„Sie sind also jetzt mein Raphael“. Sagte Papst Benedikt XVI., als er Michael Triegel begegnete, bevor dieser ihn 2010 porträtierte. Der Leipziger Maler war schon damals der wichtigste Künstler in Deutschland, der religiöse Motive in altmeisterlicher Manier darstellt. Und christliche Themen dabei neu interpretiert, oft mit drastischer Symbolik. Etwa wenn er Jesus beim Abendmahl gesichtslos zeigt – vereinsamt und verlassen. Oder das Lamm Gottes als gehäutete Kreatur. Fast immer malt er im Glauben auch den Zweifel. Bewusst in der Tradition des Abendlandes. 2014 ließ er sich katholisch taufen.
Kultur & Gesellschaft
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Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
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Folge vom 03.04.2026Michael Triegel: „Wir dürfen das Abendland nicht den Brandstiftern überlassen“
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Folge vom 28.03.2026Andreas Speit: „Der liberalen Demokratie fehlen die Narrative gegen rechts“„Der rechte Rand“ heißt seit 20 Jahren die regelmäßige Kolumne des Journalisten Andreas Speit. Dieser Rand hat sich in den letzten Jahren offenbar verbreitert. Und beschränkt sich längst nicht mehr auf gewaltbereite Neo-Nazis, wie in den 2000ern. Oder auf „Nazis in Nadelstreifen“. Deshalb recherchiert Andreas Speit inzwischen auch zu „rechten Ökos“ und „gefährlichen Weltbildern in alternativen Milieus“: wie „antimoderne Reflexe breite Schichten der Gesellschaft erfassen“, rechtes Denken das Bürgertum entkultiviere und die Demokratie gefährde. Was wir erleben, sei eine „autoritäre Rebellion“.
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Folge vom 21.03.2026Maria-Sibylla Lotter: „Wir sollten uns von der Opferrolle lösen“Was macht aus Menschen moralische Personen? Es sind die ganz großen Themen, mit denen die Philosophin Maria-Sibylla Lotter sich beschäftigt. Die Grundlagen der Moral zum Beispiel. Wie man verantwortungsvoll handelt. Oder sie schreibt über die Praxis von Vergeltung und Versöhnung. Dann geht es um Respekt und warum man zwischen der politischen Bedeutung von Schuldbekenntnissen und den moralischen Aspekten von Schuld unterscheiden sollte. In ihrem neuen Buch fragt sie, was es bedeutet, Verletzungen zu erfahren, die Opferrolle zu erleben und dann Schwäche zu zeigen: Verwundbarkeit als Selbstbild.
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Folge vom 14.03.2026Lukas Rietzschel: „Polarisiert sind immer nur die anderen“Sanditz heißt das neue Gesellschaftslabor von Lukas Rietzschel – ein Ort im Osten. Immer noch eine Nachwendegesellschaft, wie schon in seinem Roman „Raumfahrer“ und im Theaterstück „Widerstand“: wo Offiziere, Frührentner, Orgelbauer, ehemalige Bürgerrechtler, selbsternannte Widerständler, Lokaljournalistinnen sowie die Familie Wenzel Alltag, Werte und Zugehörigkeit aushandeln. Warum schließen sich an Orten wie Sanditz so viele den Rechten an: deutschnational, xenophob und zunehmend demokratiefeindlich? Ein reines Ost-Thema ist das für den Autor Lukas Rietzschel nicht.