Seit 23 Jahren lebt der Schwyzer Sandy Auf der Maur in Villa General Belgrano in Argentinien. In der alpinen Touristenstadt pflegt er mit seinen Söhnen den Schweizer Brauchtum, zieht als Trychler durchs Dorf und erlebt einen Alltag zwischen Gauchos, Oktoberfest und exotischen Tieren.
Die Kleinstadt Villa General Belgrano in der Provinz Córdoba wirkt wie eine Mischung aus Zermatt, Europapark und Disneyland, nur echt. Die rund 14'000 Einwohner stammen aus 26 Nationen, viele mit europäischen Wurzeln. Mitten in dieser alpinen Enklave lebt der 54-jährige Schwyzer Sandy Auf der Maur: «Für uns ist es nach wie vor ein kleines, gemütliches Dorf mit Charme.» Der Auswanderer betreibt mit seiner Lebenspartnerin Paula einen kleinen Dorfladen und engagiert sich seit Jahren für die Schweizer Traditionen vor Ort. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Gabriel und Salvador zieht er als Trychler an Festen und Umzügen durchs Dorf. Der Schweizer Brauchtum begeistert jeweils Tausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.
Skorpione statt Murmeltiere
Auch der Alltag unterscheidet sich deutlich von jenem in der Schweiz. Rund um sein Haus auf einem 9'500 Quadratmeter grossen Grundstück begegnet Sandy immer wieder Skorpionen: «Schuhe muss man vor dem Anziehen ausschütteln und barfuss durchs Gestrüpp zu laufen kommt nicht infrage.» Neben Schlangen leben in der Region auch Pumas und Silberfüchse, auch wenn diese nur selten zu sehen sind. An die exotische Umgebung hat sich Sandy in Argentinien längst gewöhnt: «Hier fühle ich mich zu Hause. Besonders fasziniert mich die Vielfalt der Kulturen, die hier aufeinandertreffen.»
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Die fünfte Schweiz Folgen
Über 800'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben ihren festen Wohnsitz im Ausland. Sie leben in über 65 Ländern. In dieser Sendung geben sie Auskunft über ihren Alltag. Es sind Menschen aus Schweizer Familien, Vereinen, Firmenvertreter, Mitarbeiterinnen von Hilfswerken, Angehörige von Botschaften und Konsulaten
Folgen von Die fünfte Schweiz
50 Folgen
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Folge vom 20.09.2026Sandy Auf der Maur – Zwischen Trycheln und Gauchos
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Folge vom 13.09.2026Josef Röösli in Brasilien – Aus einer Reise wird die neue HeimatBei einer Reise nach Brasilien hat es Josef Röösli gepackt: «Ich wusste, das ist meine zweite Heimat.» Seit vier Jahren lebt er nun in der Küstenstadt Salvador da Bahia, geniesst den Blick auf den Atlantik und den Alltag im lebendigen Rhythmus der brasilianischen Küstenstadt. Seit vier Jahren lebt Josef Röösli in Salvador da Bahia, mit Blick auf den Atlantik und mitten in einem lebendigen Quartier. Kleine Läden, Cafés und Bars prägen den Alltag. «Die Nachbarschaft lebt auf der Strasse, man kennt sich, kommt ins Gespräch und nimmt am Leben der Gemeinschaft teil», erzählt er. Nach über zwanzig intensiven Berufsjahren ohne längere Auszeit reiste er Anfang 2020 nach Brasilien. Am Strand von Aracaju kam ihm ein Gedanke: «Warum nicht den Ruhestand hier verbringen?» Besonders die Offenheit der Menschen und das ganzjährig warme Klima überzeugten ihn. Aus der spontanen Idee wurde ein konkreter Plan. Nach sorgfältiger Vorbereitung wanderte er zwei Jahre später nach Salvador da Bahia aus. Die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia im Nordosten Brasiliens gilt als kulturelles Zentrum des Landes. Koloniale Altstadtgassen, afrobrasilianische Traditionen und das Leben am Meer prägen das Bild der Stadt bis heute. NZZ, Entlebucher Anzeiger und Krimis In seiner kleinen Wohnung in einem Hochhaus fühlt sich Josef Röösli rundum zuhause. «Die Wohnung hat mich gefunden», sagt er. Zum festen Morgenritual gehört ein Bad im Meer. Anschliessend geniesst er sein Frühstück mit Kaffee, Papaya und Mango. Eine Gewohnheit hat er aus der Schweiz mitgenommen: «Seit über vierzig Jahren gehören die NZZ, der Entlebucher Anzeiger und spannende Krimis zu meinem Alltag.»
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Folge vom 06.09.2026Gabriel Dubler in Brisbane – Frühstück mit KakadusGeboren in Engelberg, aufgewachsen in Lausanne, zu Hause in Brisbane: Gabriel Dubler kam mit 30 Jahren auf Weltreise nach Australien und blieb. Heute lebt der 74-Jährige seit über drei Jahrzehnten in der grünen Metropole, arbeitet an der Uni, jodelt im Schweizer Club und backt sein eigenes Brot. Als Service-Ingenieur kam Gabriel Dubler in 25 Ländern herum. Auf einer mehrjährigen Weltreise reiste der damals 30-Jährige mit dem Motorrad quer durch Australien. Das Land liess ihn nicht mehr los. Aus dem Abenteuer wurde ein neues Zuhause in Brisbane. Mit 74 Jahren arbeitet Gabriel Dubler weiterhin an der Queensland University of Technology, wo er Film- und Fernsehprojekte betreut: «Warum sollte ich aufhören, wenn es mir Spass macht!» Daneben backt er Zopf und Brot, tauscht diese auf lokalen Märkten gegen andere Produkte ein und näht zu Hause sogar seine eigenen Vorhänge. Ob Jodel-Chörli, Jass-Club oder 1. August-Feier: Seit Jahren engagiert sich Gabriel Dubler mit Herzblut auch im Schweizer Club und hilft bei der Swiss Community Care, wo sich Schweizerinnen und Schweizer gegenseitig unterstützen. Brisbane ist Australiens grüne Metropole Brisbane begeistert den Auslandschweizer bis heute: «Die Stadt gilt als jung, multikulturell und überraschend grün.» Flüsse, Parks und subtropische Vegetation prägen das Stadtbild. Direkt vor Gabriels Balkon sitzen jeden Morgen weisse Kakadus und schauen beim Frühstück vorbei.
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Folge vom 30.08.2026Michelle Frei – Vom Entlebuch an den BroadwayDie 26-jährige Michelle Frei aus Flühli-Sörenberg (LU) hat ihr gewohntes Leben hinter sich gelassen, um in New York Schauspielerin zu werden. Nun steht die Entlebucherin vor dem bisher grössten Meilenstein ihrer Karriere. Im Oktober feiert ihr erstes selbstgeschriebenes Theaterstück Premiere. Vor zwei Jahren wagte Michelle Frei den Sprung über den Atlantik. Die gelernte Wirtschaftspsychologin aus Flühli-Sörenberg (LU) zog nach New York, um ihren Traum von der Schauspielerei zu verfolgen. Am renommierten William Esper Studio absolvierte sie ihre Ausbildung und arbeitet aktuell daran, ein Künstlervisum zu erhalten, um langfristig in den USA bleiben und arbeiten zu können. Ein wichtiger Schritt folgt im Oktober. Dann bringt die 26-Jährige ihr erstes selbstgeschriebenes Theaterstück auf die Bühne und übernimmt gleich selbst die Hauptrolle: «Das Stück erzählt die Geschichte von drei Schauspielerinnen und Schauspielern auf dem Weg zu einem Casting. Es zeigt den enormen Druck der Branche und stellt die Frage: Wie weit ist man bereit zu gehen, um eine Rolle zu bekommen, und wo zieht man die eigenen Grenzen.» Regie führt Christian Sordelet, einer der renommiertesten Stage-Combat-Spezialisten der USA. Der Broadway-Veteran war an über 80 Produktionen beteiligt und arbeitete bereits mit Stars wie Bruce Willis, Sabrina Carpenter und Scarlett Johansson zusammen. Leben auf wenigen Quadratmetern So glamourös die New Yorker Theaterwelt von aussen wirkt, so bescheiden lebt Michelle im Alltag. Gemeinsam mit einer polnischen Schauspielkollegin wohnt sie in einer kleinen WG an der Upper West Side in Manhattan. Der Blick aus dem Fenster auf den Central Park ist spektakulär, die Wohnung dagegen winzig: «Für einen Küchentisch fehlt der Platz, gegessen wird am Boden!» In ihr eigenes Zimmer passt gerade einmal eine Matratze. Trotzdem möchte die Entlebucherin nirgendwo anders sein. «Wir sind glücklich hier und fühlen uns zuhause.»