Studien stellen bei jungen Männern problematische Männerbilder fest, Nationalräte von links bis rechts fordern den Bundesrat auf, sich mit der toxischen Männlichkeit zu befassen. Was ist los mit den Jungs? Michael Koger ist Co-Leiter der einzigen Fachstelle für Buben und junge Männer der Schweiz.
Erfolgreich, stark, den Frauen überlegen: das Bild, das Buben anstreben, hat oft mit Dominanz zu tun, sagt Koger. Er führt an Schulen Workshops mit Jungs-Gruppen durch. Dabei erlebt er die jungen Männer in einem Spannungsfeld: Die Erwachsenenwelt erwarte von ihnen, dass sie empathisch und fürsorglich sind, in der Schule aber müssten sie nach wie vor den harten Typen markieren, um ernst genommen zu werden. Wir als Gesellschaft hätten angenommen, dass die Jungs im Zuge der Emanzipation der Frauen ihre Rolle finden. Doch das fand nur bedingt statt. Sie gingen vergessen, wir hätten sie sich selbst und Social Media überlassen. Der Sozialpädagoge Michael Koger ist Co-Leiter der Fachstelle «OH BOY*» ihn Zürich und zu Gast bei Simone Hulliger.
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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.
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Folge vom 01.07.2026Michael Koger: «Die Jungs gingen vergessen»
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Folge vom 30.06.2026Adrian Lobsiger: «Datenschutzrisiken werden oft vernachlässigt»Meldungen wegen Verstössen gegen den Datenschutz nehmen zu: 2025 waren es mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor, so steht es im aktuellen Tätigkeitsbericht. Woran liegt das? Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Adrian Lobsiger ist zu Gast bei Simone Hulliger. In 156 Fällen hat der oberste Datenschützer der Schweiz interveniert. So fordert er etwa, dass Zugbegleiter Bodycams nur tragen können, wenn die Rechtsgrundlage geklärt ist. Wie wägt er ab, wann wird aus dem Datenschutz ein Täterschutz? Einen Schwerpunkt legt Lobisger bei der Beratung von Ämtern oder Firmen. Dabei stellt er fest, dass bei grossen IT-Projekten die Risiken für den Datenschutz oft vernachlässig werden. Nebst dem Datenschutz ist Lobsiger auch Öffentlichkeitsbeauftragter, er schaut, dass Bürgerinnen und Bürger Zugang zu Informationen der Bundesbehörden erhalten. Hier sieht er eine negative Tendenz: Es werde zunehmend schwierig an Akten zu gelangen, da die Behörden vermehrt versuchen, das Öffentlichkeitsprinzip zu umgehen. Adrian Lobsiger ist seit 10 Jahren Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter der Schweiz.
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Folge vom 29.06.2026Félix Baumann: «Nach drei Jahren Ukraine bin ich müde»Seit Sommer 2023 ist Félix Baumann Botschafter der Schweiz in der Ukraine. In diesen Jahren habe er viele Menschen getroffen und viele Kontakte geknüpft, sein Bild der Ukraine habe sich verändert, sagt er. Bevor im Juli seine Amtszeit endet, ist er zu Gast bei Simone Hulliger. Félix Baumann war es wichtig, das Land zu bereisen, auch Gebiete zu besuchen, die nahe der Front sind. Es sei eindrücklich gewesen, wenn Menschen ihm für die Unterstützung der Schweiz gedankt hätten. Viel Zeit habe er auch gebraucht, um den Ukrainerinnen und Ukrainern die Neutralität der Schweiz zu erklären. Im «Tagesgespräch» erzählt er von schlaflosen Nächten, erklärt, warum private Schweizer Unternehmen in der Ukraine beim Wiederaufbau helfen sollen und ob er ein Fenster für Verhandlungen sieht.
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Folge vom 27.06.2026Samstagsrundschau: Warum greift die FDP ihre Finanzministerin an?«So nicht, lieber Bundesrat», titelt die FDP diese Woche. Die Freisinnigen wollen mehr sparen und auf keinen Fall eine höhere Mehrwertsteuer für die Aufrüstung. Wie soll das gehen? Und: Warum der Konfrontationskurs mit Karin Keller-Sutter? Kritische Fragen an FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann. Satte Gewinne vor allem der Pharmaindustrie lassen beim Bund die Steuereinnahmen sprudeln. Wegen dieser Entwicklung sei keine zusätzliche Sparrunde mehr nötig, sagt der Bundesrat. Und die Mehrwertsteuer zugunsten von Armee und Aufrüstung könne nun weniger stark steigen. Die FDP reagiert heftig und verlangt, dass der Bundesrat an weiteren Sparmassnahmen festhält. Weshalb? Und: Wie sieht es bei der FDP mit der eigenen Spardisziplin aus? FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann stellt sich kritischen Fragen. Auch bei der Armeefinanzierung geht die Partei auf Konfrontationskurs mit der eigenen Finanzministerin. Karin Keller-Sutter sagt: Die fehlenden zwei Milliarden Franken pro Jahr liessen sich kaum anders finanzieren als über eine höhere Mehrwertsteuer. «Wir hatten Entlastungsmassnahmen, wir hatten Mehreinnahmen, viel mehr kann man nicht mehr machen», so die FDP-Bundesrätin. Der Parteichef widerspricht. Doch die Vorschläge der FDP haben es in sich: Sie ist bereit, die Armee zu Lasten der Kantone und zum Teil unter Umgehung der Schuldenbremse zu finanzieren. Wie freisinnig ist das? Thema in der Samstagsrundschau ist schliesslich auch die Entwicklungszusammenarbeit. Diese Woche hat der Bundesrat Kürzungen beschlossen, vor allem aber auch einen massiven Umbau – weg von langfristigen Entwicklungsprojekten hin zur humanitären Hilfe, zur Nothilfe also. Die FDP möchte noch mehr sparen bei der langfristigen Hilfe. Doch selbst Freisinnige warnen vor einem Eigentor für die Schweiz. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.