Probleme und Risiken der Social-Media-Nutzung werden breit diskutiert. Aber was hilft? Dass ein pauschales Verbot für Jugendliche die Probleme lösen könnte, lässt sich wissenschaftlich nicht erhärten. Aber welche präziseren Instrumente helfen weiter?
Wir wollen uns auf der Höhe der Forschung informieren: Welche Regelungen und Gesetze gelten bereits, und welche Wirkung zeigen sie? Wo liegt die Grenze zwischen Kundenbindung und Sucht? Gäbe es Alternativen zu den eingesetzten Algorithmen? Was will die Europäische Union und welche Handlungsoptionen hätte sie? Welche pädagogischen Methoden können die Kinder und Jugendlichen für einen verantwortungsvollen Umgang rüsten? Wie weit und um welcher Vorteile willen darf Teilhabe eingeschränkt werden? Wie müsste das Handeln von Staat, Eltern, Schule, Konzernen und den Kindern und Jugendlichen selbst zusammenspielen?
Heute zu Gast:
Dr. Stephan Dreyer ist Senior Researcher für Medienrecht und Media Governance am Hamburger „Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)“. Er befasst sich vor allem mit den rechtlichen Fragen rund um die Regulierung von Social Media im Schnittfeld von Jugendschutz und Datenschutz und kann eine fundierte Einschätzung geben, welche Lösungsansätze angesichts neuer Technologien, Angebotsstrukturen und Nutzungspraktiken Erfolg versprechen.
Kerstin Heinemann vertritt das „JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis“, das seit 77 Jahren in einer besonderen Verbindung aus Theorie, Forschung und Praxis die Medienaneignung kleiner und großer Menschen begleitet. Ihre medienpädagogische Arbeit ist geprägt von dem Anliegen, das Handlungsrepertoire der Jugendlichen zu erweitern und die Größen Schutz, Kompetenz und Teilhabe in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
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Dokumentierte Vielfalt hören von Veranstaltungen der Katholischen Akademie in Bayern. Referate, Diskussionen und Gespräche zu Themen, die Kirche und Gesellschaft interessieren: Expertinnen und Experten haben das Wort.
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Folge vom 02.03.2026Gespräch zum Thema 'Social-Media-Verbot für Jugendliche?'
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Folge vom 03.02.2026Gespräch zum Thema 'Luctus et angor (Trauer & Angst)“: die Minus-Zeichen der Zeit deuten!'„Gaudium et spes (Freude & Hoffnung)“, so heißt die Pastoralkonstitution, die unser Konzil vor exakt 60 Jahren erlassen hat: Was die Menschen von heute bewegt, wollte sich die Kirche zu eigen machen, endlich positiv auf die moderne Welt und ihren Fortschritt schauen und die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums fruchtbar machen. Das zweite Begriffspaar, „luctus et angor (Trauer & Angst)“ hat es zwar nicht in den Titel des Textes geschafft, gehört aber als Rückseite zur Medaille dazu. Heute drückt es vielleicht sogar eher das aus, was Menschen empfinden, wenn sie auf die Welt von heute schauen: Unsere Lebensgrundlagen sind kaum noch zu retten. Die Völkergemeinschaft bricht wieder auseinander. Die Demokratie gerät unter Druck. Der Krieg ist zurück. Wie gehen wir als Christen damit um, dass die „Zeichen der Zeit“ heute überwiegend Minus-Zeichen sind? Verdrängen hilft da ebenso wenig, wie die Hoffnung einfach „thetisch“ zu behaupten. Welche tatsächlichen Anzeichen für Hoffnung lassen sich denn noch entdecken? Wie kann ich mich auch ohne konkrete Erfolgsaussichten zum Guten motivieren? Wie sind die Propheten oder andere Zeugen unserer Ur-Kunden mit Katastrophen klargekommen? Aber auch: Was brauchen meine Mitmenschen in dieser Lage von mir? Heute zu Gast: Sr. Dr. Katharina Ganz ist Franziskanerin und war zwölf Jahre lang Generaloberin ihrer Gemeinschaft. Sie hat Theologie und Sozialwesen studiert und promovierte über das pastorale Konzept ihrer Ordensgründerin Antonia Werr, in dem Verletzlichkeit (Vulnerabilität) die entscheidende Rolle spielt. Abt Dr. Johannes Eckert ist Benediktiner der Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs. Mit seiner reichen Vortrags- und Autorentätigkeit bereichert er die öffentliche Diskussion durch zeitgemäße Auslegungen biblischer Texte und frische Denkansätze zu Fragen des kirchlichen Lebens. Moderiert wird das Gespräch am 28.1.2026 von Akademiedirektor Dr. Achim Budde.
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Folge vom 03.02.2026Gespräch zum Thema 'Ein russischer Aufruf gegen den Krieg in der Ukraine'Ein russischer Aufruf gegen den Krieg in der Ukraine Akademiegespräch am Mittag mit Prof. Dr. Kristina Stoeckl und Dr. Johannes Oeldemann Mutig, fromm, riskant: Anfang Januar 2025 veröffentlichen ein paar Dutzend russische Geistliche und Laien anonym einen Aufruf gegen den Krieg in der Ukraine, der sie ihre Freiheit oder ihr Leben kosten könnte: Theologisch begründen sie, warum sich Patriarch Kyrill zu Unrecht auf die Bibel und die kirchliche Tradition beruft, um den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu legitimieren. Wir wollen zunächst die Aktion würdigen: Was steht in dem Text? Wie argumentiert er theologisch? Unter welchen Bedingungen mussten die Gleichgesinnten sich finden und arbeiten? Wie veröffentlichten sie ihre Botschaft und welche Risiken gingen sie damit ein? Wie organisiert und wie motiviert sich aktuell die Opposition? Manches Hintergrundwissen ist nötig, um die Situation zu bewerten: Wie wird in der orthodoxen Welt traditionell das Verhältnis von Kirche und Staat bestimmt? Und was hat die neue Lehre von der „Russischen Welt (Russkij mir)“ daraus gemacht? Schließlich interessieren uns die Perspektiven: Für die kirchliche Opposition unter Patriarch Kyrill. Für die Zivilgesellschaft unter Putin. Für den ökumenischen Dialog. Heute zu Gast: Prof. Dr. Kristina Stoeckl ist Religionssoziologin an der Freien Internationalen Universität für Soziale Studien (LUISS) in Rom und forscht intensiv über die Russische Orthodoxie und ihr Verhältnis zum Staat. Dr. Johannes Oeldemann ist Direktor am Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, Schriftleiter der Zeitschrift „Catholica“ und profunder Kenner der Ostkirchen und ihrer Theologie insbesondere in Russland. Er hat den Aufruf ins Deutsche übersetzt. Moderiert wird das Online-Gespräch am 14.1.2026 von Akademiedirektor Dr. Achim Budde. Russischer Aufruf gegen den Krieg in der Ukraine von 2025: https://www.herder.de/stz/online/chri... Erklärung von 2022: https://publicorthodoxy.org/2022/03/1... Report von Sergej Chapnin: https://ocl.org/religious-communities... Newsletter-Anmeldung: https://kath-akademie-bayern.de/newsl...
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Folge vom 28.11.2025Gespräch zum Thema 'Missbrauch aufdecken und erinnern: das Paderborner Mahnmal'Wie kann das Monströse ins kulturelle Gedächtnis gehoben werden? So, dass es Betroffene nicht retraumatisiert, sondern aufatmen, Mut und Trost fassen lässt? So, dass die Kirche damit keine lästige Pflichtübung vollzieht, sondern ernsthaft bereut und sich auf einen unabgeschlossenen Prozess verpflichtet? So, dass es in die Gesellschaft hineinwirkt, die Tabuisierung überwindet und Passanten zur Auseinandersetzung drängt. So, dass es die verleugneten Geschichten erzählt und die brutale Wahrheit ins Gespräch bringt, ohne voyeuristisch zu werden? Das Erzbistum Paderborn gestaltet pünktlich zum Erscheinen des Missbrauchsgutachtens im Frühjahr 2026 die Brigidenkapelle im Hohen Dom zu einem Mahnmal um. Der Siegerentwurf dafür stammt von dem Münchner Künstler Christoph Brech, der hierzulande u.a. durch die Lungenflügelfenster in der Heilig-Kreuz-Kirche von sich reden machte, und der der Akademie durch Ausstellungen und die jährliche Weihnachtskarte eng verbunden ist. Das Projekt wird in engem Austausch mit dem Domkapitel, vertreten durch Generalvikar Mrgs. Dr. Michael Bredeck, und dem Betroffenenbeirat, vertreten durch seinen Vorsitzenden Reinhold Harnisch, durchgeführt. Alle drei lassen sich heute zum diesem vielschichtigen Prozess befragen. Was ist die Grundidee hinter dem Entwurf „Memory – Aufdecken und Erinnern“? Was sind seine einzelnen Elemente? Warum hat er sich durchgesetzt? Was hat der Hahn mit dem Missbrauch zu tun? Wieso ein Kinderspiel als Bezugsgröße? Was steht auf der Unterseite der Karten? Aber uns interessiert auch das methodische Vorgehen: Wie designt man einen Prozess, für den es keine Blaupause gibt? Wer hat die Ziele definiert? Wie wird ein Ausgleich gefunden, wo die Anliegen nicht deckungsgleich sind? Wann und wie wurden Betroffene einbezogen? Welche Grenzen sind gesetzt? Und was sagt eigentlich der Denkmalschutz? Mit Akademiedirektor Dr. Achim Budde diskutierten am 26.11.2025: Christoph Brech, Msgr. Dr. Michael Bredeck und Reinhold Harnisch.