Mit der antiken Sage von Orpheus, dem Dichter und Sänger, beginnt der Mythos des Künstlers – der Mann als Genie. Diesen Mythos erzählt die Inszenierung der Barock-Oper „L’Orfeo“ bei den Schwetzingen SWR Festspielen. Am Ende zerreißen Frauen den Künstler, der sie erst zur Inspiration braucht und dann zum Material macht.
Wie sollen Künstlerinnen auf diesen Männermythos reagieren? Kopieren, konterkarieren, ignorieren? Warum findet man in den meisten Erzählungen so wenig Künstlerinnen? Mit Beate Söntgen, Professorin der Leuphana-Universität, begann in Deutschland die feministische Kunstgeschichte.
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 09.05.2026Beate Söntgen: „Der Künstler braucht das Ideal mehr als die echte Frau“
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Folge vom 02.05.2026Andrea Stoll: „Ingeborg Bachmann hat sexuellen Missbrauch erlebt“Eine Frau, zwei Männer. Glücklich mit Ivan, sterbend in Malina. Vom dominanten Liebhaber zerstört, vom verständnisvollen Mitbewohner quasi ermordet. Ingeborg Bachmanns Ich-Erzählerin berichtet von einem inneren Krieg. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Andrea Stoll mit Bachmanns Werk. Zum 100. Geburtstag und zur Uraufführung der Oper „Malina. Voice Over Bach*mann“ bei den Schwetzinger SWR Festspielen präsentiert sie ein neues Bild der Autorin.
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Folge vom 01.05.2026Svealena Kutschke: „Die globale Lage löst Gefühle der Ohnmacht in mir aus“„Fußnoten aus dem späten 21. Jahrhundert“ heißt das Theaterstück, mit dem die Schriftstellerin Svealena Kutschke beim „Heidelberger Stückemarkt“ den FIDENA-Preis gewann. Angesiedelt in einem „Bienenstock der Verwaltung“, wo Angestellte sich über Kaffeetassen streiten, während draußen die Welt untergeht. Ähnlich wie im Roman „Gespensterfische“, der in einer Psychiatrie spielt, dominieren Neurosen das Geschehen: Wer Bedrängendes in den Griff bekommt und Schwieriges ausblendet, Probleme verdrängen kann und im Alltag funktioniert, gilt als gesund. Aber wie krank ist eigentlich die Gesellschaft?
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Folge vom 25.04.2026Yannic Han Biao Federer: „Ich versuche ein neues Sprechen über unsere geteilte Vergangenheit“Mit seinem Theaterstück „Asiawochen“ hat er beim „Heidelberger Stückemarkt 2025“ gleich dreimal gewonnen: Autor*innenpreis, SWR-Hörspielpreis und Publikumspreis. Die Hauptfigur, aufgewachsen zwischen Indonesien und Deutschland, recherchiert ihre Familiengeschichte und zeigt damit auch, wie die deutsche Kolonialgeschichte verdrängt wurde. „Das ist ganz nah an der Geschichte meiner Familie“. Yannic Han Biao Federer wurde als Sohn eines chinesischen Indonesiers und einer Deutschen in Breisach geboren. Zuletzt veröffentlichte er ein sehr persönliches Buch über den Tod seines Sohnes.