Gestern EU-Sondergipfel in Brüssel, heute Gespräche in Rom, zuvor das Weltwirtschaftsforum in Davos: Bundeskanzler Merz ist in diesen Tagen außenpolitisch stark gefordert. Auffällig ist dabei weniger, wo er unterwegs ist, sondern wie zurückhaltend er öffentlich auftritt. Während andere europäische Spitzenpolitiker US-Präsident Trump zuletzt scharf kritisierten, blieb Merz auffallend leise. Ist das ein Zeichen von Schwäche oder bewusstes Kalkül?
Die Politikwissenschaftlerin Daniela Schwarzer sieht darin vor allem Strategie. Merz habe früh klargemacht, dass sich das transatlantische Verhältnis grundlegend verändert habe und Europa sich neu aufstellen müsse. Diese realistische Einschätzung ziehe sich durch seine Linie, auch wenn er aktuell weniger öffentlich kommentiere als etwa Frankreichs Präsident Macron.
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Folge vom 23.01.2026Auffallend leiser Bundeskanzler Merz: Schwäche oder Kalkül?
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Folge vom 23.01.2026Dry January: Was die Alkoholpause bewirken kannEinen Monat lang keinen Alkohol trinken. Der sogenannte "Dry January" ist in vollem Gange. Gleichzeitig deuten Studien darauf hin, dass vor allem junge Menschen heute später oder gar nicht mehr mit dem Trinken beginnen. In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen hat inzwischen fast ein Drittel noch nie Alkohol getrunken. Auch gesellschaftlich sei es akzeptierter geworden, Alkohol abzulehnen, sagt Barbara Schneider, Chefärztin für Abhängigkeitserkrankungen an der LVR-Klinik Köln. Positive Effekte über den Januar hinaus Aus medizinischer Sicht profitiert der Körper von jeder Trinkpause. Menschen, die beim Dry January mitmachen, berichten von besserem Schlaf und gesteigertem seelischem Wohlbefinden, auch Leberwerte können sich kurzfristig verbessern. Besonders wichtig ist laut Schneider aber der langfristige Effekt: Viele Teilnehmende setzen sich bewusster mit ihrem Konsum auseinander und erleben, dass sie selbst Kontrolle darüber haben. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit könne dazu führen, dauerhaft weniger Alkohol zu trinken und genau darin liege die eigentliche Stärke des Dry January.
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Folge vom 22.01.2026Familie, Tiere und viel Natur: Pflege auf dem Bauernhof statt im AltenheimIn Marienrachdorf im Westerwaldkreis betreibt Guido Pusch als Geschäftsführer der Pflegedienst-Natürlich-GmbH in Marienrachdorf. In SWR Aktuell erzählt er, wie es zu der Idee des Pflegebauernhofs kam: "Den Bauernhof gibt es schon seit 250 Jahren. Irgendwann brauchte unsere Großmutter rund um die Uhr Betreuung. Sie wollte aber zu Hause bleiben. Dafür haben wir das Haus umgebaut." Aktuell wohnen 22 pflegebedürftige Menschen auf dem Bauernhof. Für sie kommt täglich der ambulante Pflegedienst ins Haus. "Das funktioniert wie eine Wohngemeinschaft: Man teilt sich die Kosten." Wer will und sich in der Lage fühlt, hilft bei den tagtäglichen Arbeiten auf dem Bauernhof mit. Und steht dafür auch mal um fünf Uhr früh auf. "Das ist kein Ponyhof. Wir haben Tiere und Pflanzen und die werden für uns als Lebensmittel genutzt. Und an diesen Aufgaben nehmen die Bewohner, wo und wie sie möchten, teil." Das gute Gefühl, gebraucht zu werden Gerade für pflegebedürftige Menschen mit Demenz seien diese Aufgaben ein Segen, sagt Guio Pusch. "Bringen Sie mal eine Kindergartengruppe auf den Bauernhof. Da brauchen Sie kein Programm. Die finden was. So ist es auch mit älteren Menschen." Schließlich gibt es auf dem Bauernhof jederzeit für alle Generationen etwas zu tun- "Wenn ich einen Bewohner frage, ob er mir mal helfen kann – da gibt es kein NEIN! Egal wie schlimm die Demenz ist – jeder möchte anderen helfen." Der Pflegebauernhof ist etwas günstiger als der Platz im durchschnittlichen Pflegeheim. Gudio Pusch räumt aber ein: "Wir sind gefangen in den Rahmenbedingungen unserer Gesetzgebung. Ich kann mir vorstellen, dass man mit unserem Modell noch viel günstiger sein könnte." Auf jeden Fall biete der Bauernhof eine höhere Lebensqualität. "Wir müssen nicht extra einen Streichelzoo anschaffen", sagt Guido Pusch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerald Pinkenburg.
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Folge vom 22.01.2026Dry January - ein Monat ohne Alkohol"Dry January" - vier Wochen ohne Alkohol. Viele Menschen beginnen das neue Jahr mit guten Vorsätzen. Einer davon ist der Verzicht auf Alkohol - einen ganzen Monat lang. "Der trockene Januar" - wie bekannt ist dieses Konzept? Was bringt es? Und: Wie groß ist das Alkohl-Problem in unserer Gesellschaft überhaupt? Unter anderem um diese Fragen - und natürlich um mögliche Antworten - geht es in SWR Aktuell Kontext mit Christian Hauck.