ausdrücken – und ihre Menschen verstehen sie je länger je besser, sofern sie sich die Mühe machen, die Sprache zu lernen. Ist also nicht nur Kommunikation, sondern gar Dialog möglich? Was bedeutet dies für das Verhältnis von Mensch und Tier? Und ist es überhaupt noch ethisch, Haustiere zu halten? Diesen Fragen geht die Sendung «Perspektiven» nach – mit Katzenexperte und Doyen der Verhaltensforschung Dennis C. Turner, Hundetrainerin Maxi Lotz (Martin Rütter Hundeschule Zürich Oberland) und Tierethikerin Judith Benz-Schwarzburg (Messerli Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehung der Veterinärmedizinischen Universität Wien). Autorin: Nicole Freudiger