Viele Menschen sind auf Bus und Bahn angewiesen. Doch gerade abends wird das Angebot vielerorts dünn. Eine Analyse des SWR Data Lab zeigt, wo der ÖPNV in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Randzeiten gut funktioniert und wo gar nichts mehr fährt.
Große Unterschiede zwischen Stadt und Land
In Rheinland-Pfalz kommt in mehr als jeder zehnten Gemeinde werktags nach 20 Uhr kein Bus und keine Bahn mehr an. Rund 150.000 Menschen sind davon betroffen. Gleichzeitig leben etwa 2,5 Millionen Menschen in Orten, in denen auch nach Mitternacht noch Verbindungen existieren. In Baden-Württemberg ist die Lage insgesamt besser: Nur acht Prozent der Gemeinden sind abends komplett abgeschnitten, mehr als die Hälfte hat noch nach 24 Uhr Anschlüsse. Besonders schwach ist das Angebot in ländlichen Regionen wie den Landkreisen Lörrach und Freudenstadt in Baden-Württemberg sowie im Westerwaldkreis und im Kreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. In größeren Städten, entlang des Rheins und rund um den Bodensee ist der ÖPNV dagegen deutlich besser ausgebaut. Am Wochenende, vor allem sonntags, enden die Verbindungen vielerorts noch früher.
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Folge vom 22.01.2026Wenn der letzte Bus gefahren ist: ÖPNV-Probleme in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
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Folge vom 22.01.2026Dry January: Drogenbeauftragter Streeck fordert strengere Regeln für AlkoholEin ganzer Monat ohne Alkohol, der "Dry January" wird in Deutschland immer beliebter. Viele nutzen ihn als bewusste Pause nach den Feiertagen oder als Start in einen gesünderen Lebensstil. Passend dazu rückt auch die Politik den Alkoholkonsum stärker in den Fokus. Der neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, der Mediziner Hendrik Streeck (CDU), hält Alkohol in Deutschland für zu günstig und zu leicht verfügbar. Im europäischen Vergleich seien alkoholische Getränke hier billig, gleichzeitig könne man fast überall und rund um die Uhr Alkohol kaufen, auch an Tankstellen oder direkt an der Supermarktkasse. Aus ärztlicher Sicht sei das problematisch. Höhere Alkoholsteuern als mögliche Lösung Streeck spricht sich klar für höhere Alkoholsteuern aus, um gesundheitliche Schäden und Folgekosten zu reduzieren. Auch strengere Verkaufsregeln, wie sie etwa in Schweden gelten, hält er für sinnvoll. Alkohol sei kein gewöhnliches Genussmittel, sondern ein Nervengift, besonders gefährlich für Schwangere und Jugendliche. Ein erster politischer Schritt könnte schon bald kommen: Das sogenannte begleitete Trinken, das Alkohol für 14- bis 16-Jährige im Beisein der Eltern erlaubt, will Streeck abschaffen. Dafür gebe es in Bundestag und Bundesrat breite Zustimmung.
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Folge vom 21.01.202650 Jahre Concorde – gibt es bald eine Rückkehr zum Reisen mit Überschall?Vor 50 Jahren startete die Concorde zum ersten kommerziellen Flug. Mit dem Überschalljet kamen Passagiere in den Folgejahren in dreieinhalb Stunden von Paris oder London nach New York. Im Oktober 2003 wurde die letzte Maschine außer Dienst gestellt. Seither gab es immer wieder Pläne, einen Nachfolger zu bauen. Stefan Troendle aus der SWR-Wissenschaftsredaktion erklärt, warum das trotz technischen Fortschritts nicht einfach ist: "Früher haben Umweltaspekte keine Rolle gespielt. Fluglärm war im Gegensatz zu heute auch noch kein Thema." Die Concorde hatte einen enormen Treibstoffverbrauch, Wegen des Überschallknalls konnte sie nur über dem Atlantik Höchstgeschwindigkeit fliegen. "Die Herausforderung ist jetzt, einen Jet ohne Überschallknall zu bauen." Welche Projekte es dabei aktuell gibt, darüber hat Stefan Troendle mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer gesprochen.
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Folge vom 21.01.2026Verkauf von US-Anleihen – Ein Druckmittel im Grönlandstreit?Der Streit um Grönland dauert an. US-Präsident Trump hat mehreren EU-Staaten, darunter auch Deutschland, hohe Strafzölle angedroht, weil sie gegen seinen Plan sind, die Insel zu annektieren. Auch das Königreich Dänemark, zu dem Grönland gehört, soll Strafzölle zahlen. Ein dänischer Pensionsfonds hat sich jetzt von US-Staatsanleihen im Wert von 100 Millionen Dollar getrennt. Wäre das ein Mittel, Druck auf Washington auszuüben? SWR-Wirtschaftsredakteur Uwe Bettendorf hält die Summe für zu gering. Er sagt aber in SWR Aktuell: "Die Nachricht vom Verkauf hat deshalb für Schlagzeilen gesorgt, weil sie unter dem Motto SELL AMERICA steht. Und damit ist gemeint, dass Investoren und Länder jetzt in großem Stil amerikanische Staatsanleihen verkaufen könnten. Das hätte zur Folge, dass die Kurse der Anleihen sinken und die Zinsen steigen. Damit würde die Aufnahme neuer Schulden für die USA deutlich teurer und das würde das Land spürbar treffen." Die europäischen Länder gehören nach Auskunft der deutschen Bank zu den größten Gläubigern der USA mit zusammen 8 Billionen Dollar an US-Anleihen und Aktien. Theoretisch könnten sie Trump also hart treffen. Wie realistisch es aber wäre, dass es dazu kommt und welche Risiken es für die Weltwirtschaft bedeuten würde, darüber hat Uwe Bettendorf mit SWR Aktuell-Moderatorin Vanja Weingart gesprochen.